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21.07.2010 Christof Baumgartner/apa

Mangelware Investoren

In Zeiten der Krise fehlt es meist an Geld und Investitionen in Innovationen werden gescheut. Zu spüren bekommen das vor allem junge Unternehmen, da die nötigen Geldgeber ausbleiben.

Österreichische Internet-Start-ups leiden unter dem Mangel an Investoren. Die Suche nach Geldgebern ist meist langwierig, auch Förderungen sind wichtig, um innovative Ideen umsetzen zu können. Beim österreichischen »Digital-Marketing-Kongress 10«, der kürzlich stattgefunden hat, diskutierten Gründer von heimischen Web-Start-ups über Finanzierung, Erlösstrategien und Marktperspektiven. Die Palette der Web-Start-ups, die am »Summit 10« mitdiskutieren, reicht von einer Online-Videothek (flimmit.com) über eine Thermensuchmaschine (thermencheck.com) bis hin zu einem Online-Modevertrieb und -produzenten (garmz.com). Was sie verbindet ist die Schwierigkeit, Investoren zu finden. Sie benötigen Venture Capital, zeitlich begrenzte Mittelüberlassungen in Form von Risikokapital. Dieses Kapital zu finden sei in Österreich, wie in ganz Europa, ohnehin schwer, 2009 sei es wegen der Wirtschaftskrise nahezu unmöglich gewesen. Ganz anders sei es im Silicon Valley: Dort gebe es mehr »Angel-Investoren«, die sechsstellige Eurobeträge vorfinanzieren, und eine viel bessere Vernetzung der gesamten Web-Branche.

Andreas Klinger ist Mitbegründer des Web-Start-ups Garmz – ein Portal für junge Modeschaffende, die ihre Ideen unabhängig produzieren und verkaufen wollen. Nach der Firmengründung 2008 begann die Suche nach Investoren. Zahlreiche internationale Verhandlungen waren gescheitert, nach einem Jahr fand man doch noch Geldgeber, darunter Russen und Schweizer. »Man braucht verrückte Ideen, um Investoren zu finden«, so Klinger. Wichtig ist ihm, dass seine Investoren produktives Feedback geben, aber sich nicht zu sehr in die Geschäftstätigkeit einmischen. Das Unternehmen ist für die nächsten zehn Monate vorfinanziert, dann stehen die nächsten Verhandlungen an.

FÖRDERUNGEN NICHT AUSREICHEND Förderungen wie »departure« oder »aws« sind laut den Diskutierenden wichtig für Start-ups, jedoch als einzige Finanzierungsquelle meist nicht ausreichend. Oftmals müssen Start-ups Investoren finden, um überhaupt eine Förderung zu erhalten. Zudem sei der bürokratische Aufwand sehr groß und brauche viele Kapazitäten. Wichtig sei auch, sich durch das Feedback aus den Förderstellen nicht zu sehr verunsichern zu lassen. Dies führe zu weit weg von der Umsetzung der Geschäftsidee.

Ein Investor für Web-Start-ups ist Markus Gruber, sein Unternehmen I5invest zählt acht Mitarbeiter und investiert derzeit in zehn Start-ups. Seine wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung über ein Investment sind die Erfahrung und Heterogenität der Teammitglieder, der Zeitaufwand für die Umsetzung des Geschäftsplans und die Höhe der potenziellen Erträge. Sein Unternehmen erwerbe durchschnittlich 20 Prozent der Anteile von Start-ups, diese bemessen sich an einem fiktiven, zukünftigen Wert. Bis zu den ersten Rückflüssen dauert es durchschnittlich »ehrliche drei Jahre«, rund 20 Prozent der Investments seien Totalausfälle.

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