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16.03.2011 Rudolf Felser

E-Health: Expertendialog über Vernetzung und Kommunikation

Zum Themenschwerpunkt Vernetzung und Kommunikation im Gesundheitswesen fand am 15. März im Krankenanstaltenverbund eine Veranstaltung in Kooperation mit KAV und ELGA GmbH statt.

Ziel von E-Health ist es – neben Einsparungen im öffentlichen Sektor – durch einen sektorenübergreifenden Einsatz moderner Informationstechnologien im Bereich des Gesundheitswesens die Qualität der medizinischen Versorgung zu steigern und die patientenorientierten Informationssysteme miteinander so zu vernetzen, dass die Kommunikation innerhalb der einzelnen Institutionen grundlegend verbessert wird.

E-Health ist jener Schlüssel im Gesundheitssegment, der zur Qualitätssteigerung beiträgt und Abfolgen vereinfacht und beschleunigt, um eben auch langfristig eine Kostenersparnis zu erzielen. Sei es in der unmittelbaren medizinischen Anwendung der Administration oder in der Gesundheitsinformation und Prävention. E-Health bedeutet schlichtweg Informationen über und für den Patienten.

ELGA Auf dem von CON.ECT Eventmanagement organisierten Symposium erklärte Susanne Herbek (ELGA GmbH), dass die Gesundheit jedem Menschen am Herzen liegt. ELGA steht für die elektronische Gesundheitsakte, die via Verweisregister alle Patientendaten, die dieses Service in Anspruch nehmen wollen, auf einem zentralen Datenspeicher speichert. Vernetzung und Kommunikation zwischen den Organisationen im Gesundheitswesen sind die wesentlichen Elemente im Hinblick auf eine integrierte Versorgung. ELGA begleitet Patienten in ihrem Behandlungsweg, indem die dafür relevanten Gesundheitsdaten über standardisierte Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden. Die Errichtung der öffentlichen ELGA-Infrastruktur hat sich zum Ziel gesetzt die Gesundheit mithilfe der modernen Technologien zu schützen und zu unterstützen.

Herlinde Toth (Wiener Krankenanstaltenverbund) sprach zahlreiche E-Health-Herausforderungen an, die noch auf eine technische Lösung warten. Sie bekräftigte, dass die Problematik nicht im Bereich der Erstellung der Daten liegt, sondern in der Verwendung der Daten, die die Identifikation und Standardisierung der Datensätze voraussetzt. Weiters werden laut Toth in den nächsten Jahren die folgenden Themen das Gesundheitswesen beschäftigen: elektronische Terminplanung, elektronische Leistungsanforderung im medizinischen Bereich, telemedizinische Betreuungsmethoden, Facebook und Co., um nur einige wenige der zahlreichen Herausforderungen zu nennen. Toth vom KAV erklärte, dass für die Dokumentation strukturierte Information benötigt wird (beispielsweise die Einführung und Verwendung eines internationalen Laborkatalogstandards).

Ernst Mlinarik von Oracle Austria bezog sich auf die Sicht der Patienten, im Gegensatz zu den vorhergehenden Vortragenden, im Hinblick auf ELGA und warf die folgenden Fragen auf: Für wen soll ein Patientenakt sichtbar sein? Wem soll der Gesundheitsakt welchen Nutzen bringen?

HEALIX-ANBINDUNG Mit der Anbindung des kürzlich in Betrieb genommenen Gesundheitsnetzwerkes HEALIX an den gemeinsamen Peering Point des Österreichischen Hauptverbands (HVB) und der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) vervollständigt A1 Telekom Austria die Interkonnektivität des bundesweiten Gesundheitsnetzes. Bislang bestehende Bruchstellen in der Kommunikation zwischen verschiedenen Krankenhausnetzen sind damit den Angaben zufolge bereinigt und auch die E-Card-Services sind ab sofort allen Nutzern gleichermaßen zugänglich. "Damit machen wir es den Teilnehmern aller bestehenden Gesundheitsnetze Österreichs möglich, über unser Technologiezentrum im Wiener Arsenal miteinander zu kommunizieren – und zwar nach allen Regeln des Gesundheitstelematikgesetzes", so Hannes Ametsreiter, Generaldirektor A1 Telekom Austria. "Durch die hochsichere und vereinheitlichte Vernetzung von Krankenhäusern, Ärzten und Gesundheitsserviceeinrichtungen erfüllen wir bereits jetzt die Voraussetzungen für einen ELGA-konformen Betrieb des elektronischen Gesundheitswesens."

"Die workflow-integrierte Medikation unterstützt den gesamten Medikationsprozess, die zur Reduktion von potentiellen Fehlerquellen und somit zur Steigerung der Patientensicherheit beiträgt. Dementsprechend unterstützt die workflow-integrierte Medikation sowohl die Berufsgruppe der Ärzte als auch der Pflege im beruflichen Alltag und bietet den Patienten die Gewissheit einer optimalen medizinischen Versorgung", meinte Brigitte Schmöller (Systema) wiederum zum Thema E-Medikation.

NEUE GESCHÄFTSMODELLE Konrad Walser (Berner Fachhochschule) erklärte aus Schweizer Erfahrung, dass die Steuerbarkeit bei neuen Medien nicht mehr unter der Kontrolle der Informationsmonopole (etwa den Presseämtern von Krankenhäusern oder Verwaltungseinheiten) liegt. Die neuen Medien (Blogs u.a.) werden seiner Meinung nach Informationsmonopole brechen. Damit müssten Leitungen von Institutionen und Unternehmen im Gesundheitswesen umgehen lernen, wenn möglich proaktiv und nicht reaktiv. Laut Walser bestehen die neuen Wertschöpfungsketten im Gesundheitswesen aus dem Einsatz von Integrationstechnologien und neu gedachten integrierten Prozessen über institutionelle Grenzen hinaus.

Aghamanoukjan Manuel (Gentics Software) sagte: "Die Veränderung ist keine 'technologische', auch wenn die Ursache für die Veränderung Technologie ist, nämlich das Internet und damit verbundene technische Verbesserung von Datenverkehr und Medieninhalten. Diese neuen Technologien ermöglichen es uns Inhalte auszutauschen, zu suchen und aktiv multimedial beizusteuern. Die Veränderung ist eine 'soziale'". (pi)

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