Gut aufgestellt und weltweite Verantwortung: Die neue Siemens IT-Solutions und Services Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


19.05.2010 Edmund E. Lindau

Gut aufgestellt und weltweite Verantwortung: Die neue Siemens IT-Solutions und Services

Die COMPUTERWELT sprach mit dem neuen, designierten CEO von Siemens IT-Solutions und Services, Hanns-Thomas Kopf.

Siemens IT-Solutions und Services (SIS) sieht sich heute als die Nummer Eins im IT-Servicemarkt. In den letzten acht Jahren wurden unter Albert Felbauer die wichtigsten IT-Projekte Österreichs von Siemens IT-Solutions und Services realisiert, teileweise alleine aber auch in Partnerschaft mit heimischen Mitbewerbern: Die Haushaltsverrechnung des Bundes, die E-Card, SAP für die Universitäten oder das Kabelinformationssystem der Bundesbahn. Die COMPUTERWELT sprach mit dem neuen, designierten CEO von Siemens IT-Solutions und Services, Hanns-Thomas Kopf.

Computerwelt: Sind so große Projekte des öffentlichen Sektors wie in der Vergangenheit in Österreich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in Zukunft umsetzbar? Hanns-Thomas Kopf: Im Zuge des economic Downturns hat der öffentliche Sektor weniger Geld für Investitionen zu Verfügung. Da geht es vor allem um Ermessensausgaben. Ich glaube, wenn die Industriekonjunkur wieder besser wird, werden auch diese Ermessensausgaben in den Kernbereichen wieder verfügbar. Was ich aber sehr wohl glaube, wenn ich mir die 32 Punkte des Rechnungshofberichte zur Verbesserung der öffentlichen Verwaltung und zur Steigerung der Produktivität ansehe: Viele davon sind nur mittels verbessertem IT-Einsatz umsetzbar. Und das sind auch die Chancen die wir sehen. Wir haben heuer mit der Entwicklung eines hochsicheren, digitalen Langzeitarchivs, dem »elektronischen Gedächtnis der Republik« begonnen. Es gibt zudem viele Länder – wir sind hier in Wien nicht nur für Österreich sondern auch für 17 andere Länder verantwortlich – die im Zuge der Servicerichtlinien der EU ihre Verwaltungs- und damit IT-Prozesse vereinheitlichen und anpassen müssen. Darunter fallen beispielsweise auch biometrische Ausweissysteme, ID-Karten, oder Fingerabdrucksysteme, welche die internationale Staatengemeinschaft vereinheitlichen und kompatibel machen möchte.

Viele dieser Systeme funktionieren bis heute nicht. Beispielsweise SIS II und die Lesesysteme für den Biometrischen Reisepass. Aber trotzdem sind das IT-Treiber. Sie können in wenigen Monaten ohne biometrischen Reisepass nicht mehr in die USA einreisen. Das war beispielsweise der Hebel, warum die Bulgaren dieses Projekt machen mussten. Ich gebe Ihnen recht: man ist heute noch nicht dort wo man eigentlich sein könnte. Aber viele Länder haben nicht rechtzeitig investiert.

Wie sieht es im Gesundheitssektor aus? Auch dort herrscht ein zunehmender Kostendruck. Durch die E-Medikation lassen sich enorme Einsparungspotenziale eröffnen. Sowohl der Patient, als auch der Arzt und die Sozialversicherungen können von diesem, von Siemens umgesetzten Projekt profitieren. Und wenn wir dann noch als ganz wesentliches Element das Problem der Kontraindikationen und Fehlmedikationen vermeiden können, dann ist das das Non-plus-ultra, das man erzielen kann. Mit einer hohen Umwegrentabilität, mit weniger Spitalsaufenthalten, weniger Reha-Kosten und einer geringeren Sterblichkeitsrate.

Die Industrie hatte unter der Finanz- und anschließenden Wirtschaftskrise am spürbarsten zu leiden. Der Wettbewerb mit China oder Indien ist hart. Wir spüren in Österreichs Industrie eine neue Aufbruchsstimmung. Viele Unternehmen kommen in ihren Monats- bzw. Quartalszahlen schön langsam wieder an ihre Vorkrisen-Auftragsstände heran. Die Frage ist: Bleibt diese Entwicklung nachhaltig? Im Endeffekt ist es eine Frage der Verlagerung. Alle großen Industrieunternehmen haben heute Standorte in Osteuropa oder Asien. Für uns als IT-Dienstleiser ist das irrelevant, weil wir diese Unternehmen weltweit unterstützen. Wir begleiten eine Voest, eine Bilfinger & Berger in alle diese Länder. Wir sind gefordert und haben deshalb ein globales »Production-Center« aufgebaut, das den hohen Kundenansprüchen auch gerecht wird. Der Kunde will weltweit überall die gleichen Prozesse zu Verfügung haben. Deshalb und wegen der Latenzzeiten brauchen wir weltweit Rechenzentrumsverbünde. Ich brauche heute in Südamerika oder in Österreich den selben Support und die selben Prozesse und will diese alle zentral von Österreich aus steuern. Der Global-Delivery-Ansatz ist ein klarer strategischer Ansatz von Siemens IT-Solutions & Services. Das gilt nicht nur bei globalen Fertigungsunternehmen mit 60.000 und mehr Mitarbeitern sondern auch für mittelständische heimische Betriebe die ihre Standorte in Osteuropa oder China haben.

Wie steht es um den Energiesektor? Thema Smartgrids, Lastverteilung und Optimierung? Auch hier sehen wir große Potenziale. Wir glauben dass hier sehr viel möglich werden wird. Wir sind sehr froh, für die Softwareentwicklung, das Application-Development, die Zentrale in Österreich zu haben. Das ist abgesichert. Das heißt, wir werden von Österreich aus für die Softwareentwicklung für den Energie-, den Industrie- und den Gesundheitsbereich maßgeblich verantwortlich sein und wir haben zusätzlich das Biometrie-Entwicklungscenter in Graz. Da ist es ganz wichtig, dass die Softwarezentrale in Österreich bleibt. Wir steuern von Wien aus dafür die weltweiten Entwicklungsressourcen.

Wie steht es um die Ausbildung in Österreich? Bilden wir zu wenig Techniker aus? Siemens hat hunderte Mitarbeiter abgebaut. Woran mangelt es? Die 632 Personen, die wir kündigen müssen, kommen schwerpunktmäßig aus dem Telekommunikationsbereich. Der Abbau mit vielen Diskussionen über einen längeren Zeitraum, aber mit einem, mit der Belegschaftsvertretung ausverhandelten Sozialplan, ist abgeschlossen. Wir können jetzt sagen, dass die bestehenden Mitarbeiter, die in die neue, ausgegliederte SIS gehen, sehr gut durch die neuen Bereiche Industrie, Energie und Gesundheit ausgelastet sind. Die Kompetenzen bestätigen das – diese Mitarbeiter verfügen über sehr viel Erfahrung und Prozesswissen. Ich glaube, dass wir mit der neuen SIS, in die wir mit Jahreswechsel hineingehen werden, die sehr viele Chancen hat und als Nummer Eins in Österreich gut aufgestellt ist, in der Verantwortung der Länder noch um Einiges wachsen können. Daher hoffe ich wirklich, dass wir diese positive Entwicklung für jene Länder, für die wir bereits heute verantwortlich sind, auch weiterführen können. Und wenn es uns gelingt, hier auch international das Application-Developement von Wien aus zu leiten, dann sind wir sehr stolz darauf.

Das Gespräch führte Edmund E. Lindau.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • T-Systems Austria GesmbH

    T-Systems Austria GesmbH WLAN-Systeme, VPN, Voice Mail Dienste, Videokonferenz-Systeme, Unified Messaging Dienste, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management,... mehr
  • SER Solutions Österreich GmbH

    SER Solutions Österreich GmbH Werbewirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Vereine und Verbände, Umweltschutz, Touristik, Personenverkehr, Öffentliche Verwaltung,... mehr
  • free-com solutions gmbh

    free-com solutions gmbh Werbewirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Vereine und Verbände, Umweltschutz, Touristik, Personenverkehr, Öffentliche Verwaltung,... mehr
  • NAVAX Unternehmensgruppe

    NAVAX Unternehmensgruppe Wasser- und Energieversorgung, Vereine und Verbände, Öffentliche Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen, Maschinen- und Anlagenbau, Konsumgüterindustrie, Immobilien,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: