Hannes Schipany, Toshiba: "Service in Österreich anzubieten, hat ja auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen" Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


21.04.2010 Alex Wolschann

Hannes Schipany, Toshiba: "Service in Österreich anzubieten, hat ja auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen"

Toshiba ist die Nummer drei am heimischen Notebookmarkt und gilt als Qualitätshersteller. Geschäftsführer Hannes Schipany sprach mit der COMPUTERWELT über den heimischen Markt und den Ärger mit der Geiz-ist-Geil-Philosophie.

Computerwelt: Wie geht es Toshiba nach den wirtschaftlichen Turbulenzen der Branche in Österreich? Hannes Schipany: Wir sind im Grunde sehr zuversichtlich. Abgesehen von den Wirrnissen um die Verfügbarkeitsprobleme, mit denen aber so gut wie jeder Hersteller zu kämpfen hat, sind wir sehr zufrieden. Wir haben vor Kurzem neue Business-Notebooks gelauncht, die sensationell gut aufgenommen werden. Man muss aber in Österreich sehr stark zwischen B2B- und B2C-Geschäft unterscheiden. Die Bedürfnisse unserer Geschäftskunden sind viel spezifischer und auf Kontinuität und Qualität fokussiert. Unsere Kundenbeziehungen sind dementsprechend sehr langfristig.

Sind die Probleme mit der Verfügbarkeit noch mit der Wirtschaftskrise zu begründen? Auf jeden Fall. Viele Zulieferer sind trotz gleichbleibender Bestellungen nicht davon ausgegangen, dass die Stückzahlen auch erreicht werden, und haben weniger produziert. Da die Zahlen aber konstant geblieben sind, haben die PC- und Notebookhersteller nun Probleme mit der Verfügbarkeit.

Machen sich bei einem eher hochpreisigen Hersteller wie Toshiba die Nachwirkungen der Krise gepaart mit einer Geiz-ist-Geil-Philosophie bemerkbar? Der Endkunde entscheidet hauptsächlich preisorientiert. Es ist noch sehr schwierig, Zertifizierungen oder Sticker für Green-IT oder andere Qualitätsmerkmale zu bekommen und sich dadurch zu differenzieren. Es gibt einen Blauen Engel, das Energy-Star-Zertifikat – aber diese Umweltzeichen sind noch viel zu wenig bekannt oder werden zu wenig beachtet. Im Endkundensegment ist es sehr wichtig, fast jeden Preispunkt mit einem Produkt zu besetzen. Im B2B-Segment ist es etwas einfacher, da bestehende Kunden von der Qualität und der niedrigen Ausfallquote begeistert sind. Es tut etwas weh, wenn die Differenzierung nur noch über den Preis passiert, aber da müssen wir eben unsere Hausaufgaben machen und vielleicht nicht jedes Geschäft abschließen. Wir setzen auf kontinuierliche Arbeit und sind nun seit einiger Zeit Nummer drei in Österreich (hinter Acer und HP, Anm. d. Red.) und freuen und über knapp zweistellige Wachstumszahlen.

Toshiba führt das Service in Österreich durch. Wird das von den Kunden angenommen? Das wird sehr positiv aufgenommen. Wir reparieren die B2B-Produkte nicht nur in Österreich, sondern auch dezentral in jeder Landeshauptstadt. Das wirkt sich extrem aus. Der Kostendruck ist natürlich sehr groß aber diese Strategie hilft uns, die Beziehung zum Kunden zu intensivieren. Toshiba ist auch der Nachhaltigkeitsgedanke sehr wichtig. Service in Österreich hat ja auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen. Wir stehen voll hinter dem dezentralen Modell.

Wohin entwickelt sich Ihrer Meinung nach der Markt für mobile Computing? Wir haben aus unseren Zahlen erkannt, dass der Netbook-Hype tatsächlich genau das war: ein Hype. Ich denke, dass wir uns da mit wenigen Geräten sehr gut positioniert haben. Im November 2009 hatten die Netbooks einen Anteil von fast 30 Prozent am gesamten Mobile-IT-Sektor in Österreich, inzwischen sind wir bei 15 bis 17 Prozent – Tendenz fallend. Die Netbooks haben aber wieder das Bedürfnis nach kleineren, mobileren Geräten geweckt, die in Kaffeehäusern verwendet werden und gut aussehen sollen. Der Slim-and-light-Gedanke ist deutlich zu merken.

Die nächste Generation der Tablet-PC fällt in diese Kategorie. Sehen sie die Zukunft des mobile Computing bei iPad und Co.? Nein. Wir glauben schon, dass es nach wie vor eine normale Tastatur braucht. Touch ist bei den Smartphones ein großes Thema aber bei längeren Texten ist auch das noch eine mühsame Geschichte. Hier gibt es bei der Usability noch Einiges zu tun. Das Gleiche gilt für die E-Books. Es wird für die Netzbetreiber auch langsam schwierig, die Bandbreiten verfügbar zu halten. Der Content, der momentan mobil verteilt wird, ist riesig und wird immer größer. Es werden noch viele Jahre ins Land ziehen, bis die E-Books einen relevanten Anteil am Markt haben. Toshiba wird in diesem Bereich sicher nicht zu den Vorreitern gehören. Wir beobachten das sorgfältig, wollen aber nicht auf allen Hochzeiten tanzen und stärken lieber unsere Kernkompetenzen.

Das Gespräch führte Alex Wolschann.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • Dicom Computer VertriebsgesmbH

    Dicom Computer VertriebsgesmbH WLAN-Systeme, VPN, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management, Netzwerk-Diagnose-Systeme, Netzkomponenten, Mobile Lösungen und Applikationen,... mehr
  • Dimension Data Austria GmbH

    Dimension Data Austria GmbH Call Center, IKT-Consulting, Migrations-Management, Outsourcing, Systemintegration und Systemmanagement, Systempflege- und Wartung mehr
  • Bacher Systems EDV GmbH

    Bacher Systems EDV GmbH mehr
  • Anexia

    Anexia Application Service Providing, Auftragsentwicklung für Software, Individual-Softwareentwicklung, RZ-Dienstleistungen, Übernahme von Softwareprojekten, User Helpdesk-Systeme und Hotlines mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: