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07.10.2009 Rudolf Felser

Wien: 300.000 Euro für Open Source

Zu Sommerbeginn wurde in Wien ein OS-Förderwettbewerb beschlossen, seit gestern können Projekte online beim ZIT eingereicht werden.

Zu Sommerbeginn wurde im Wiener Gemeinderat ein Open-Source-Förderwettbewerb zum Thema "E-Government Anwendungen" beschlossen (siehe auch "Positives Signal für Open Source"). Seit gestern können Projekte online beim ZIT (Zentrum für Innovation und Technologie) eingereicht werden. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 22. Dezember 2009.

Die Ausschreibung "Open Source für Wien" richtet sich an Kleine und Mittlere Unternehmen aus Wien sowie Unternehmensgründer, die Produkt- und Dienstleistungsinnovationen durchführen. Mit den Open Source-Projekten sollen technische Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Verwaltung zukunftsgerecht gelöst, Einsparungspotenziale erzielt und die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Bürgern und der Stadt verbessert und optimiert werden. Darüber hinaus sollen die quelloffenen Lösungen auch für Behörden im europäischen Raum und für den privatwirtschaftlichen Sektor einen Nutzen generieren.

Im Sinne einer Fokussierung der eingesetzten Fördermittel sollen hauptsächlich Vorhaben aus folgenden Bereichen unterstützt werden:

  • Virtueller Assistent
  • Formulargenerator für E-Government
  • Dokumentenmanagementsysteme
  • Digitale Signaturen
  • Geoinformationssysteme
  • Festplattenverschlüsselung
  • Firefox-Anpassungen und Erweiterungen

Innovative Vorhaben, die über diesen Themenbereich hinausgehen, können den Angaben zufolge ebenfalls eingereicht werden, sofern "ein deutlicher Nutzen und Mehrwert für die Stadt Wien erkennbar ist".

Der Förderwettbewerb sei das Produkt des gemeinsamen Antrags von Grünen und SPÖ zur weiteren Förderung von OSS, so Marie Ringler, Kultur- und Technologiesprecherin der Wiener Grünen, gegenüber Computerwelt.at. "Ein wichtiger Schritt, den damit werden erstmals öffentliche Nachfrage und Open Source zusammengebracht", so die grüne Politikerin.

VOLUMEN: 300.000 EURO Für diese Ausschreibung stehen insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung. Die Förderquote beträgt 35 Prozent für Kleine, 25 Prozent für Mittlere Unternehmen. Förderbar sind laut ZIT unter anderem interne Personalkosten, Sachinvestitionen und externe Leistungen, wie beispielsweise die Unterstützung bei der technischen Umsetzung. Weitere Förderdetails finden sich auf der Website des ZIT unter dem Punkt "Downloads".

Die Förderungen werden nach dem Wettbewerbsprinzip vergeben. Die Projekte werden im Februar 2010 von einer Expertenjury unter dem Vorsitz von Roland Ledinger, Bereichsleiter IKT-Strategie des Bundes (Bundeskanzleramt), beurteilt. Die besten Projekte werden zur Förderung vorgeschlagen. Die Beurteilung erfolgt auf Grundlage eines festgelegten Bewertungssystems. Die weiteren (bisher bekannten) Mitglieder der Jury: Gerti Kappel (Technische Universität Wien, Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme; Business Informatics Group) sowie Rony Flatscher (Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik).

OPEN SOURCE IN WIEN Der Einsatz von Open Source Software und Linux in Wien hatte in den vergangenen Jahren Hochs und Tiefs (siehe dazu auch "Vista statt Open Source in Wien"). Grundsätzlich wird Open Source Software in der Verwaltung der Bundeshauptstadt seit 1989 mit Erfolg eingesetzt, beispielsweise werden derzeit im Wirkungsbereich der MA 14 (Informations- und Kommunikationstechnologie für die Stadt) rund 400 Server mit Open Source Software betrieben. Hauptanwendungsgebiete sind laut Informationen des ZIT Print- und Fileserver, E-Government-Lösungen, der Internet- und Intranetauftritt der Stadt Wien sowie wesentliche Teile der Sicherheitsinfrastruktur. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Wettbewerbs Call IKT Vienna 2007, der ebenfalls vom Zentrum für Innovation und Technologie durchgeführt wurde, von 1,4 Mio. Euro Förderbudget rund 600.000 Euro für Open Source-Projekte aufgewendet.

"Open Source für Wien" ist eine Initiative der Stadt Wien, Geschäftsgruppe Stadtentwicklung und Verkehr, sowie der Magistratsabteilung 14 Informations- und Kommunikationstechnologie. (rnf)

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