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22.04.2010 Michaela Holy/apa

Ebay enttäuschte trotz gutem Gewinn mit Ausblick

Ebay hat trotz eines höheren Quartalsgewinns die Anleger mit seiner Jahresprognose enttäuscht. Für das Gesamtjahr rechnet Ebay weiterhin mit einem Umsatz von 8,8 bis 9,1 Mrd. Dollar und einem bereinigten Gewinn von 1,63 bis 1,68 Dollar je Aktie.

Analysten hatten einen Umsatz von 9,1 Milliarden Dollar (6,8 Millionen Euro) und einen Gewinn von 1,67 Dollar je Anteilsschein erwartet. Im nachbörslichen Handel fiel die Ebay-Aktie um fast sechs Prozent.

Der Zulauf zum Online-Marktplatz scheint allerdings weiter ungebremst. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um neun Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Die zwischenzeitlich verkaufte Internettelefonie-Tochter Skype herausgerechnet, lag das Wachstum sogar bei 18 Prozent. In der gleichen Größenordnung ging auch der Gewinn nach oben, unter dem Strich blieben 554 Millionen Dollar. Ebay liege im Plan, sagte Konzernchef John Donahoe in San Jose. Insbesondere der Bezahldienst Paypal legte zu.

Aber auch der Marktplatz, einige Zeit das Sorgenkind des Konzerns, scheint stabilisiert. Der Hauptkonkurrent Amazon hatte Ebay die Kunden abspenstig gemacht. Vielen Konsumenten schien es sicherer und einfacher, bei Amazon zu kaufen. Der weltgrößte Einzelhändler legt seine Quartalszahlen am Donnerstag vor. Ebay arbeitet unter Hochdruck am Ausbau des weltgrößten Auktionshauses zu einer Handelsplattform mit mehr Festpreis-Angeboten, Profi-Verkäufern und Neuwaren.

Konzernchef Donahoe sieht Deutschland und Großbritannien dabei als Vorzeigeregionen. Hier sei es besser als in den USA gelungen, gewerbliche und private Verkäufer zu unterscheiden und ihnen entsprechende Angebote zu unterbreiten, hatte er jüngst gelobt. Den Anlegern gehen die Bemühungen nicht weit genug. Die Börsianer hätten sich einen besseren Ausblick gewünscht, für das laufende Jahr hielt Ebay aber an seiner Prognose fest. Der Jahresgewinn dürfte unter jenem von 2009 liegen. Im Krisenjahr hatte allerdings auch der 1,9 Milliarden Dollar schwere Verkauf von Skype die Kasse gefüllt.

Ebay hatte den Internettelefonie-Dienst Mitte November mehrheitlich an eine Investorengruppe um den Internet-Pionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen verkauft. Vorausgegangen war ein Streit um eine Schlüsseltechnologie mit den Gründern. Mit 30 Prozent ist der Konzern jedoch weiterhin an Bord. Ebay finanziert sich über Gebühren, die er von den Verkäufern für die Nutzung seiner Handelsplattform kassiert.

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