Infineon investiert heuer 250 Mio. in Österreich Infineon investiert heuer 250 Mio. in Österreich - Computerwelt

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29.06.2012 Rudolf Felser/apa

Infineon investiert heuer 250 Mio. in Österreich

Infineon will heuer in Österreich 250 Mio. Euro investieren und auch die Belegschaft weiter aufstocken. Das kündigte Österreich-Chefin Monika Kircher im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien an.

© Infineon

Die Investition diene der "nachhaltigen Absicherung unserer intelligenten Produktion und zum Ausbau von FE am Standort Österreich sowohl in Villach als auch in Graz", sagte Kircher. "Wir haben im Schnitt der letzten zehn Jahre circa 50 Millionen pro Jahr in den Standort investiert. Im letzten Jahr waren es 205 Millionen." In Graz wird der Entwicklungsstandort ausgebaut, zu den bisherigen drei Gebäuden soll Ende des Jahres ein viertes dazukommen. "Da muss man jetzt leider anmerken, dass die Baubehörden in Graz im Gegensatz zu denen in Villach ein schnelleres Voranschreiten des Projektes und den Aufbau weiterer Arbeitsplätze in Graz verzögern", kritisierte die Infineon-Chefin. "Die Industrie weist seit Jahren darauf hin, dass die Baubehörde in Graz nicht dem Standard entspricht, den wir von anderen Städten kennen."

Die Arbeitsplätze in der Produktion und Forschung sollen heuer ausgebaut werden. "Wir werden am Ende des heurigen Geschäftsjahres (das mit September endet, Anm.) so viele Arbeitsplätze in Österreich haben wie noch nie", kündigte Kircher an. Ende des letzten Geschäftsjahres habe Infineon in Österreich 2.760 Leute beschäftigt, derzeit seien es über 2.900 und jetzt versuche man rund 100 weitere Stellen zu besetzen. Dazu kämen noch um die 600 Zeitarbeitnehmer. "Wir arbeiten nach einem flexiblen Modell in Abstimmung mit dem Betriebsrat, um gerüstet zu sein für Schwankungen." Mit weiteren rund 1.000 ständigen externen Mitarbeitern beschäftige Infineon um die 4.000 Menschen.

Gesucht werden von Infineon Mitarbeiter vor allem für technisches Marketing und Prozessingenieure für die Fertigung. Da es solche Fachleute nicht ausreichend in Österreich gebe, suche man in aller Welt. "Wir suchen uns jetzt nicht auf die arbeitslosen Spanier, aber wir haben selbstverständlich auch Mitarbeiter aus dem Süden Europas", erklärte Kircher, etwa aus Kroatien, Bosnien, Spanien oder Griechenland. Mit der slowenischen Universität Ljubljana habe man eine Partnerschaft begonnen, um auch aus Slowenien mehr Mitarbeiter zu bekommen.

Derzeit hätten 45 Prozent der Infineon-Mitarbeiter akademisches Niveau, es sei also nicht einfach, so hoch qualifizierte Techniker zu finden. "Wir lösen das einerseits durch Kooperationen mit technischen Ausbildungsstätten, von HTLs beginnend, aber auch Fachhochschulen und Universitäten." Der Anteil der nicht-österreichischen Mitarbeiter liege über 20 Prozent, daher werde man heuer im Herbst eine überbetriebliche internationale Kindertagesstätte in Betrieb nehmen. Darüber hinaus gebe es ein Konzept für eine internationale Schule für Kärnten. Begonnen habe man mit Pilotprojekten an Volksschulen.

Was die jüngste Gewinnwarnung des Halbleiterkonzerns Infineon betrifft, sollte man laut Kircher "die Kirche im Dorf lassen". Österreich bewege sich "genau mit dem Gesamtkonzern mit. Eine Gewinnwarnung, die 12 Prozent positives Ergebnis unterm Strich trotzdem noch bestätigt, hätte ich mir vor Jahren auch in guten Zeiten von Infineon gewünscht", sagte Kircher. Beim Gesamtumsatz geht es "stabil geradeaus", glaubt Kircher, ohne Zahlen zu nennen.

Der in München ansässige Konzern hatte am Mittwoch seine Gewinn- und Umsatzerwartungen kräftig zurückgeschraubt, worauf der Kurs der Infineon-Aktie um mehr als ein Zehntel einbrach.

Kircher sieht keinen Grund, deswegen alarmiert zu sein. Infineon sei aus der Krise "Cash-mäßig und von der Marktpositionierung her" sehr gestärkt hervorgegangen. Man habe nach 2008/09 in allen Bereichen Marktanteile dazugewonnen und könne es sich "erstmals in unserer Geschichte leisten, antizyklisch zu investieren. Das ist etwas, was wir uns früher immer gewünscht hatten."

Mit der Auftragslage ist Kircher zufrieden. "Wir sind in den letzten beiden Jahren in Villach überausgelastet gewesen und das war ja mit ein Grund, den neuen Reinraum aufzubauen." Der neue Reinraum sei seit Februar in Betrieb. Derzeit betrage die Auslastung in Villach zwischen 90 und 95 Prozent. "100 Prozent ist aus wirtschaftlicher Sicht das Ideale, das ist aber fast nicht möglich durch den Technologiemix, den wir haben." (apa)

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