SAP: Kein Stein bleibt auf dem anderen Detail - Computerwelt

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14.01.2010 Rudolf Felser/Alex Wolschann/apa

SAP: Kein Stein bleibt auf dem anderen

Der Software-Hersteller SAP hat im Krisenjahr 2009 wegen des weltweiten Sparkurses der Unternehmen kräftige Nachfrageeinbußen wegstecken müssen.

Der um Wechselkurseffekte bereinigte Verkaufserlös mit Software-Lizenzen und Wartung gab aber mit minus fünf Prozent auf 8,2 Mrd. Euro nicht so stark nach wie zuletzt befürchtet, wie SAP in Walldorf bei Heidelberg mitteilte.

In Aussicht gestellt hatte SAP zuletzt einen Rückgang der Erlöse aus dem Lizenz- und dem Wartungsgeschäft um sechs bis acht Prozent bei konstanten Wechselkursen. Bisher waren bei SAP jährlich prozentual zweistellige Zuwächse an der Tagesordnung gewesen. Nach einem drastischen Sparkurs beim Personal und bei den Betriebsausgaben erreichte SAP im zurückliegenden Jahr eine operative Rendite von rund 27,5 (2008: 28,2 Prozent), wobei Wechselkurseinflüsse außer Betracht blieben.

Prognostiziert hatte der vor allem mit Oracle konkurrierende Software-Anbieter eine operative Marge zwischen 25,5 und 27 Prozent.

FLEXIBILITÄT IST TRUMPF Mit den Veränderungen bei SAP ist es aber noch lange nicht vorbei: Das Unternehmen hat heute angekündigt, Teile der Vorstandsbereiche neu ausrichten zu wollen. Nachdem die Integration von BusinessObjects erfolgreich abgeschlossen wurde, passt SAP nun die Organisationsstruktur an, um Kundenanforderungen effektiver in Produktentwicklungen einzubringen und den Kunden die richtigen Lösungen früher zur Verfügung zu stellen.

Dementsprechend führt SAP den Vorstandsbereich "Industry and Solution Management" unter der Leitung von John Schwarz ein. Der Bereich soll die Anforderungen des Marktes schneller in künftige Lösungen für die einzelnen Branchen umsetzen. Außerdem führt SAP den Vorstandsbereich "Product Design and Development" unter der Leitung von Jim Hageman Snabe ein, um skalierbare Innovationen zu entwickeln und hervorragende Produkte schneller zur Marktreife zu bringen.

"Wir wollen unseren Kunden die richtigen Innovationen und Lösungen in viel kürzeren Zyklen zur Verfügung stellen. Durch die neue Aufstellung können wir das Feedback der Kunden früher einbringen und die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens vereinfachen. So wollen wir unsere Marktführerschaft weiter ausbauen und unsere Strategie, nachhaltig zu wachsen, umsetzen", sagte Léo Apotheker, Vorstandssprecher der SAP. Die Organisationsänderungen sollen im April 2010 wirksam werden.

Darüber hinaus hat Bill McDermott, President Global Field Operations und Mitglied des SAP-Vorstands, der für alle kundenbezogenen Aktivitäten weltweit verantwortlich ist, folgende Änderungen in seinem Führungsteam beschlossen: Steve Watts leitet die Region Asien-Pazifik/Japan (APJ) und ersetzt Geraldine McBride, die das Unternehmen verlassen wird. Steve Watts verfügt über eine zwanzigjährige Erfahrung in führenden Positionen in der Softwareindustrie und agierte in den letzten beiden Jahren als COO der Region APJ.

Michael Kleinemeier übernimmt die Region Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) als Managing Director. Er folgt auf Volker Merk, der von seiner aktuellen Position zurückgetreten ist und ein Sabbatical nimmt. Michael Kleinemeier kehrt nach zwei Jahren zu SAP zurück und verfügt über umfassende Branchen- und Managementkenntnisse. Er war in mehreren leitenden Positionen bei SAP tätig, u.a. im Vertrieb, Consulting und Training. Er war außerdem Managing Director der SAP Deutschland AG & Co KG sowie Präsident der Region Europe Middle East & Africa (EMEA) Central.

Um den weltweiten Fokus der SAP weiter zu stärken und das Wachstum in den Regionen DACH und Japan weiter voranzutreiben, werden Michael Kleinemeier und Garrett Ilg, President von SAP Japan, direkt an Bill McDermott berichten.

Darüber hinaus wird Indien künftig in die Region EMEA unter der Leitung von José Duarte, President of EMEA and India, integriert. In der neuen Region EMEA und Indien erwartet SAP bessere Wachstumschancen aufgrund der natürlichen Handelsströme und Synergien zwischen Indien, dem Nahen Osten und Europa. Neuer Managing Director von SAP Indien wird Peter Gartenberg, der den im letzten Jahr verstorbenen Ranjan Das ersetzt. Gartenberg war zuletzt COO von SAP Indien und berichtet direkt an José Duarte.

"Ich möchte Geraldine McBride und Volker Merk für ihr langjähriges Engagement und die Leitung der Regionen APJ und DACH danken. Ihr hervorragender Einsatz bei unseren Kunden brachte große Erfolge in diesen beiden Schlüsselmärkten", sagte Bill McDermott. "Mit dem neuen Management-Team und der neuen Struktur sind wir gut aufgestellt, nachhaltig zu wachsen und die Strategie der SAP erfolgreich umzusetzen."

DIE UNENDLICHE SUPPORT-GESCHICHTE Doch damit nicht genug: SAP hat heute außerdem bekannt gegeben, dass das Unternehmen allen Kunden weltweit ein neues, gestaffeltes IT-Support-Modell anbieten will. Im Rahmen des Angebots werden Kunden zwischen den beiden Optionen SAP Enterprise Support und SAP Standard Support wählen können. Darüber hinaus hat SAP angekündigt, die Preisobergrenzen für die Supportvergütung für 2010 für bestehende SAP-Enterprise-Support-Verträge auf dem Niveau von 2009 zu belassen. Verträge mit einer Supportvergütung unter der für das Jahr 2009 festgesetzten Preisobergrenze können gemäß den Regelungen des jeweiligen Vertrages jedoch trotzdem Preiserhöhungen unterliegen.

"Das gestaffelte Modell erlaubt den Kunden, ihr bevorzugtes SAP-Support-Modell zu wählen", so Nils Niehörster, Industrieanalyst von RAAD Research. "Durch das Angebot verschiedener Support-Optionen, die Vereinfachung des Preismodells und die Planungssicherheit für die IT-Budgets hilft SAP den Kunden, eine Entscheidung zu treffen, die genau auf ihre Geschäftsanforderungen zugeschnitten ist."Ob das die vielen SAP-Anwenderunternehmen, die mit den Veränderungen der Supportstrategie der Walldorfer bislang nicht einverstanden, ebenfalls so sehen, ist zumindest zweifelhaft. Wenn SAP auch ein paar positive Kundenfeedbacks vorzuweisen hat.

"Die Idee, dass Kunden ein Support-Angebot wählen können, das am besten ihren individuellen Anforderungen entspricht, ist richtungsweisend im Bereich der Unternehmenssoftware und bietet Unternehmen vor allem in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage einen großen Vorteil", sagt Pierre Boucher, Vice President Systems & Ops beim SAP-Kunden Peerless Clothing einer Aussendung von SAP zufolge. "SAP Enterprise Support bringt uns Vorteile, die langfristig Mehrwert für unser Geschäft schaffen."

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