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14.02.2011 Rudolf Felser

EU: Mehr Roaming, Kosten aber gefürchtet

Den von der Europäischen Kommission vorgestellten Ergebnissen einer Erhebung zufolge machen sich fast drei Viertel der Europäer bei Reisen in der EU Sorgen über die Kosten der Nutzung ihres Handys.

Der Mehrheit der Befragten ist zwar bekannt, dass die Preise seit 2006 gefallen sind, dennoch schränken sich 72 Prozent der Reisenden beim Telefonieren im Ausland ein. Nur 19 Prozent derjenigen, die im Ausland Internetdienste auf ihrem Mobiltelefon nutzen, sind der Ansicht, dass die für das Datenroaming anfallenden Kosten fair sind. Die Ergebnisse dieser Erhebung und der öffentlichen Konsultation zur Zukunft der Roamingverordnung, die am 11. Februar endete, fließen in die bis Juni 2011 fällige Überarbeitung der derzeitigen Roamingvorschriften der EU durch die Kommission ein. Im Rahmen der Digitalen Agenda für Europa wird bis 2015 eine nahezu vollständige Einebnung der Unterschiede zwischen Roamingtarifen und nationalen Tarifen angestrebt.

Die Erhebung zeigt, dass heute mehr Menschen bei Reisen in der EU ihre Mobiltelefone benutzen als vor vier Jahren, als die EU erstmals Roamingvorschriften eingeführt hat. Obwohl die Reisetätigkeit zwischen 2006 und 2010 um circa 13 Prozent zurückging, stieg das Gesamtvolumen der auf Reisen in der EU entgegengenommenen Anrufe und versandten SMS während dieses Zeitraums an. Die Reisenden gaben an, gegenüber 2006 32 Prozent mehr Anrufe zu tätigen, 31 Prozent mehr Anrufe zu empfangen und 43 Prozent mehr SMS zu versenden.

UNTERSCHIEDLICHE GEWOHNHEITEN Daneben macht die Erhebung deutlich, wie die Gewohnheiten sich innerhalb von Europa unterscheiden. Einige Beispiele:

  • Männer führen eher Telefongespräche (57 Prozent), während SMS überwiegend von Frauen versandt werden (56 Prozent).
  • 88 Prozent der Zyprioten nutzen zumeist Sprachtelefoniedienste, hingegen nur 44 Prozent der britischen Reisenden.
  • 81 Prozent der irischen Mobilfunknutzer ziehen auf Reisen in der EU SMS vor, hingegen nur 24 Prozent der Portugiesen.
  • 32 Prozent der Bulgaren nutzen ihr Handy im Ausland überhaupt nicht.
  • Jüngere Nutzer nehmen Roamingdienste heute sehr viel stärker in Anspruch als 2006 (abgehende Sprachanrufe: +43 Prozent, eingehende Anrufe: +42 Prozent, versandte SMS: +51 Prozent).
  • 30 Prozent der Rentner und 15 Prozent der 25- bis 39-Jährigen nutzen ihr Mobiltelefon im Ausland überhaupt nicht.

Von den Befragten, die häufig Reisen unternehmen, wussten 61 Prozent, dass die Roaminggebühren nach dem Eingreifen der EU gesenkt wurden. Der Wandel im Verbraucherverhalten war jedoch nicht rundweg positiv: Etwa ein Fünftel der Mobilfunknutzer hat die Inanspruchnahme von Roamingdiensten in den letzten vier Jahren verringert. Ursache hierfür ist ihre Wahrnehmung der Kosten. 72 Prozent der Mobilfunkkunden schränken sich bei der Handynutzung im Ausland ein, weil sie sich Sorgen wegen der Kosten machen. So nutzen 81 Prozent der Schweden, 72 Prozent der Italiener und 57 Prozent der Griechen Roamingdienste aus Kostengründen weniger.

Die Erhebung belegt auch, dass Datenroamingdienste nun beginnen, sich durchzusetzen: Zehn Prozent der Befragten nutzen diese Dienste. 17 Prozent der Litauer und 15 Prozent der Spanier geben an, dass Datenroaming der Dienst ist, den sie im Ausland am häufigsten in Anspruch nehmen, während nur zwei Prozent der Ungarn und vier Prozent der Deutschen diesen Dienst am meisten nutzen. Unter den Jüngeren finden sich mehr Datenroamingnutzer: 15 Prozent der 15- bis 24-Jährigen gehen im Ausland mit ihrem Handy ins Internet – gegenüber nur sechs Prozent der über 55-Jährigen. Allerdings werden die Kosten des Datenroaming generell als überhöht betrachtet, nur 19 Prozent der Befragten bezeichneten die Kosten von Datenroamingdiensten als angemessen.

Im Rahmen der Eurobarometer-Sondererhebung zum Roaming wurden im August und September 2010 mehr als 26.500 Bürger in den 27 EU-Mitgliedstaaten befragt. Die Primärstichprobe umfasste EU-Bürger, die ein Mobiltelefon besitzen und in den letzten fünf Jahren Reisen in der EU unternommen haben. (rnf/pi)

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