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16.10.2009 apa/Rudolf Felser

Handy-Riesen ächzen unter Krise und Smartphones

Spätestens mit den Schockbilanzen zum dritten Quartal hat sich die Marktposition der großen europäischen Handyanbieter unübersehbar gewandelt.

Tiefrote Zahlen bei den früheren Gewinnmaschinen Nokia und Sony Ericsson: Spätestens mit den Schockbilanzen zum dritten Quartal hat sich die Marktposition der großen europäischen Handyanbieter unübersehbar gewandelt. Weltmarktführer Nokia musste mit einem Minus von 913 Mio. Euro den ersten Verlust seit 16 Jahren bekennen. Einen Tag später folgte Sony Ericsson mit dem Eingeständnis, dass man sich wegen anhaltend hoher Verlust erst einmal eine Kreditlinie von 455 Mio. Euro gesichert habe (siehe auch "Nokia in den roten Zahlen" und "Sony Ericsson weiter in den roten Zahlen").

Neben gewaltigen Nachfrageeinbrüchen in der Krise machen beiden Unternehmen vor allem Konkurrenten wie Apple mit dem iPhone im lukrativen Smartphone-Geschäft schwer zu schaffen. Die Stimme von Nokias Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo klang gepresst, als er in Helsinki vor Analysten trotz der hohen Verluste Optimismus verbreiten wollte. Man stehe nach wie vor zum chronischen Sorgenkind Nokia Siemens Networks (NSN) und werde die "ärgerlichen Lieferengpässe" bei den "erfolgreichen Nokia-Smartphones" bald überwunden haben.

Genau wie sein zum Wochenschluss abgelöster Kollege Dick Komiyama von Sony Ericsson wollte Kallasvuo nicht zugeben, was in Branchenkreisen neben den Folgen der Krise als zunehmend zentrales Problem für den globalen Handy-Branchenführer Nokia und den kleineren Konkurrenten Sony Ericsson gilt: Sie hinken auf dem rasant wachsenden Markt für teure und gewinnträchtige Smartphones in den Augen des Publikums kräftig hinterher. Nämlich hinter Apple mit dem iPhone, RIM mit Blackberry, zunehmend aber auch neuen Anbietern wie HTC aus Südkorea mit seinem Google-Handy Hero.

Nach Analystenangaben aus der Deutschen Bank kamen Apple und Blackberry im vergangenen Jahr auf nur drei Prozent des gesamten Handymarktes, teilten sich aber 35 Prozent des operativen Branchenprofits. Als "positiv" hoben Nokia und Sony Ericsson heraus, dass ihre Absatzzahlen nach dem dramatischen Nachfrageeinbruch mit Beginn der Finanzkrise vor einem Jahr wieder leicht anziehen. Kallasvuo freute sich auch, dass der Durchschnittspreis für Nokia-Handys mit 62 Euro "stabil" geblieben sei. Die Masse machen dabei aber weiter billige Mobiltelefone aus, an denen wenig zu verdienen ist.

Bei den sogenannten Smartphones, inzwischen fast komplette Mini-Computer mit mobilem Zugang zum Internet, hatte Apple mit seinem immer noch als Flaggschiff geltenden iPhone Mitte des Jahres einen Weltmarktanteil von knapp elf Prozent. Blackberry hielt sogar einen Anteil von knapp 20 Prozent. Inzwischen zieht auch HTC kräftig an.

Gegen diese zunehmend kecke Konkurrenz versucht es Nokia mit einer neuen Spitze. Der bisherige Finanzchef Rick Simonson übernimmt die operative Leitung der Handy-Sparte. Netzspartenchef Simon Beresford-Wylie wurde schon zu Beginn des Monats von Rajeev Suri abgelöst (siehe auch "Nokia baut Konzernspitze um"). Konzernchef Kallasvuo bleibt im Amt, hat aber schon eine Bürde mitzuschleppen, die sein legendärer Vorgänger Jorma Ollila vergessen haben dürfte: Der hatte Nokia seit dem Umbau zum Handykonzern 1994 ohne ein einziges Quartal mit Verlusten geführt.

Bei Sony Ericsson übernahm zum Wochenende der Schwede Bent Nordberg das Ruder vom Japaner Dick Komiyama. Sony hatte wegen der anhaltenden Verluste beim Gemeinschaftsunternehmen mit Ericsson sogar schon einmal laut über einen Ausstieg nachgedacht. (apa/rnf)

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