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11.05.2011 apa/Michaela Holy

TA mit Ergebniseinbruch und stabilem Umsatz

Die Telekom Austria hat in den ersten drei Monaten 2011 tiefrote Zahlen eingefahren. Der Umsatz blieb zwar mit 1,118 Milliarden Euro fast stabil, das Betriebsergebnis drehte allerdings von plus 166,3 auf minus 42,3 Millionen Euro, teilte die Telekom mit.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) reduzierte sich um 7,1 Prozent auf 396,7 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss kippte von 91,2 Millionen Euro im ersten Quartal 2010 auf nunmehr minus 79,2 Millionen Euro. Der Free Cash Flow sank nahezu auf Null. Damit war der Marktführer bei Festnetz, Mobilfunk und Internet schlechter unterwegs als von Analysten erwartet. Sie gingen von einem Betriebsergebnis von minus 39,8 Millionen Euro aus. Die Telekom sprach - wie schon in den Monaten zuvor - von einem "herausforderndem Umfeld, hartem Wettbewerb und regulatorischem Preisdruck". Allerdings habe man die Festnetzanschlüsse um mittlerweile 7.300 steigern können.

Weiters laufe der Personalabbau der beamteten Mitarbeiter recht gut, wodurch ein Aufwand von 184,1 Millionen Euro notwendig wurde. Das Restrukturierungsprogramm habe den Nettoverlust auf 79,2 Millionen Euro in die Höhe getrieben. Geringere Investitionen in Kroatien und Weißrussland führen zu einer Reduktion der Anlagenzugänge von 11,7 Prozent auf 120,4 Millionen Euro. Der Ausblick wurde vom börsenotierten Unternehmen bestätigt: Der Umsatz werde mit bis zu 4,6 Milliarden Euro anvisiert, das EBITDA solle bei 1,6 Milliarden Euro liegen.

Die Telekom Austria betonte, dass die Zahlen zum ersten Quartal 2011 nur deshalb nicht so erfreulich sind, weil die Sozialpläne von den großteils unkündbaren Beschäftigten sehr gut angenommen wurden, dies aber nachhaltig die Konzernzahlen verbessere. "Dieser Quartalsverlust hat keine operativen Ursachen, sondern eine rein bilanzrechtliche", beruhigte Finanzvorstand Hans Tschuden. Demnach haben 514 Mitarbeiter mittels Sozialplan dem Unternehmen den Rücken gekehrt.

Konzernchef Hannes Ametsreiter betonte gegenüber der APA, dass man die Verluste bewusst eingegangen sei, um sich damit für die nächsten sieben Jahre zu entlasten. Mit den Zahlen liege man auch in den Erwartungen der internationalen Analysten.

Auffallend dabei: Konzernweit verringerte sich sogar der Personalaufwand um 10 Millionen Euro. Die Abschreibungen blieben mit minus 255 Millionen Euro nahezu konstant. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der Telekom Austria Group drehte von plus 117,2 auf minus 95,8 Millionen Euro.

Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit gab in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres um 50 Prozent auf 150,5 Millionen Euro nach. "Dieser Rückgang ist auf den geringeren Nettoüberschuss sowie auf die Zahlung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen, die sich aufgrund von überdurchschnittlichen Investitionen am Ende des 4. Quartals 2010 erhöht hatten", steht dazu im Geschäftsbericht.

Bereits vor wenigen Tagen hatte die Telekom mit schlechten Nachrichten aufhorchen lassen. Der geplante Kauf des serbischen Marktführers Telekom Srbija scheiterte am zu geringen Kaufangebot der Österreicher. Wie viel der misslungene Deal an Beraterkosten, Rechtsanwaltsgebühren etc. gekostet hat ist nicht bekannt.

Erfreulicher lief da schon das weiterhin boomende Geschäft mit mobilen Breitband-Anschlüssen. Hier legte der Konzern um 51 Prozent auf 1,23 Millionen Kunden zu. Das Volumen der Sprachminuten im Festnetz sank weiter, allerdings stieg die Zahl der Anschlüsse. "Die Kundenerlöse bleiben dank der starken Nachfrage nach Festnetz- und mobilen Breitbandprodukten nahezu stabil", betonte Ametsreiter. Die Zahl der Festnetz-Anschlüsse erhöhte sich um 7.300.

Ametsreiter will heuer bis zu 800 Millionen Euro investieren und einen operativen Cash-Flow auf Vorjahresniveau von rund 800 Millionen Euro erreichen. Die Dividende solle bei maximal 0,76 Euro je Aktie liegen.

HARTER WETTBEWERB Wie hart der Wettbewerb in Österreich ist zeigt sich am weiterhin sinkenden Durchschnittsumsatz je Kunden. Dieser gab im Festnetz um 2,4 und im Mobilfunk gar um 8 Prozent nach. Insgesamt gab der Konzernumsatz hierzulande um 3,3 Prozent auf 738,3 Millionen Euro nach. Das bereinigte EBITDA reduzierte sich um 11,3 Prozent auf 259,2 Millionen Euro. Das nicht bereinigte EBITDA brach um 74,2 Prozent ein. Die Kosten für die Kundengewinnung stiegen um knapp 47 Prozent.

In Bulgarien konnte die Zahl der Mobilfunkkunden mit 5,3 Millionen stabil gehalten werden. Die Umsatzerlöse der Mobiltel betrugen im 1. Quartal 133,4 Millionen Euro und lagen damit um 1,5 Prozent unter dem Vergleichsquartal im Jahr 2010.

Besser war die Entwicklung von Velcom in Weißrussland: Die Umsatzerlöse stiegen um 22,2 Prozent auf 89,9 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA konnte um 20,8 Prozent auf 42,1 Millionen Euro angehoben werden.

In Kroatien ging der Umsatz von Vipnet um 10 Prozent auf 90,3 Millionen Euro zurück. Das bereinigte EBITDA sank um 13,6 Prozent auf 24,9 Millionen Euro. In Slowenien konnte der Umsatz von Si.mobil um 8 Prozent auf 42,6 Millionen Euro gesteigert werden, das bereinigte EBITDA sank um 4,9 Prozent auf 10,9 Millionen Euro. In Serbien legte der Umsatz gar um knapp 30 Prozent auf 30,2 Millionen Euro zu. In Mazedonien erhöhte sich der Umsatz um 60 Prozent auf 11,1 Millionen Euro.

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