Elektronikindustrie hat 2009 weniger produziert Detail - Computerwelt

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09.07.2010 Alex Wolschann/apa

Elektronikindustrie hat 2009 weniger produziert

Die Elektro- und Elektronikindustrie in Österreich bekam die Wirtschaftskrise 2009 deutlich zu spüren, blickt aber optimistisch in die Zukunft.

Die Elektro- und Elektronikindustrie in Österreich bekam die Wirtschaftskrise 2009 deutlich zu spüren, blickt aber optimistisch in die Zukunft. Die Produktion ging im Vorjahr um 15,5 Prozent auf 10,86 Mrd. Euro zurück, wobei die Autozulieferer besonders hart getroffen wurden. Sie mussten einen Rückgang von 66,4 Prozent verkraften.

Ein Plus gab es hingegen im Energieanlagensektor (18,3 Prozent), allerdings wurden hier schon lange zuvor erteilte Aufträge abgearbeitet. Der Personalabbau fiel weniger massiv aus als der Produktionsrückgang. Im Vorjahr wurden 3.400 Jobs abgebaut, ein Minus von 5,6 Prozent (Leiharbeiter: Minus 2,9 Prozent). Arbeiter waren vom Abbau stärker betroffen als Angestellte. Rund ein Sechstel der Beschäftigten der Branche waren zum Höhepunkt der Wirtschaftskrise im Sommer 2009 auf Kurzarbeit, mittlerweile nutzt diese nur mehr ein Unternehmen. 60 Unternehmen wendeten die "Konjunkturklausel" an, betroffen waren davon ein Drittel aller Beschäftigten der Branche. Sie bekamen wegen der schlechten Ertragslage ihres Unternehmen einen etwas geringeren Lohn.

Im ersten Quartal des heurigen Jahres zeichnete sich bereits eine deutliche Konjunkturerholung ab. "Die Gewitterwolken verziehen sich langsam", so Fachverbandsobfrau Brigitte Ederer am Freitag (9. Juli) vor Journalisten. Allerdings sank der Produktionswert auch in den ersten drei Monaten 2010, aber "nur" mehr um 2,2 Prozent. Verantwortlich für das Minus ist der Energiesektor, der sehr konjunkturverzögert reagiert. Dafür boomt der Bereich Bauelemente. Die Exporte erholten sich mit einem Plus von 5,8 Prozent, die Auftragseingänge stiegen um 21 Prozent und die Beschäftigtensituation blieb stabil.

Für das Jahr 2010 rechnet Ederer mit einem leichten Wachstum der Branche. Trotzdem geht die Top-Managerin von Siemens davon aus, dass die Konjunktur auch in den nächsten Monaten noch von der niedrigen Investitionsnachfrage beeinträchtigt bleibt. Wichtig sei es, in Zukunftstechnologien zu investieren, wie in intelligente Stromnetze, sogenannte "Smart Grids". Ederer erwartet hier einen Boom ähnlich dem der Mobilfunkindustrie, dazu müsse aber die Politik mit Förderungen und Pilotprojekten mithelfen. "Hier haben die alten Industriestaaten noch einen großen Wettbewerbsvorsprung, den dürfen wir nicht verspielen", warnte sie.

Schließlich sei die Elektronikindustrie der Innovationstreiber in Österreich, rund ein Drittel des gesamten heimischen Forschungsaufwandes entfalle auf diesen Bereich. Lothar Roitner, Geschäftsführer des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) verwies darauf, dass selbst im Apple-Kulthandy iPhone Bauteile aus Österreich enthalten sind, konkret Funkchips.

Für Brigitte Ederer, seit 1. Juli Personalchefin von über 400.000 Siemensianern weltweit und verantwortlich für das Europageschäft des Münchner Konzerns, war die Jahrespressekonferenz des FEEI die Gelegenheit "eine der schönsten, wenn nicht die schönste Stadt der Welt" zu besuchen. Die gebürtige Wienerin zu ihrem Wechsel nach München: "Mit 54 Jahren hat man kein Heimweh mehr, aber ich bin sehr gerne hier."

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