Johann Grafl, Plaut AG: "Wirklich große Rollouts gab es selten, aber 2010 wird wieder besser" Detail - Computerwelt

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16.12.2009 Manfred Weiss

Johann Grafl, Plaut AG: "Wirklich große Rollouts gab es selten, aber 2010 wird wieder besser"

Die Plaut AG konnte im dritten Quartal des heurigen Geschäftsjahres trotz anhaltender Investitionszurückhaltung der Unternehmen einen Umsatz von 6,4 Millionen Euro erzielen. Im Vergleich zu den zwei vorangegangenen Quartalen konnte damit der Umsatz klar gesteigert werden.

Vorstand Johann Grafl spricht im Computerwelt-Interview über die Krise und wie sich das Unternehmen auf die Zeit danach vorbereitet.

Computerwelt: Sie haben im dritten Quartal dieses Jahres wieder zugelegt. Ist die Wirtschaftskrise nun vorüber? Johann Grafl: Wir hoffen das natürlich, aber sicher wissen und behaupten kann das niemand.

Wie hat sich die Krise in den Plaut-Regionen ausgewirkt? Für den DACH-Raum war 2008 bis zum Ende des dritten Quartals ein besonders gutes Jahr. Das vierte Quartal war dann schon von der Krise geprägt, ebenso wie die ersten beiden Quartale heuer. Das lag hauptsächlich daran, dass vor allem große Unternehmen ihre IT-Budgets sehr lange nicht definiert haben, wodurch wir wiederum sehr lange auf Aufträge warten mussten. Das Weniger an Neuprojekten konnten wir in der DACH-Region durch etliche Verbesserungsprojekte bei Bestandskunden ausgleichen.

Und im Osten? In unseren osteuropäischen Niederlassungen war die Situation ähnlich, nur dass die Krise dort später, dafür dann aber auch stärker zu spüren war.

Ist das der Grund, warum heuer keine weiteren Osttöchter gegründet wurden? Ja, denn ursprünglich waren für heuer eine Niederlassung in Bulgarien und/oder eine in der Ukraine geplant. Das haben wir wegen der Krise nicht gemacht. Wir haben uns dafür stärker um die bestehenden Osttöchter gekümmert. Die Eröffnung von weiteren Niederlassungen haben wir uns nun für 2010 vorgenommen.

Welchen Einfluss hatte die SAP-Wartungsgebühren-Diskussion auf das Plaut-Geschäft? Diese Diskussion war sicher nicht hilfreich und zu diesem Zeitpunkt auch völlig unnötig. Die Ankündigung von SAP, die Wartungsgebühren zu erhöhen, haben unsere Tätigkeit sowohl bei Bestands- als auch bei Neukunden nicht gerade erleichtert und bedeutete einen wesentlichen zusätzlichen Aufwand für uns.

Ist die Wirtschaftskrise auch hinsichtlich der Größe von Projekten ein Faktor? Ja, das merken wir schon. So werden größere Projekte in den letzten Monaten in Form von kleineren Teilaufträgen vergeben. Wirklich große Rollouts dagegen gab es sehr selten.

Haben sich in dem wirtschaftlich schwierigen Umfeld auch die Anforderungen der Kunden geändert? Ja, da stellen wir eine verstärkte Nachfrage im Produktbereich fest, und zwar im Bereich Rechnungswesen und Controlling. Softwareprodukte für Reporting und Konzerncontrolling sind vermehrt ein Thema.

Folgt Plaut mit dem Produkt »Service Engine« nun diesem Trend? Wir hatten schon immer Produkte. Hier vor allem für mittelständische Betriebe in den Bereichen Baustoffindustrie, Chemie und Pharma. Aber wir haben auch ein Gesamtpaket, das besonders auf die Prozesse und Standards von großen internationalen Rechtsanwaltskanzleien zugeschnitten ist. Und mit der Service Engine haben wir jetzt auch ein Paket für Dienstleistungsunternehmen wie Beratungsfirmen, Wirtschaftstreuhänder, IT-Dienstleister, Facility-Unternehmen und Marketingagenturen. Als eine der Besonderheiten dieser Lösung sehen wir die Möglichkeit der Abrechnung von Mitarbeitern auf Stundenbasis, und zwar unabhängig davon, ob es sich um Angestellte, freie Mitarbeiter oder externe Dienstleister handelt. Für IT-Dienstleister können die Service-Prozesse auf Basis der IT Infrastructure Library (ITIL) aufgesetzt werden. Aufgrund der Tatsache, dass das Paket in das Unternehmenscontrolling integriert ist, hat man jederzeit den Überblick über den Projektstatus und dessen Einfluss auf Ergebnis und Cashflow.

Klingt ja, als hätte Plaut den Software-Wunderwuzzi entwickelt. Nein, Wunderwuzzis haben wir nicht, aber den Vergleich mit anderen Lösungen brauchen wir auch nicht zu scheuen.

Kann man schon sagen, dass Plaut die schwierige Phase relativ gut hinter sich gebracht hat? Ja, ich glaube, diese Prognose kann ich abgeben; denn ich erwarte auch im vierten Quartal wieder ein gutes Ergebnis, obwohl der Dezember aufgrund der Feiertagsstrukturen üblicherweise das Ergebnis drückt.

Und Ihre Erwartungen für 2010? Ich denke, dass wir das Schlimmste hinter uns haben und es mit der Wirtschaft langsam aber stetig wieder aufwärts gehen wird. Damit wird sich auch unsere Situation wieder verbessern. Allerdings wollen wir uns mit dem Erreichten nicht zufrieden geben und setzen deshalb auf eine weitere Verstärkung des Vertriebs. Aus diesem Grund haben wir bereits im dritten Quartal weitere Vertriebsressourcen für den lokalen aber auch internationalen Verkauf rekrutiert. Damit wir für die besseren Zeiten gut gerüstet sind.

Das Gespräch führte Manfred Weiss.

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