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24.08.2010 apa

Landwirte in Deutschland ernten via Satellit

Landwirte müssen immer produktiver werden. Dabei helfen ihnen Landmaschinenhersteller mit modernster Technik – etwa einer satellitenunterstützten Fernsteuerung.

Mit dem offenen Traktor über das Feld rumpeln, das war einmal. Der Landwirt von heute sitzt in der klimatisierten Fahrerkabine einer technisch hoch entwickelten Landmaschine – und überlässt nun auch das Lenken einem satellitengesteuerten Navigationssystem. Der Landmaschinenhersteller John Deere hat hierfür schon viele seiner Traktoren und Erntemaschinen mit GPS-Systemen ausgerüstet. Deren Empfänger wird dabei regelmäßig mit Daten von Satelliten versorgt. In Verbindung mit einem stationären Empfänger am Feldrand kann der Steuermann zentimetergenau das Feld befahren.

HIGHTECH FÜR DEN BAUERNHOF Eine Arbeitserleichterung für Landarbeiter, die sich heute schon viele Betriebe leisten. "Wir haben weltweit bereits über 100 000 Lenksysteme verkauft", sagt Oliver Neumann, Unternehmenssprecher in der europäischen Bereichsleitung des Konzerns in Mannheim. Grund für den regen Zuspruch seien aber vor allem wirtschaftliche Vorteile.

Die Computersteuerung lenke die Maschine präzise über den Acker und ermögliche so – mit Hilfe von Ertragsdaten und einer Reihe weiterer Informationen – eine deutliche Einsparungen bei Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmitteln. "Die Technik hierfür ist bereits sehr weit fortgeschritten", sagt Neumann.

Die Koordinaten der Landmaschine und den geplanten Weg über das Feld berechnet ein Bordcomputer mit Hilfe von Satelliten. Einige von ihnen umkreisen die Erde, andere stehen über ihr stets am demselben Punkt – und sie alle "kommunizieren" mit dem Traktor und weisen ihm den Weg. Während bei einfachen GPS-Signalen, wie sie schon in herkömmlichen Auto-Navigationssystemen genutzt werden, die Route nur auf einige Meter genau vorgegeben wird, sorgen zusätzliche Korrektursignale für einen bis auf zwei Zentimeter präzisen Weg über das Feld.

Der Computer zeichnet die Daten während der Arbeit auf, danach können sie ausgewertet werden. Der Landwirt kann so im Winter die Ernteergebnisse des vergangenen Jahres für die Planung der nächsten Anbausaison nutzen. "Mit den verfügbaren Informationen können die Betriebsmittelkosten deutlich reduziert werden", sagt Neumann. Das betreffe auch die Kosten für den Kraftstoff.

Der Satellit steuere die Maschine exakt entlang der Linie zurück, an der sie zuvor über das Feld gefahren war. Dadurch lasse sich dann selbst bei sehr breiten Maschinen eine doppelte Bodenbearbeitung vermeiden. Am Beispiel eines Feldhäckslers erläutert Neumann einen weiteren Vorteil der Elektronik für Landmaschinen: Wenn die Maschine Gras oder Mais häcksele und über den Auswurfturm in einen Hänger bläst, kann die Feuchtigkeit der Ernte über einen Sensor gemessen werden. Der wiederum steuere die Schnittlänge und die Beimischung von entsprechenden Siliermitteln gegen den Gärprozess.

Arbeitsplätze sieht das Unternehmen durch die neuen Technologien nicht gefährdet. "Die Technik ersetzt nicht den Menschen, sondern unterstützt seine Arbeit", sagt der Unternehmenssprecher. An langen Erntetagen werde der Fahrer deutlich entlastet, könne mehr leisten und mache dadurch weniger Fehler. Dabei ist die fahrerlose Landmaschine aus technischer Sicht keine Zukunftsmusik mehr. "Vom Entwicklungsstand her wäre es möglich, jedoch sicherheitstechnisch bedenklich und politisch nicht gewollt." (apa)

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