Gastkommentar: Die Spuren im Sand Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


02.12.2009 * Johannes Bretbacher

Gastkommentar: Die Spuren im Sand

Im Rahmen unzähliger Publikationen und vor Heerscharen von Zuhörern in Podiumsdiskussion werden der gemeinsame Geist und die heile E-Health-Welt beschworen.

Wie in der Geschichte von Gott und einem Leid geplagten Menschen, der in guten Zeiten bei einer Wanderung am Strand hinter sich die Fußspuren von zwei Menschen entdeckt, jedoch in schlechten Zeiten immer nur eine Spur sieht und dem Menschen darauf hin der Zweifel an seiner Gottbeziehung kommt, so kann es auch dem gelernten österreichischen E-Health-Mitarbeiter, der die Ankündigungen und tatsächlichen Maßnahmen der Hauptproponenten (Bund, Sozialversicherungen, Länder) der ELGA-Errichtung erlebt, gehen.

Im Rahmen unzähliger Publikationen und vor Heerscharen von Zuhörern in Podiumsdiskussion werden der gemeinsame Geist und die heile E-Health-Welt beschworen. Geht es aber dann um die tatsächliche Umsetzung, geht es um die Vereinbarung von gemeinsamen Grundlagen oder auch nur um ein Zugeständnis zugunsten eines Vertragspartners verlieren sich Gemeinsamkeit und Engagement. Der Tatendrang erlahmt und Maßnahmen werden auf die lange Bank geschoben.

Dies ermöglicht dann falschen Propheten unter Hinweis auf entgangenen Nutzen eine Beschleunigung im Alleingang und unter Missachtung aller vereinbarten Standards einseitig und ohne Rücksicht auf den Investitionsschutz der Systempartner Tatsachen zu setzen. Wiederum ist nur eine Spur im Sand zu sehen, dies aber nicht, weil einer gerne die Last des anderen mitträgt, sondern weil halt auch nur einer in diese (falsche) Richtung weiter marschiert ist.

Bei aller Anstrengung gelingt es auch den anderen Parteien bei der Verfolgung ihrer Himmelsrichtungen nicht mehr, den oder die anderen einzuholen. Hier und zuallererst sind die Spitzen der Politik und der Sozialpartner gefordert, eine gemeinsame einheitliche Richtung vorzugeben. Selbst wenn diese nicht genau die optimale und beste Alternative darstellt, so ermöglicht sie trotzdem einen gemeinsamen Weg, wenn auch vielleicht in unterschiedlicher Geschwindigkeit.

Passiert dann in irgendeiner fernen Zukunft das heute Unmögliche (ein Wunder), in dem tatsächlich ein Beteiligter einen Nachteil auf sich nimmt, um dem Ganzen und insbesondere dem Bürger und Patienten zu dienen, entsteht ein echter Vorteil (ein Fortschritt), dann wird E-Health Wirklichkeit und Nutzen entsteht dem, den es angeht.

Bis dahin wird jeder seinen »Spaziergang« am Strand fortsetzen, die »heile Natur« genießen und die Möglichkeiten eines gemeinsamen Höheren gar nicht vermissen.

*Johannes Bretbacher ist Direktor der Gesundheitsinformatik der OÖ. Gesundheits- und Spitals AG.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema


Hosted by:    Security Monitoring by: