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18.08.2010 Alex Wolschann/apa

Ergebniseinbruch für Telekom Austria

Die Telekom Austria hat ein schlechtes 1. Halbjahr 2010 hinter sich. Der Mobilfunk entwickelte sich schwächer als bei den Mitbewerbern, das Festnetz bleibt weiter eine Baustelle.

Die Telekom Austria hat ein schlechtes 1. Halbjahr 2010 hinter sich. Der Mobilfunk entwickelte sich schwächer als bei den Mitbewerbern, das Festnetz bleibt weiter eine Baustelle. Telekom-Chef Hannes Ametsreiter betonte am Mittwoch, dass sich das börsenotierte teilstaatliche Unternehmen trotz eines schwierigen Marktumfeldes "klar auf Kurs" befinde.

Die negative Entwicklung im Festnetzbereich konnte "gedreht" werden, so Ametsreiter weiter. Er bekräftigte außerdem die Prognose für 2010. Dass trotz eines stark rückläufigen Ergebnisses weiterhin eine Dividende von mindestens 0,75 Euro je Aktie gezahlt wird, verteidigte die Telekom. "Wir sind ein Cash-Flow-starkes Unternehmen", betonte Finanzchef Hans Tschuden.

Das Betriebsergebnis (EBIT) der Telekom Austria Group gab um 14,2 Prozent auf 300,5 Mio. Euro nach, das Nettoergebnis reduzierte sich um 4,6 Prozent auf 159,9 Mio. Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab es ein Minus von 8,3 Prozent auf 829,7 Mio. Euro. Der Umsatz sank um 3,9 Prozent auf 2,295 Mrd. Euro. Im 2. Quartal gab das Betriebsergebnis um 21,2 Prozent nach, das EBITDA um 10,3 Prozent und der Umsatz um 1,9 Prozent. Der Gewinn je Aktie sank um 16,4 Prozent auf 0,16 Euro. Im 1. Halbjahr reduzierte er sich um 4,6 Prozent auf 0,36 Euro. Die Bilanzzahlen waren damit deutlich schlechter als von Analysten gestern noch erwartet wurde.

Auf der Erfolgsseite führte der heimische Marktführer bei Festnetztelefonie, Internet und Mobilfunk heute die "weiterhin starke Free-Cash-Flow-Generierung von 365,2 Mio. Euro" an, die "Stabilisierung des Rückgangs der Festnetz-Anschlüsse auf 6.000 im 2. Quartal 2010 gegenüber 12.600 im 2. Quartal 2009" und das "weitere Kundenwachstum in der Mobilkommunikation um 5,9 Prozent auf 19,2 Millionen Kunden" an. Für das Geschäftsjahr 2010 werden Umsatzerlöse von rund 4,7 Mrd. Euro und ein EBITDA von 1,60 bis 1,65 Mrd. Euro erwartet. Beides wäre ein leichter Rückgang gegenüber 2009, entspricht aber den Zahlen, welche die Telekom bei der Bilanz für das 1. Quartal 2010 prognostizierte. "Der primäre Fokus des Vorstands liegt nach wie vor auf dem operativen Free-Cash-Flow", teilte Ametsreiter mit.

Die frühere Cash-Cow Mobilkom Austria hat sich im 1. Halbjahr hinter dem Markttrend entwickelt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich um 8,3 Prozent auf 282,2 Mio. Euro. Der Umsatz gab um 6,9 Prozent auf 740,2 Mio. Euro nach. Zum Vergleich: T-Mobile Austria steigerte das EBITDA um 17 Prozent auf 144 Mio. Euro, der Umsatz sank um 5,9 Prozent auf 491 Mio. Euro. Der drittgrößte Handynetzbetreiber Orange Austria steigerte das EBITDA um 8,9 Prozent auf 93,9 Mio. Euro, der Umsatz reduzierte sich um 2 Prozent auf 276,1 Mio. Euro. Mit einem Marktanteil von 42 Prozent ist die Mobilkom aber weiter unangefochtener Marktführer. Trotz verstärkter Datennutzung sinkt der Durchschnittsumsatz je Handynutzer: Er gab um 11,4 Prozent auf 22,6 Euro nach. Zum Vergleich: iPhone-Verkäufer Orange vermeldete zuletzt einen Durchschnittsumsatz von 31,5 Euro je Monat. International betrachtet hat der Mobilfunksektor der Telekom Austria Group einen EBITDA-Rückgang von 5,3 Prozent eingefahren, der Umsatz gab um 4,9 Prozent nach.

Schlechte Zahlen schreibt weiterhin der Festnetzbereich. Zwar gab der Umsatz nur um 1,7 Prozent auf 910,6 Mio. Euro nach, aber das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank in den ersten sechs Monaten um 44 Mio. Euro auf 255,2 Mio. Euro (minus 14,9 Prozent). Die laut Telekom für die Branche weniger wichtige Kennzahl Betriebsergebnis (EBIT) halbierte sich beinahe auf 35,6 Mio. Euro, nach 68,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im 2. Quartal drehte das EBIT ins Minus (minus 3,9 nach plus 23,4 Mio. Euro im Vorjahresquartal). Das EBITDA gab zwischen April und Juni um 23,4 Prozent auf plus 108,8 Mio. Euro nach. Hier habe der Wechsel von Beamten zur Polizei mit 8,5 Mio. Euro negativ zu Buche geschlagen.

Der Personalabbau bei der Telekom Austria Group ist wie angekündigt im 1. Halbjahr 2010 weiter gegangen. Im Festnetz reduzierte sich die Zahl um 277 Personen auf 7.939, im Mobilfunk gab es einen Reduktion von 52 Arbeitsplätzen auf 8.591. Der Personalabbau werde weiter gehen, konkrete Zahlen wurden nicht genannt.

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