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21.04.2010 apa/Christof Baumgartner

Qualcomm kauft Wiener Know-how

Der amerikanische Mobilfunkzulieferer Qualcomm hat der österreichischen Imagination Computer Services eine Technologie abgekauft, an der auch der Suchmaschinenriese Google und der Elektronikkonzern Samsung Interesse gezeigt haben sollen.

Konkret geht es dabei um »Augmented Reality« (AR) – also die Anreicherung der wahrgenommenen Realität mit digitalen Informationen für mobile Endgeräte. Das Unternehmen hat dazu ein »Austria Research Center« in Wien gegründet, das neben San Diego, Santa Clara, Peking und Seoul nun das fünfte Forschungs- und Entwicklungszentrum des Unternehmens und damit das erste in Europa ist. Laut Thomas Nindl, verantwortlich für die Geschäftsentwicklung von Qualcomm in Zentraleuropa, investiere das Unternehmen rund 20 Prozent vom Umsatz, also etwa zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro), in Forschung und Entwicklung.

Die nun gekaufte Technologie sei in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität (TU) Graz entwickelt worden. Michael Gervautz, Mitgründer und -eigentümer von Imagination sieht in dem Deal die beste Lösung, weil ein kleines Unternehmen wie Imagination mit zwei Hindernissen konfrontiert gewesen sei: Einerseits hätte der globale Vertriebskanal gefehlt, andererseits der Einfluss auf die Hardware. »Aber das Angebot von Qualcomm war auch sehr gut«, so Gervautz, der zum Kaufpreis nichts sagen wollte und mit vier weiteren Mitarbeitern zum US-Unternehmen gewechselt ist. »Wir nehmen in diesem Segment die Poleposition ein, was beim Verhandeln sehr angenehm war«, so Gervautz. Der Verkaufsprozess sei vor rund zwei Jahren gestartet worden. Sowohl Samsung als auch Google hätten in der Zwischenzeit angeklopft, wobei der Internetriese dafür zahlen wollte, dass die Technologie Open Source – also allgemein zugänglich – wird und damit Entwicklern offen steht. Für Qualcomm sei AR ein wichtiges Thema, in das »einige hundert Millionen« investiert werden, so Gervautz. Großes Potenzial sieht er unter anderem im Spielemarkt sowie im Marketing.

ZUSATZINFOS AUF DEM HANDY Und so funktioniert AR: Wenn man seine Handykamera auf ein Gebäude oder ein Produkt richte, werden zusätzliche Informationen sichtbar. Dabei gehe es aber nicht um den Ort, wie bei anderen Technologien, sondern um die Bilderkennung. Gegenstände sollten also tatsächlich wegen ihres Aussehens identifiziert werden, nicht aufgrund ihres Standorts. Imagination mit Sitz in Wien wurde 1998 von Forschern der Technischen Universität (TU) Wien gegründet und setzte vor dem Deal mit 15 Mitarbeitern 1,2 Millionen Euro um.

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