Thomas Kiessling, Bwin: House of Games – Der Kunde steht bei Bwin ganz klar im Mittelpunkt Detail - Computerwelt

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25.03.2010 Thomas Mach/Alex Wolschann

Thomas Kiessling, Bwin: House of Games – Der Kunde steht bei Bwin ganz klar im Mittelpunkt

Die Bwin-Gruppe bietet 20 Mio. Kunden in mehr als 25 Kernmärkten auf zahlreichen Plattformen Sportwetten, Poker, Casinospiele, Soft- und Skill-Games sowie Audio- und Video-Streams von Sportveranstaltungen. Für die technologische Basis zeichnet CIO Thomas Kiessling verantwortlich.

Im Spagat zwischen E-Commerce, Web 2.0, dem Bankgeschäft (Bwins Tochterunternehmen CQR hat eine Banklizenz) und Hoffnungsmärkten wie dem Social Gaming muss der CIO Business-Ziele auf IT-Konzepte herunterbrechen, um Sicherheit und Spielvergnügen der Endnutzer zu gewährleisten.

COMPUTERWELT: Mit steigender Anzahl von Gamern und Wetten, wie stellt Bwin die technologische Basis sicher? Thomas Kiessling: Im Bereich Verfügbarkeit durch ganz traditionelle Methoden, im Umfeld der ITIL-Prozesse. Da gehen wir ganz konventionell vor, durch Kapazitätsmanagement in den Prozessen. Das heißt, wir stellen sicher dass wir bei unseren Servern – wir haben in etwa 2.000 Server in Betrieb – über alle Produkte hinweg immer genug Kapazität haben. Unser Geschäft ist sehr stark durch Peeks gekennzeichnet – Samstagnachmittag, deutsche Bundesliga, die großen Fußball-Ligen. Das verursacht Peeks von bis zu 3.000 Wetten pro Sekunde, und die fackeln wir zum einen über Applikations-seitige Skalierbarkeit ab. Zum anderen aber über sehr stark Datenbank-zentrierte Technologien im Sportwettenbereich. Da verfügen wir über eine der weltweit größten Microsoft SQL Datenbankapplikationen.

An welcher Strategie richtet Bwin seine IT aus? Wir brechen unsere Business-Ziele direkt auf IT-Ziele herunter. Das unterscheidet uns, glaube ich, von Firmen, in denen IT ein Support-Prozess ist. Bei uns ist IT natürlich der Kernwertschöpfungsprozess. Dass heißt, ich habe bestimmte strategische Business-Ziele. Beispielsweise muss ich Modularität unterstützen, weil regulatorische Anforderungen von Land zu Land variieren. Agilität ist für uns fast in der DNA des Unternehmens. Neben regulatorischen Anforderungen gibt es eine ganze Reihe an Business-Anforderungen, die ich auf IT-Ziele herunter breche. Diese IT-Ziele wiederum breche ich auf zwei Hauptziele herunter, Decomposition und Modularization. Das legt sehr stark eine serviceorientierte Architektur nahe. Aber SOA ist ein Hilfsprinzip in der IT-Architekturebene, mir geht es aber vor allen Dingen um die Business-Architektur. Unsere Poker-Architektur P5, die wir Mitte letzten Jahres nach drei Jahren Entwicklungszeit live gestellt haben, ist voll serviceorientiert.

Ist es geplant, stärker in die Web-2.0-Thematik einzusteigen? Die Antwort ist natürlich Ja. Da gehen wir genau in die Social-Networking-, Social-Entertainment-Thematik hinein, dort haben wir schon einige Sachen live. Hauptsächlich aus dem Wettbereich, aber die Bereiche werden verschmelzen. Weil: Wir sind ein House of Games, der Kunde steht im Mittelpunkt. Wir bieten ihm verschiedene Spiele beziehungsweise Unterhaltungserfahrungen an – wir machen ja auch Video-Streaming und anderes. Anwender können bestimmte Erfolge bereits heute via Facebook und Co. rauspusten. Der nächste Schritt ist nun, dass Anwender bestimmte Spiele direkt von Facebook aus adressieren können. Oder das Anwender-Informationen über Spieler aus Facebook- und anderen Profilen direkt am Pokertisch platziert werden können. Es ist offensichtlich, dass das Web 2.0 pur ist.

Was waren die Herausforderungen bei der Entwicklung der P5-Plattform? Die Hauptherausforderung war an den strategischen Wert eines solchen Projekts zu glauben. Wir haben daran geglaubt, haben das Projekt aber auch mehrmals in Frage gestellt. Ein so großes Projekt muss in Frage gestellt werden. Wir haben den strategischen Wert immer wieder hinterfragt, aber letztendlich immer wieder einen Kranz an Assets vorgefunden.

Welche Rolle nimmt der Markt für Social Games für Bwin ein? Wir strecken die Fühler danach aus, wie die Akquisition von United Games zeigt. Wir sind überzeugt, dass die Spieler/Benutzer da draußen ihren eigenen Content produzieren und produzieren möchten. Wir sind im Prinzip ein Content-Provider, im Live-Wetten-Bereich etwa bauen wir den Großteil unseres Contents selber. Da kann man aber noch eine Menge machen und beispielsweise versuchen, unseren Sport-Content in Communities zu bringen und darauf aufbauend Unterhaltungsangebote zu entwickeln.

Das Gespräch führten Thomas Mach und Alexander Wolschann.

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