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08.02.2010 apa

Gigaset: Verluste durch Restrukturierungskosten

Belastet von hohen Restrukturierungskosten hat der Hersteller von Schnurlos-Telefonen, früher eine Siemens-Tochter, im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben.

Es wird 2009 einen Verlust gegeben haben, Gigaset ist noch negativ, sagte der Chef von Gigaset-Haupteigentümer Arques, Hans Gisbert Ulmke. Arques, eine auf Sanierungsfälle spezialisierte Beteiligungsgesellschaft, hatte Ende Jänner für Gigaset nach vorläufigen Zahlen einen operativen Gewinn von 33 Mio. Euro ausgewiesen und damit den eigenen Aktienkurs in die Höhe getrieben. In den Zahlen waren aber keine Kosten für den Konzernumbau enthalten, die nun deutlich zu Buche schlagen.

Hinter den Kulissen spitzt sich unterdessen der Streit zwischen Arques und dem Minderheitseigentümer Siemens zu. Arques hält gut 80 Prozent an Gigaset und will im Herbst eine Option ziehen, um Siemens die restlichen Anteile abzunehmen. Allerdings streiten sich beide Seiten vor einem Schiedsgericht über den Kaufpreis und die finanzielle Ausstattung von Gigaset.

Mehrere mit der Situation vertraute Personen aus dem Umfeld von Gigaset sagten, Arques verweigere Gigaset das nötige Geld, um den Umbau, der auch einen Personalabbau von weiteren rund hundert Stellen vorsieht, vorantreiben zu können. Mittel für Abfertigungen stünden nicht zur Verfügung. Damit liege die Restrukturierung de facto auf Eis. Ulmke widersprach: Arques werde Gigaset unterstützen, wenn Gelder benötigt würden. Dies sei derzeit nicht Fall. Gigaset könne den Umbau selbst finanzieren. Gigaset und Siemens wollten sich nicht äußern.

SIEMENS VERÄRGERT Bei der früheren Gigaset-Mutter Siemens wächst inzwischen der Groll: Konzernkreisen zufolge prüfen Juristen, ob Siemens sein restliches Anteilspaket, das Arques ziehen will, überhaupt herausgeben muss. Aus Sicht des Dax-Konzerns hat Arques gegen Vereinbarungen im Kaufvertrag verstoßen. Dabei geht es etwa um den Preis. Arques hat die erste Tranche in Höhe von 15 Mio. Euro nicht überwiesen, weil Siemens aus Arques-Sicht die Hälfte erlassen und die andere Hälfte gestundet hat. Siemens sieht das anders und will sein Geld.

Zudem besteht Siemens darauf, dass Arques Gigaset einen Restrukturierungsbeitrag von knapp 20 Mio. Euro zur Verfügung stellt. Im Gigaset-Umfeld hieß es, der Verlust 2009 zehre an der ohnehin schon dünnen Kapitaldecke. Ulmke beteuerte dagegen, Gigaset habe kein Finanzproblem. Nach den Regeln der internationalen Rechnungslegung belaufe sich das Eigenkapital des Telefon-Konzerns auf 35 bis 40 Mio. Euro. Dies sei ausreichend. (apa)

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