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17.09.2009 Rudolf Felser

BSA fordert IT-freundliche Politik

Österreich nimmt im internationalen Vergleich der IT-Standorte 2009 den 22. Rang ein, so eine Studie der Economist Intelligence Unit.

Österreich nimmt im internationalen Vergleich der IT-Standorte 2009 mit einem Wert von 57,0 von 100 den 22. Rang ein. Als besondere Stärken des Standortes Österreich wurden unter anderem die IT-Infrastruktur, hier besonders die Breitbandanbindung, Handynutzung und die Computerverbreitung gemessen. Nachholbedarf besteht in anderen Bereichen wie vor allem in einer flexibleren Arbeitsmarktpolitik. Dies sind Ergebnisse einer neuen Studie der Economist Intelligence Unit, unterstützt durch die Business Software Alliance (BSA).

Die Studie, die 2009 im dritten Jahr durchgeführt wird, analysiert und vergleicht die weltweiten Rahmenbedingungen für die Informationstechnologie-Branche in 66 Ländern hinsichtlich dessen, in wie weit sie die Konkurrenzfähigkeit der nationalen IT-Branche beeinflussen.

"In der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist ein starker Technologiesektor wichtiger denn je", erklärt Georg Herrnleben, Director Zentral-, Osteuropa, Naher Osten und Afrika der BSA. "Technologie kann die wirtschaftliche Erholung vorantreiben und dauerhaftes Wachstum schaffen. Österreich kann hier auf eine Reihe von Stärken zurückgreifen; so etwa die IT-Infrastruktur und das gute gesamtwirschaftliche Umfeld. Leider haben wir in Österreich weiterhin das Problem eines Fachkräftemangels. Dies könnte in den nächsten Jahren dazu führen, dass immer mehr Aufgaben im Ausland erledigt werden, zum Schaden der Wirtschaft und Innovationsfähigkeit."

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass Österreich in den Bereichen IT-Infrastruktur und gesamtwirtschaftliches Umfeld gut abschneidet. Verbesserungen sind allerdings vor allem beim IT-Arbeitsmarkt nötig. Die fünf führenden Standorte in der EU sind Finnland, Schweden, die Niederlande, Großbritannien und Dänemark.

"Trotz gesunkener Ausgaben für Technologie hat der weltweite IT Sektor die Krise verhältnismäßig gut überstanden", erklärt Denis McCauley, Director of Global Technology Research der Economist Intelligence Unit. "Die Politik sollte sich aber darauf konzentrieren, die grundlegenden Voraussetzungen für die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu schaffen, statt durch 'Hauruck-Maßnahmen' den Umsatz des Sektors anzufeuern oder krankende Hersteller zu retten."

SECHS SCHLÜSSELFAKTOREN Die Economist Intelligence Unit benennt sechs Faktoren, die gemeinsam ein positives Umfeld für die IT-Branche schaffen: ein ausreichender Fachkräftepool, Innovationsbereitschaft, erstklassige Technologie-Infrastrukturen, ein verlässliches Rechtssystem für den Schutz geistigen Eigentums, eine sichere, offene Marktwirtschaft sowie politische Führung, welche den rechten Mittelweg zwischen Technologieförderung und dem freien Markt findet.

Länder, die bei diesen sechs Motoren der Wettbewerbsfähigkeit ("competitiveness enablers") gut abschneiden, sind allgemein Standorte einer starken IT-Wirtschaft. Die Studie soll ein Wegweiser für Regierungen sein, der dabei helfen soll, Stärken und Schwächen bei der Förderung eines starken heimischen IT-Sektors zu identifizieren.

Andere Ergebnisse der Forschung der Economist Intelligence Unit sowie Anmerkungen der BSA sind:

  • Breitbandnetzwerke sind ein lebenswichtiges Element für die Wettbewerbsfähigkeit der IT, und Ländern mit geringen Zuwachsraten droht ein weiterer Rückstand. Technologieunternehmen benötigen schnelle, verlässliche und sichere Internetverbindungen. Die Bedeutung des Breitbands wird weiter wachsen, je mehr IT-Dienstleistungen und Anwendungen online angeboten werden.
  • Investitionen in die Ausbildung bleiben langfristig ein Muss.
  • Jene Länder, die Schulungen in IT-, betriebswirtschaftlichen und Sprachfertigkeiten fördern, werden ein größeres Angebot an Fachkräften haben. Österreich kann hier einen Vorteil gegenüber klassischen Outsourcing-Ländern herausarbeiten. Es muss dazu aber gelingen, technischen Studiengängen mehr Attraktivität und größere Bedeutung für Studenten zu verleihen. Dies ist eine Aufgabe, der sich die Bundesregierung in ihrer Bildungspolitik widmen sollte.
  • Protektionismus und Schutz für "Lokalmatadoren" behindert die Erholung und schadet langfristig der Wettbewerbsfähigkeit. Regierungen müssen die Balance zwischen solchen Förderungsmaßnahmen finden, welche das Branchenwachstum und Investitionen fördern, und solchen die unfaire Marktpraktiken einführen oder durch Protektionismus den Wettbewerb verzerren.
  • Der Rechtsschutz für geistiges Eigentum wird in vielen Wachstumsmärkten immer besser, doch es gibt noch viel zu tun.
  • Der Schutz geistigen Eigentums bleibt für die Wettbewerbsfähigkeit der IT-Branche entscheidend wichtig. Er stellt einen vergleichsweise wenig kostenaufwändigen Weg dar, langfristiges wirtschaftliches Wachstum anzuregen.

Die gesamte Studie “Resilience amid turmoil: Benchmarking IT industry competitiveness 2009” finden Sie kostenlos unter www.eiu.com oder www.bsa.org/globalindex. (pi/rnf)

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