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10.03.2010 Alex Wolschann/apa

Privatkunden sollen Fortbestand der CeBIT sichern

Mit einen völlig neuen, auf Privatkunden fokussierten Konzept will die CeBIT 2011 wieder kräftig wachsen. Schon in den vergangenen Jahren sorgte die Ausrichtung für Diskussionen, viele heimische Unternehmen glänzten heuer indes mit Abwesenheit.

Nach dem Schrumpfkurs der vergangenen Jahre und einem heftigen Richtungsstreit sind nun die Weichen für die künftige Struktur der immer noch weltgrößten IT-Messe gestellt. Die CeBIT soll übersichtlicher werden. Und: Die Messe-Macher wollen wieder stärker auf die privaten IT-Nutzer zugehen. Mit dem neuen Konzept soll die Talfahrt der CeBIT gestoppt werden. »Wir greifen an«, sagte Messe-Vorstand Ernst Raue in Hannover zum Abschluss der diesjährigen CeBIT, bei der die Zahl der Aussteller erneut gesunken war. Angaben zur Gesamtzahl der Besucher gab es zunächst nicht. Bis zum Freitagabend stiegen die Besucherzahlen zwar um drei Prozent – allerdings war die Besucherzahl 2009 drastisch um knapp 20 Prozent auf rund 400.000 zurückgegangen.

CONSUMER EROBERN CEBIT Kern der neuen CeBIT ab 2011 sind vier Säulen: »CeBIT Pro« für Business-Anwender, »CeBIT Gov« für die öffentliche Hand, »CeBIT Lab« für Forschungseinrichtungen und Institute und »CeBIT Life« für die Internetwelt und Privatkonsumenten. »Wenn es dann noch gelingt, die Toptrends wie das mobile Internet und Cloud Computing frühzeitig aufzugreifen, kommt die CeBIT wieder auf den Wachstumspfad«, sagte der Präsident des IT-Verbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer. Seit Jahren bereits basteln Messe und Aussteller an einem grundlegenden Umbau der CeBIT. Die Kernfrage: Welche Rolle sollen die Privatverbraucher spielen? Die CeBIT solle künftig überwiegend eine »Profimesse« mit Fachbesuchern sein, drängt eine Seite der Aussteller. Die andere Seite dagegen betont, die Hightech-Branche wachse zunehmend zusammen, die verschiedenen Welten vernetzen sich immer mehr, dazu gehören auch die Privatkonsumenten. Diese Sichtweise setzte sich dann schließlich durch, wie Brancheninsider berichteten.

»Die Verbraucher setzen zunehmend Trends und Themen«, sagte Messe-Vorstand Raue. »Wenn wir das nicht aufgreifen, würden wir uns die Zukunft abschneiden.« Scheer verwies darauf, dass die Branche ein Drittel des Umsatzes mit Privatkunden macht. Außerdem seien im Web 2.0 viele Menschen Anwender und Produzenten zugleich – indem sie zum Beispiel neue Anwendungen für Multimedia-Handys entwickeln oder Fotos und Texte ins Netz stellen. »Es ist wichtig, dass die Messe sich wieder neu erfindet.«

Mit der neuen Struktur werde es im nächsten Jahr einen »deutlichen Umschwung« geben, lautet nun die Hoffnung hinter den Kulissen. Denn für die nun gefundene »kombinierte Lösung« – sowohl Fachbesucher als auch Privatkonsumenten – sei die CeBIT die einzige Plattform. Spannend dürfte vor allem sein, wie sich die neue Sparte »CeBIT Life« darstellt und wie sie vom Publikum angenommen wird. Mit einer »CeBIT Home«, einer verbraucherorientierten Multimedia-Messe, hatte die Deutsche Messe Ende der 90er-Jahre allerdings Schiffbruch erlitten – das Besucherinteresse war schwach.

AUFBRUCHSSTIMMUNG »Die CeBIT hat die Aufbruchstimmung in der Branche weiter verstärkt«, kommentierte Scheer. »Viele Aussteller fahren mit guten Aufträgen und hohen Erwartungen an das Nach-Messe-Geschäft nach Hause. Die CeBIT hat der IT- und Kommunikationsbranche genau den Schub gegeben, den sie nach der Wirtschaftskrise braucht.« Der Investitionsstau bei IT-Lösungen für Unternehmen löse sich allmählich auf, ist sich Scheer sicher.

Neben den Messeschwerpunkten mobiles Internet, Super-Breitband, Cloud Computing, Web 2.0 und Sicherheit spielten auch Umweltschutz und Green IT, Energieversorgung, E-Government und die Vernetzung im Gesundheitswesen eine Rolle. Das Leitthema »Connected Worlds« machte deutlich, das Hightech-Lösungen längst verschiedenste Lebensbereiche durchdrungen haben. »Diese CeBIT war ein Zukunftskongress für das Leben und Arbeiten von morgen«, so Scheers Fazit.

WENIG INTERESSE AUS ÖSTERREICH Wie auch im vergangenen Jahr sind heuer nur rund 40 österreichische Aussteller auf der CeBIT vertreten. In den Jahren 2001 und 2002 präsentierten sich noch mehr als 80 österreichische Betriebe in Hannover dem Publikum. »Besonders im Software-Bereich wäre mehr möglich gewesen, aber die heimischen Unternehmen gehen lieber mit den Branchengrößen zusammen auf die Messe. Bei Microsoft tummeln sich wahrscheinlich 200 Betriebe am Stand. Dadurch verlieren sie aber ihre Identität«, erklärt Wolfgang Weninger, Repräsentant der CeBIT in Österreich. Geplant gewesen sei außerdem ein Gemeinschaftsstand mit der Fachgruppe Unternehmensberatung und IT der Wirtschaftskammer Österreich mit den Schwerpunkten E-Government, IT-Sicherheit und Open Source. »Der ist aber leider nicht zustande gekommen«, so Weninger.

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