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23.02.2010 apa/Rudolf Felser

Aus TA und Mobilkom wird A1 Telekom Austria

Telekom Austria fusioniert wie erwartet die Festnetz- mit der Mobilfunksparte. Die Zusammenführung soll noch 2010 über die Bühne gehen, das neue Unternehmen wird nach der rechtlichen Verschmelzung A1 Telekom Austria heißen.

Den zukünftigen Vorstand der A1 Telekom Austria bilden Hannes Ametsreiter (CEO/CCO, derzeit CEO von Mobilkom und TA),Dino Dogan (Chief Integration Officer, derzeit CFO der Mobilkom) bis zum Abschluss der Integration, Walter Goldenits (Chief Technology Officer, derzeit CTO der TA) und Siegfried Mayrhofer (Chief Financial Officer, derzeit CFO der Telekom).

Im Zuge der Zusammenlegung des Österreichgeschäftes wird die bisherige Finanzholding durch die Integration der Mobilkom Austria Group Services (die bestehende Serviceeinheit für die Synergien im Mobilfunk) zu einer integrierten Managementholding für Festnetz und Mobilfunk erweitert werden. Hannes Ametsreiter (Group CEO) und Hans Tschuden (Group CFO) werden weiterhin die Telekom Austria als Konzernobergesellschaft leiten. Johann Pichler, derzeit Mobilkom-Vorstand, wird als Group CTO den Holdingvorstand unterstützen. Zusätzlich wird der Vorstand der Telekom Austria Group noch von weiteren Group Officern für die Bereiche HR, Marketing und Finanz unterstützt, deren Aufgabe es sein wird, gruppenweite Synergien zu identifizieren und zu heben. A1 Telekom Austria sowie die internationalen Gesellschaften werden in der neuen Konzernstruktur der Telekom Austria Group direkt als Tochtergesellschaften unterstellt sein.

Ab 2012 soll die Zusammenlegung positive Ergebnisbeiträge und mittelfristig nach weiteren zwei bis drei Jahren eine jährliche Steigerung des Cash Flows im Ausmaß von rund hundert Mio. Euro bringen, teilte die Telekom nach Ende der Aufsichtsratssitzung mit. Morgen, Mittwoch, Vormittag wird die Jahresbilanz 2009 präsentiert. Analysten erwarten einen deutlichen Ergebnisanstieg bei gleichzeitigem leichten Umsatzrückgang.

"Die Zusammenlegung des Festnetz- und des Mobilkommunikationsgeschäftes in einer operativen Gesellschaft soll primär Rahmenbedingungen schaffen, um die steigende Nachfrage nach integrierten Kommunikationslösungen und konvergenten Produkten auf dem österreichischen Markt zu bedienen", hieß es von der Telekom. Außerdem ermögliche die zielgerichtete Steuerung des Vertriebes zusätzliches Umsatzpotenzial durch Cross-Selling. Die Zusammenführung erhöhe weiters die Innovationskraft der Telekom Austria Group und ermögliche "den effizienten Ausbau einer gemeinsamen, zukunftsgerichteten Infrastruktur sowie die Nutzung von Synergien in internen Prozessen", wurde betont.

BETRIEBSRAT VERLANGT GARANTIE Die Personalvertretung der TA hat die Fusion im Aufsichtsrat abgelehnt. "Wir verlangen eine Betriebsvereinbarung zur Absicherung aller Arbeitsplätze im neuen fusionierten Unternehmen über 2010 hinaus. Weil wir dafür vom Vorstand bis zum heutigen Beschluss keine fixe Zusage erhalten haben, haben wir in der Aufsichtsratssitzung gegen die Fusion gestimmt", erklärte Markus Hinker, Vorsitzender der Personalvertretung nach der Sitzung.

Es gehe auch anders: Das Beispiel der Schweizer Swisscom hätte gezeigt, dass eine Fusion von Festnetz und Mobilfunk grundsätzlich Sinn machen kann. Die Swisscom hat ihre Bereiche 2006 zusammengeführt, dadurch neue konvergente Produkte entwickelt und den Umsatz um zehn Prozent erhöht. Allerdings habe Swisscom die Arbeitsplätze ihrer 16.000 Schweizer Mitarbeiter durch diese Maßnahmen abgesichert statt dadurch Jobs einzusparen. "Eine solche Vorwärtsstrategie haben wir auch von unserem Vorstand verlangt. Uns geht es um eine Arbeitsplatzgarantie für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Unternehmen - Telekom und Mobilkom", so Hinker.

Positiv wertet die Personalvertretung, dass der Vorstand in den vergangenen Tagen Bereitschaft signalisiert hat, über die Betriebsvereinbarung zu verhandeln. "Wir setzen jetzt nach unserem klaren Nein im Aufsichtsrat auf die weiteren Gespräche. Wenn die Interessen der Belegschaft bei der Fusion nicht gewahrt sind, werden wir uns aber klar dagegen zur Wehr setzen", betont der Vorsitzende der Personalvertretung.

HOHER PERSONALAUFWAND Unter dem Dach der Telekom Austria Group werken zwei Teilgesellschaften, die zwar beide Telefondienste anbieten, sonst aber historisch gewachsen sehr unterschiedlich sind. Am signifikantesten ist dies am Personalaufwand ersichtlich. Er betrug 2008 im Festnetzsektor 1,186 Mrd. Euro, während er im Mobilfunk gerade mal 267 Mio. Euro betrug. Und das bei nahezu gleicher Beschäftigtenzahl (Festnetz: 8.571, Mobilkom: 8.363).

Wobei die Mobilkom stark in Osteuropa vertreten ist, wo deutlich niedrigere Löhne gezahlt werden. Gleichzeitig ist der Anteil an unkündbaren Beamten im Festnetz besonders hoch. Insgesamt sind gut ein Drittel der Mitarbeiter des Telekomkonzerns (Festnetz wie Mobilfunk) beamtet. Der hohe Beamtenstand kommt noch aus Monopolzeiten, mittlerweile hält der Staat nur noch 27 Prozent und das Unternehmen notiert an der Wiener Börse.

2008 wurde der Mitarbeiterstand des Konzerns um 3,8 Prozent oder 674 Personen auf 16.954 reduziert. Im Festnetz gab es einen Rückgang von 10,7 Prozent, bei der Mobilkom einen Anstieg von 4,4 Prozent. Trotz Personalreduktion in der Festnetzsparte stieg der Personalaufwand (inklusive Sozialleistungen und Abgaben) hier nicht zuletzt wegen Rückstellungen für Sozialprogramme um sagenhafte 112 Prozent. Im Mobilfunk hingegen gab es lediglich einen Anstieg von 13 Prozent.

Als Begründung für die steilen Anstieg der Aufwendungen im Festnetz heißt es im Geschäftsbericht 2008: "Exklusive dieses zusätzlichen Restrukturierungsaufwandes (für dienstfreigestellte Mitarbeiter und Sozialpläne, Anm.) wäre der Personalaufwand (...) um 1,0 Prozent auf 554 Mio. Euro gesunken." (apa/rnf)

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