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07.04.2010 OSCAR*

Gastkommentar: Informationshunger

Aus gegebenem Anlass möchte ich mich diesmal dem Thema Messen in Österreich widmen, das heuer für die IT ja keines mehr ist. Seit Jahren sind IT-Messen, was die Anhängerschaft betrifft, mit der der katholischen Kirche vergleichbar: Sie wurde immer weniger. Doch woran liegt das?

Warum schaffen es andere Branchen, Messen zu veranstalten, auf denen Konkurrenten nebeneinander ihre Leistungen und USP präsentieren, damit sich Kunden und Interessenten innerhalb kurzer Zeit einen Marktüberblick verschaffen können?

Aus eigener Erfahrung hat das mehrere Gründe und die Probleme liegen sicher nicht nur auf einer Seite. Ein Hauptgrund ist die falsche Erwartungshaltung an eine Messe. Die Zeiten der Verkaufsabschlüsse mit Neukunden während einer Messe und der Leadgenerierung von bisher unbekannten Interessenten ist vorbei. Wer Neugeschäft aus der Messelaufkundschaft erwartet, ist fehl am Platz. Daraus resultierend entsteht die Frage der Kosten-Nutzen Rechnung und zwar in zwei Ausprägungen. Erstens: Was bringt es dem Aussteller geschäftlich, an einer Messe teilzunehmen? Zweitens: In welchem Verhältnis stehen die Messekosten zum vorhandenen Marketingbudget.

Beide Fragen werden derzeit negativ beantwortet, weil einerseits die Messe nur Teil einer gesamten Marketingstrategie sein kann und der Erfolg der Einzelaktion schwer messbar ist. Andererseits stehen die angebotenen Messekosten in »keinstem« Verhältnis zur wirtschaftlichen Situation und zu den inkludierten Leistungen des Veranstalters. Marktfremd wäre bei manchen angebotenen Messepaketpreisen eine starke Untertreibung. Daher weichen immer mehr IT-Unternehmen auf alternative Wege zur Präsentation ihrer Lösungen aus. Ähnlich den Anwender, die Open-Source-Lösungen als Alternative zu proprietärer Software sehen (damit wäre auch dem OSCAR-Anspruch Genüge getan).

Für IT-Kunden und Interessenten ist die Messe, meiner Meinung nach, immer noch ein sehr attraktives Informationswerkzeug. Wo sonst kann sich der potentielle Kunde innerhalb kurzer Zeit – also effizient – einen Überblick über sein Interessensgebiet schaffen, sich von diversen Anbietern informieren lassen, Vergleiche ziehen, mit Gleichgesinnten fachsimpeln oder Neuigkeiten aus der Branche erfahren. Daher ein Aufruf an Messeveranstalter und IT-Unternehmen: Es gibt Bedarf an einer vernünftigen Messe, die leistbar ist, den IT-Informationshunger stillt und damit genug Besucher anlockt.

* OSCAR steht für Open Source Communication And Relation und ist eine Kolumne des Open-Source-Spezialisten Michael Kalaus.

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