Infineon verklagt US-Chipfirma Volterra Detail - Computerwelt

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26.01.2010 apa/Rudolf Felser

Infineon verklagt US-Chipfirma Volterra

Der Halbleiterkonzern Infineon verklagt den US-Chiphersteller Volterra im Streit um Patentrechte. Beim Bezirksgericht in Delaware fordere Infineon Schadenersatz wegen vorsätzlicher Patentverletzung.

Die Amerikaner hätten mit Halbleiterkomponenten für die Stromversorgung von Computerprozessoren gegen US-Schutzrechte der Bayern verstoßen, teilte das Unternehmen mit. Dem Rechtsstreit geht eine Auseinandersetzung vor einem kalifornischen Gericht voraus, in der Volterra seinerseits Infineon die Verletzung von Patenten vorwirft. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Derartige Auseinandersetzungen um geistiges Eigentum sind (nicht nur; siehe "Dicke Luft bei Motorola und RIM") in der Halbleiterbranche durchaus üblich. Sie enden in aller Regel mit Vergleichen.

Im Gerangel um den Vorsitz im Aufsichtsrat von Infineon haben sich unterdessen die beiden Kandidaten in Position gebracht. Während der Auserwählte des Chipherstellers, Klaus Wucherer, den eingeleiteten Umbau vorantreiben und den Konzern international ausrichten will, setzt der von einer Investorengruppe ins Rennen um den Chefposten im Kontrollgremium geschickte Willi Berchtold auf Kontinuität.

"Ich stehe nicht für eine Zerschlagung, sondern für eine langfristig erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens", erklärte Berchtold dem "Spiegel". Unterdessen forderte Wucherer nach einem Vorabbericht der Zeitung "Die Welt", dass Infineon "noch schlanker, kostengünstiger" werden muss. "So wirklich überm Berg ist Infineon dann, wenn wir langfristig richtig Geld verdienen."

Ein Machtkampf zwischen dem Management eines Konzerns und einer Aktionärsgruppe um den Vorsitz im Kontrollgremium ist in Deutschland sehr ungewöhnlich. Eine Investorengruppe um den britischen Finanzinvestor Hermes stößt sich an Ex-Siemens-Vorstand Wucherer, den der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrates als Nachfolger von Chefkontrolleur Max Dietrich Kley vorgeschlagen hat. Wucherer gehöre bereits seit 1999 dem Aufsichtsrat an und trage somit "für dessen Arbeit und Entscheidungen erhebliche Mitverantwortung", hatte Hermes-Pensionsfond-Chef Nigel Labram in seinem Antrag betont.

Für einen wirklichen Neuanfang bei dem Halbleiterhersteller, der sich nach einer schweren Krise inzwischen wieder in ruhigerem Fahrwasser befindet, sei insbesondere auch eine Erneuerung an der Spitze des Kontrollgremiums nötig. Daher will die Investorengruppe auf der Hauptversammlung am 11. Februar den Finanzvorstand des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen für die Position des Chefkontrolleurs vorschlagen.

PERSONALQUERELEN Wucherer entgegnete, dass ein Neuanfang doch längst gemacht worden sei. "Umbau und Erneuerung des Unternehmens sind in vollem Gange. Ausgliederung von Qimonda, Verkauf von Lantiq und Kostensenkungen sind Resultat des Neuanfangs", sagte er. Der Weg weiterer operativer Fortschritte und des Margenwachstums müssten nun kontinuierlich fortgesetzt werden. "Dazu brauchen wir jetzt keine destabilisierenden Personalquerelen." Wucherer zeigte sich zuversichtlich, "dass der Vorschlag des Aufsichtsrats, mich zu wählen, angenommen wird". "Ich mache mir keine Sorgen." Am 29.Jänner will Infineon-Chef Peter Bauer die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 präsentieren.

Infineon ist auch in Österreich vertreten. Die Firma beschäftigt hierzulande rund 2.550 Mitarbeiter (Stand 30. September 2009), davon circa 960 in Forschung und Entwicklung. Der Sitz von Infineon Österreich ist in Villach. (apa)

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