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13.11.2009 Michaela Holy

Frustikus an Babyfon, 3, AMS und ÖBB

Mit dem Frustikus wurden zum ersten Mal Geräte, die zwar prinzipiell funktionieren, aber schlecht zu bedienen sind, ausgezeichnet.

Anlass war der Internationale Tag der Benutzerfreundlichkeit, der in über 40 Ländern mit 200 verschiedenen Veranstaltungen gefeiert wurde. Gewonnen haben das Babyfon Baby Care 5 von Audioline, der Mobilfunkanbieter 3, das Arbeitsmarktservice Österreich, die Österreichischen Bundesbahnen und die gemeine nutzlose Fehlermeldung. Die Gewinner wurden von einer Jury aus Mitgliedern des Instituts für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der Technischen Universität (TU) Wien und des Berufsverbandes für Benutzerfreundlichkeit ausgewählt.

Das Babyfon hat im Empfängerteil eine Taschenlampe eingebaut. Damit finden Eltern im Dunklen den Weg zum Baby. Leider schaltet das Babyfon den Lautsprecher nicht aus, wenn die Taschenlampe eingeschaltet wird. So beginnt es zu kreischen, wenn man sich dem Baby nähert, da es zu einer Rückkopplung kommt. Schaltet man das Babyfon dann erschrocken ab um das Baby nicht zu wecken, ertönt ein Warnton, der darauf hinweist, dass der Empfang unterbrochen ist.

Der Fall des Mobilfunkanbieters 3 begann mit dem Kauf eines tribandfähigen Vertragshandys für eine USA-Reise. Der Verkäufer bestätigte, dass das Gerät in den USA funktionieren würde. Die Inbetriebnahme in Österreich war aufwendig, aber klappte. In den USA funktionierte es nicht mehr. Auf Anfrage per E-Mail antwortete 3, dieses Handy sei nicht tribandfähig, mit Verweis auf eine kostenlose Servicenummer, die vom Ausland aus sehr teuer ist. Gut, dass in diesem Fall jemand in Österreich da war, der sich hartnäckig durch zahllose Warteschleifen quälte. Danach wurde das Handy endlich freigeschalten. Als ob das noch nicht genug wäre, kamen während des Urlaubs auch noch Mahnungen für die bereits bei der Anmeldung bezahlte Anmeldegebühr. Wieder waren einige Anrufe nötig um die Sache zu klären.

Das "Dienstleistungsunternehmen des öffentlichen Rechts", das AMS wurde für seinen Webauftritt ausgezeichnet. Die Startseite ist eine ausgewachsene Unordnung: Sperrige Wortschöpfungen verweisen langatmig auf einzelne Services, die jeweils ihren eigenen Gesetzen folgen. Einfach den Job eingeben und Suchen spielt es nicht. Es gibt nicht eine Jobsuche, sondern zwei. Die Schnellsuche ist da dabei gar nicht mitgezählt, da diese lediglich auf die erste Suchmöglichkeit verweist. Jede der Möglichkeiten erfordert ein gutes Gespür im Umgang mit Web-Formularen. Zusätzlich wird auf ein europäisches Portal verwiesen. Parallel dazu kann auch der "@Job-Room für BewerberInnen" auf europäischer Ebene suchen, hat jedoch nur 238 Stellen mit Vollbeschäftigung anzubieten. Die Information zu einem Beruf muss aus mehreren Quellen zusammengetragen werden: dem Berufslexikon, dem Berufsinformationssystem und dem Qualifikations-Barometer. Welches Services warum nützlich ist, lässt sich nicht so einfach sagen. Der Wildwuchs an Einzelprojekten lässt die Bedürfnisse des Menschen außer Acht. Die Webseite kreist um sich selbst, ein "Web gewordenes Amt des Schreckens", wie einer der Juroren meint.

Die ÖBB bekommen den Publikumspreis, da sie als einziges Unternehmen in allen vier möglichen Kategorien nominiert wurden. Ihr Fahrkartenautomat in der Kategorie Geräte, ihre Fahrplanauskunft "SCOTTY mobil" am Handy iPhone in der Kategorie Software, ihre Homepage in der Kategorie Websites und ein Schalterbeamter in der Kategorie Kundenservice.

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