Baracuda-CEO Drako und Phion-Chef Alge im Interview: "Die Entwicklung und Erschließung neuer Märkte erforderte eine höhere Dimension" Detail - Computerwelt

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16.06.2010 Manfred Weiss

Baracuda-CEO Drako und Phion-Chef Alge im Interview: "Die Entwicklung und Erschließung neuer Märkte erforderte eine höhere Dimension"

Ende Mai besuchte Dean Drako, CEO von Barracuda Networks, Österreich. Dabei hatte die COMPUTERWELT Gelegenheit zu einem Interview mit Dean Drako und Wieland Alge, dem CEO des vor einigen Monaten von Barracuda Networks übernommenen Tiroler Security-Spezialisten Phion.

COMPUTERWELT: Herr Drako, warum haben Sie Ihre Firma nach einem Raubfisch benannt? Dean Drako: Zum einen wollte ich keinen technologisch klingenden Namen und andererseits wollte ich einen Namen, der Stärke vermittelt und den man sich merkt. Der Firmenname Barracuda soll einen Wachhund mit scharfen Zähnen zur Wahrung der Computer-Sicherheit symbolisieren.

Der Barracuda hat nun die österreichische Firma Phion geschluckt. Warum? Drako: Auf der Suche nach der nächsten Generation von Firewalls bin ich auf Phion gestoßen. Das Know-how, die Erfahrung und die exzellenten Produkte von Phion auf diesem Gebiet waren für uns der wesentliche Grund für diese Übernahme. Außerdem war es auch ein nächster, sehr bedeutsamer Schritt in unserer Expansionspolitik. Mit der Phion- Übernahme sind wir unserem Ziel, die Security Company mit dem umfassendsten Produkt- und Leistungsangebot zu werden, ein erhebliches Stück näher gekommen.

Und Sie Herr Alge sind froh, dass durch den Einstieg von Barracuda nun auch die finanziellen Probleme, die es bei Phion gab, gelöst sind? Wieland Alge: Der Unterton in Ihrer Frage klingt so, als wären wir kurz vor der Pleite gestanden, was natürlich nicht stimmt. Es war sicher kein Notverkauf. Die weitere Entwicklung unserer Produkte und die Erschließung neuer Märkte erforderte aber einige Dimensionen höher zu steigen; das heißt, als Anbieter im globalen Markt mitzuspielen. Und das hätten wir aus eigener Finanzkraft nicht geschafft.

Phion hatte also die innovativen Produkte und Barracuda das Geld? Wieland Alge: Vereinfacht gesagt könnte man das so zusammenfassen. Aber es gab auch eine Reihe anderer Gründe. So wollte Barracuda Networks seine Position im deutschsprachigen Europa (DACH) stärken. Das ist mit der Übernahme nun gelungen. Dean Drako: Der Vorteil der sich für das Phion-Team ergab ist der, dass sie nun in der DACH-Region auch alle Produkte, die von Barracuda kommen, vermarkten können.

Welche Gründe gab es sonst noch? Wieland Alge: Der Verkauf war sehr gut überlegt und aus dem Zusammengehen mit Barracuda ergibt sich eindeutig eine Win/Win-Situation.

Herr Drako, Sie haben sehr ambitionierte Ziele. Sie wollen weltweit tätig sein und dabei das umfassendste Portfolio im Security-Bereich anbieten. Wen sehen Sie da als Hauptkonkurrenten? Dean Drako: Wenn man es an der Breite des Angebotes misst, dann ist das Symantec. In Teilbereichen unseres Portfolios haben wir natürlich auch viele der bekannten Namen wie Cisco, Checkpoint oder Juniper als Mitbewerber.

Wie geht es nach der Phion Übernahme weiter? Dean Drako: Das Phion-Team in Tirol wird aufgestockt und zu einem Research und Development Center ausgebaut. Neben dem Standort London soll jener in Innsbruck zum zweiten großen Barracuda-Sitz in Europa werden. Wir werden in Tirol sozusagen das Silicon Alps der Firewall- und Security-Technologien installieren und hier sehr viel in Forschung und Entwicklung investieren, damit wir alle unsere Produkte auch als »virtual appliances« anbieten können. Denn im Bereich der Virtualisierung liegt viel Businesspotenzial.

Bedeutet die Übernahme aber nicht auch das Ende der Marke Phion? Wieland Alge: Der Phion-Brand wird innerhalb der nächsten Monate langsam verschwinden. Spätestens beim heurigen Gipfeltreffen in Alpbach, das Mitte Oktober stattfindet, werden wir nur noch von Barracuda Networks sprechen.

Das Gespräch führte Manfred Weiss.

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