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Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


24.03.2010 Christof Baumgartner

Baustelle Siemens

Siemens streicht im Rahmen der Ausgliederung der IT-Sparte SIS mehr Arbeitsplätze als bisher angenommen. In Österreich sind rund 600 Stellen betroffen. Der Betriebsrat verlangt Konzepte.

Die Einschnitte, die Siemens nach einer außerordentlichen Sitzung des Wirtschaftsausschusses ankündigte, fallen deutlich schlimmer aus, als im Vorfeld von der Arbeitnehmerseite erwartet. Von derzeit rund 35.000 weltweiten Stellen sollen bis 2011 etwa 4.200 wegfallen. Im Zuge der Neuausrichtung wird die Softwaresparte SIS (IT-Solutions and Services) zwei Geschäftsbereiche für Outsourcing-Dienste und das branchenorientierte Lösungsgeschäft betreiben. Zurzeit besteht die IT-Sparte noch aus sieben Einheiten.

»Wir wollen SIS auf ein langfristig solides Fundament stellen«, kündigte Christian Oecking an, Interims-CEO von SIS. In Österreich sind in diesem Bereich über 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. »Der Telekombereich wird bei Siemens Österreich angegliedert«, sagte Siemens-Österreich-Sprecher Harald Stockbauer gegenüber Medien. Von diesem Aufsichtsratsbeschluss seien zwischen 500 bis 600 Mitarbeiter bei SIS Software in Österreich betroffen. Die anderen 1.400 bis 1.500 Arbeitnehmer gehen den Angaben zufolge in die Ausgliederung.

STREIK NICHT AUSZUSCHLIESSEN Personalkürzungen sind in Österreich bereits am Laufen. Die Bekanntgabe des Abbaus wurde seinerzeit von heftigen Protesten begleitet. Weitere Maßnahmen zum Stellenabbau würden »im Laufe der nächsten Jahre vorzugsweise über natürliche Abgänge, interne Vermittlungen, jedenfalls aber sozial verträglich durchgeführt werden«, heißt es in einer Mitarbeiterinfo. Die Belegschaft in Österreich soll nun am 8. April Klarheit über ihre Zukunft erhalten.

Der Betriebsrat von Siemens Österreich wird Versammlungen an verschiedenen Standorten abhalten. Wenn die Geschäftsführung ein gutes Konzept für die Mitarbeiter vorlege, könnte aber von einer Arbeitsniederlegung abgesehen werden, sagte der Betriebsratsvorsitzende der Sparte, Ataollah Samadani. »Wenn die Firma aber dabei bleibt was jetzt bekannt ist, dann ist ein Streik nicht aufzuhalten. Es muss was passieren, dass wir unseren Beschluss rückgängig machen«.

In Deutschland sind vor allem die Standorte in München, der Großraum Nürnberg und Paderborn betroffen. Die Kosten für den Abbau, den Siemens »sozialverträglich« über die Bühne bringen will, werden Kreisen zufolge auf einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag veranschlagt.

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