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04.03.2010 Rudolf Felser

Greenpeace steigt Samsung aufs Dach

Eine Gruppe internationaler Greenpeace-Aktivisten hat gestern Früh auf dem Bürogebäude der Benelux-Zentrale des koreanischen Elektronik-Riesen Samsung in Brüssel protestiert.

Vom Dach des Hauses aus entrollten sie zwei riesige Transparente mit der Aufschrift "Samsung = Broken Promises", womit sie das Unternehmen ermahnten, seine bereits vor geraumer Zeit getroffene Zusage zum Verzicht auf besonders gefährliche Chemikalien endlich einzuhalten.

Im Juni 2004 hatte Samsung als erste Elektronikfirma angekündigt, bei der Herstellung neuer Produkte auf Polyvinylchlorid (PVC) und bromierte Flammschutzmittel (BFR) zu verzichten. 2006 verpflichtete sich der Hersteller schließlich, BFR bis Anfang 2010 zur Gänze aus seinen Produkten zu verbannen. Und im Jahr 2007 wurde versprochen, bis Ende 2010 kein PVC mehr einzusetzen. Mit diesen beiden Ankündigungen konnte Samsung auch seine Reihung im etablierten Greenpeace-Ratgeber "Grüne Elektronik" deutlich verbessern.

"Die Stellungnahmen von Samsung haben sich bislang leider als leere Versprechungen erwiesen", bedauert Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin von Greenpeace. "Damit hat das Unternehmen nicht nur sein Gesicht verloren, sondern ist auch weit hinter andere Produzenten wie Apple, HP, Nokia und Sony Ericsson zurückgefallen - die alle seit einiger Zeit schon unter Beweis stellen, dass ein Ausstieg aus diesen gefährlichen Substanzen durchaus möglich ist", berichtet Sprinz.

Ein Unternehmen, das seine selbst gesteckten Fristen nicht einhält, setze das Vertrauen seiner Kunden aufs Spiel, die sich letztlich zu Recht von Samsung getäuscht fühlen müssten, so Greenpeace in einer Aussendung. Falls es beim Ausstieg aus den gefährlichen Chemikalien zu begründeten Verzögerungen komme, müssten die - unter Angabe ebendieser Gründe - auch klar kommuniziert werden. Andere Hersteller, die im Greenpeace-Ratgeber unter die Lupe genommen wurden, seien diesen Erfordernissen nachgekommen - einige sogar schon ein Jahr vor Ablauf der gesetzten Frist. Samsung ließ die Konsumenten hingegen Greenpeace zufolge noch wenige Wochen vor dem angekündigten Ausstieg im guten, leider aber falschen, Glauben - und das nur, um mit dieser Hinhalte-Taktik einen Punkteverlust im Greenpeace-Ranking zu verhindern.

"Bei Mobiltelefonen und Computern hinkt Samsung anderen führenden Herstellern weit hinterher, kommt doch kein einziges der angebotenen Geräte ohne gefährliche Chemikalien aus", führt Claudia Sprinz aus. "Sollte hinter den grünen Absichten also tatsächlich ein echter Wille stehen, muss Samsung spätestens jetzt mit Unternehmen wie Nokia, Sony Ericsson und Apple gleichziehen. Die Konsumenten interessieren sich nämlich zunehmend für die Auswirkungen der von ihnen erstandenen Produkte auf die Umwelt. Und die Firmen, die diesem Wunsch nachkommen, leisten nicht nur einen wesentlichen Beitrag für die Gesundheit und die Umwelt, sondern haben damit auch einen klaren Marktvorteil gegenüber ihren Mitbewerbern", erklärt Claudia Sprinz abschließend. (pi/rnf)

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