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03.03.2010 Alex Wolschann/Christof Baumgartner/apa

SIS-Ausgliederung ohne weiteren Jobverlust geplant

Siemens plane die Ausgliederung der Softwaresparte SIS ohne weiteren Jobabbau, sagte Unternehmenssprecher Harald Stockbauer. Der Betriebsrat hat am Dienstag eine Streikfreigabe beantragt, weil er eine "Zerlegung" einzelner Bereiche von SIS vor der Ausgliederung befürchtet.

Im Arbeitskonflikt bei der Siemens-Softwaresparte in Österreich droht die Arbeitsniederlegung. Der Betriebsrat habe die Freigabe des Streiks beantragt, heißt es in einer Aussendung der Belegschaftsvertretung.

Für Konfliktstoff sorgt die Ausgliederung des IT- und Softwareentwicklungsbereichs SIS (IT-Solutions and Services), "unbestätigten Informationen zu Folge werden einzelne Bereiche der SIS noch vor der Ausgliederung zerlegt", so der Betriebsratsvorsitzende SIS CT, Ataollah Samadani. Massive Kündigungen würden befürchtet, dies werde von den Verantwortlichen weder bestätigt noch dementiert. Bisher habe die Unternehmensleitung keine zukunfts- und arbeitsplatzsichernden Geschäftsmodelle vorlegen können, wie sie mehr als 1.600 Beschäftigte bei der Betriebsversammlung am 24. Februar forderten, kritisiert der Betriebsrat.

Möglicherweise würden die Verantwortlichen noch auf Anweisungen des Stammhauses in Deutschland warten, wie die 2.500 ausgegliederten Siemensianer nach der Ausgliederung beschäftigt werden sollen. Daher will die Belegschaftsvertretung nun den Generalauftrag der Betriebsversammlung umsetzen. In der heutigen (Mittwoch) Sondersitzung des Betriebsrates wurde beschlossen, bei der Gewerkschaft die Freigabe des Streiks zu beantragen. Ein entsprechendes Schreiben wurde bereits eingebracht. Dazu werden in den nächsten Tagen an allen Wiener Standorten, sowie in Graz, Linz und Salzburg Urabstimmungen durchgeführt, kündigt Samadani an.

SIEMENS DEMENTIERT Siemens plane die Ausgliederung der Softwaresparte SIS ohne weiteren Jobabbau, sagte Unternehmenssprecher Harald Stockbauer auf Anfrage der APA. Die SIS-Ausgliederung ist im Dezember 2009 angekündigt worden.

Stockbauer betonte, dass es bei der SIS-Ausgliederung nur um eine gesellschaftsrechtliche Veränderung gehe. Davon sei SIS weltweit mit rund 35.000 Mitarbeitern betroffen - in Österreich sind es 2.500 Beschäftigte. Welche Gesellschaftsform das Unternehmen dann haben wird sei noch offen, sagte Stockbauer. Zieldatum sei jedenfalls der 1. Juli, wie Siemens-Chef Peter Löscher bei der Bilanzkonferenz angekündigt hatte. Das neue Unternehmen solle eine hundertprozentige Tochter von Siemens werden. Bei Siemens Österreich werde das Thema beim Aufsichtsrat am 12. März wieder zur Sprache kommen. Details seien nicht beschlossen und könnten deshalb nicht kommuniziert werden.

Ataollah Samadani kritisiert hingegen, dass massive Kündigungen vom Unternehmen weder bestätigt noch dementiert würden. Laut einem Brief der SIS-Führungskräfte, der der APA vorliegt, werden die Aussagen des Betriebsrats "mit großer Sorge" betrachtet. Grundsätzlich bekenne sich das Management zur Zusammenarbeit mit der Personalvertretung. Bei Aussagen, dass Teile der SIS gezielt in den Konkurs getrieben würden, sei aber "die Grenze zur Schädigung unseres Geschäfts überschritten".

Unabhängig davon hat Siemens Österreich bereits im Juni 2009 die Streichung von 632 Stellen bei SIS beschlossen. Dieser Jobabbau war zu Jahresbeginn 2010 zur Hälfte umgesetzt. Nach heftigen Protesten der Arbeitnehmervertreter wurden dem Vernehmen nach großzügige Sozialpläne vereinbart. (aw/cb/apa)

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