TA stellt sich neu auf Detail - Computerwelt

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10.03.2010 Christof Baumgartner

TA stellt sich neu auf

Die Umsätze der Telkos sinken und verlangen von den Unternehmen neue Strategien. Die TA folgt mit der Zusammenlegung der Bereiche Mobilfunk und Festnetz dem internationalen Trend.

Der Preiskampf unter den vier heimischen Mobilfunkbetreibern wird zwar bereits seit einigen Jahren mit großer Härte geführt, an den Marktanteilen hat das aber wenig geändert. In den vergangenen drei Jahren legte der Marktführer Mobilkom Austria (inklusive Bob) von 38 auf 42 Prozent Marktanteil zu. Verfolger T-Mobile (inklusive Telering) hingegen verlor fünf Prozentpunkte und lag Ende 2009 bei 31 Prozent. Orange (inklusive Yesss) baute leicht von 22 auf 20 Prozent Marktanteil ab und Hutchison 3G Austria (3) steigerte sich von vier auf sieben Prozent. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Telekom-Regulierungsbehörde RTR hervor. Doch RTR sowie Marktbeobachter gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren ein Betreiber geschluckt wird. Dass der Käufer die Mobilkom Austria sein könnte, schließt RTR-Chef Georg Serentschy aus. Als Übernahmekandidat wird immer wieder Hutchison gehandelt, die jedoch mit der chinesischen Konzernmutter im Rücken von einem Verkauf nichts wissen will.

Dass der heimische Telekommunikationsmarkt nicht endlos ausgepresst werden kann weiß auch Hannes Ametsreiter. »Die Zeit des Wachstums im Mobilfunk in Österreich, aber auch in Zentral- und Osteuropa ist vorbei«, sagt der Chef der Telekom Austria (TA) bei der Präsentation der Bilanz. Das börsenotierte Unternehmen erwirtschaftete im Vorjahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro, das entspricht einem Rückgang von 7,1 Prozent. Der Jahresüberschuss drehte von minus 48,8 auf plus 94,9 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag mit 343,9 Millionen Euro um 185 Prozent über dem Vorjahr – bereinigt gab es ein Minus von 7,6 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich im Jahresvergleich auf 1,7 Milliarden Euro, die Nettoverschuldung reduzierte sich um 9,5 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro.

SINKENDE UMSÄTZE Die gesunkenen Umsätze führt die TA auf niedrigere Erlöse sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz und auf Wechselkursdifferenzen zurück. Es sei aber gelungen, die Kundenanzahl im Mobilfunk um 6,4 Prozent auf 18,9 Millionen zu steigern. Stabilisiert habe sich auch das seit vielen Jahre rückläufige Festnetzgeschäft. Erstmals wurden im vierten Quartal wieder mehr Anschlüsse verkauft, vor allem Breitband- und Bündelprodukte. Auch für 2010 wird ein »schwieriges Marktumfeld« erwartet. Es wird ein Umsatz von 4,7 Milliarden Euro prognostiziert, das Ebitda solle bei 1,6 Milliarden Euro liegen. Beides wäre ein leichter Rückgang gegenüber 2009.

FUSION VON MOBILFUNK UND FESTNETZ Wie erwartet werden die Festnetz- und die Mobilfunksparte noch 2010 zusammengeführt. »Die Kunden wollen alle Dienste und Services aus einer Hand, danach richten wir unsere Zukunftsstrategie aus«, erklärt Ametsreiter. Das neue Unternehmen wird nach der rechtlichen Verschmelzung A1 Telekom Austria heißen. Den zukünftigen Vorstand des Unternehmens bilden Ametsreiter (CEO/CCO), Dino Dogan (Chief Integration Officer), Walter Goldenits (CTO) und Siegfried Mayrhofer (CFO). Im Zuge der Zusammenlegung des Österreichgeschäftes wird die bisherige Finanzholding durch die Integration der Mobilkom Austria Group Services (die bestehende Serviceeinheit für die Synergien im Mobilfunk) zu einer integrierten Managementholding für Festnetz und Mobilfunk erweitert werden. Ametsreiter und Hans Tschuden (Group CFO) werden weiterhin die TA als Konzernobergesellschaft leiten. Johann Pichler, derzeit Mobilkom-Vorstand, wird als Group CTO den Holdingvorstand unterstützen. Zusätzlich wird der Vorstand noch von weiteren Group Officern für die Bereiche HR, Marketing und Finanz unterstützt, deren Aufgabe es sein wird, gruppenweite Synergien zu identifizieren und zu heben. Ab 2014 erwartet Tschuden jährlich Synergien von rund 100 Millionen Euro.

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