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24.09.2010 Edmund E. Lindau

Wohnen für ein langes Leben Ambient Assisted Living: Die Zukunft der Lebensqualität

Das erste Homebutler-Großprojekt wurde dieses Jahr in Linz-Pichling in einer neuen betreubaren Wohnanlage der städtischen Wohnungsgenossenschaft GWG den neuen Mietern übergeben.

Senioren, die alleine leben, sind in Notsituationen oft hilflos. Eine Hilflosigkeit, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Vor knapp zwei Jahren begann die EU-Initiative »Wohltuendes Altern in der Informationsgesellschaft«, nun startet das erste Großprojekt für Ambient Assisted Living (AAL) in Österreich. Die Stadt Linz, das Land Oberösterreich, die GWG und Beko Engineering & Informatik setzen erstmals ein Konzept um, das Menschen ermöglichen soll, selbständig länger als bisher in den eigenen vier Wänden zu leben. Im Rahmen des Betreubaren Wohnens in Linz-Pichling wurden 25 Wohneinheiten mit den assistiven Technologien und Services des »Beko Homebutler« ausgestattet und Mitte des Jahres den Bewohner übergeben. erweiterte Barrierefreiheit für den Alltag Aufgrund des demographischen Wandels stellte sich die Projektgruppe rund um die Stadt Linz und Beko die Frage, wie in Zukunft die Lebensqualität im Alter sichergestellt werden kann bzw. was Menschen dazu bringt, die vertraute Umgebung freiwillig oder unfreiwillig zu verlassen. Vor etwa zehn Jahren forcierte die Politik den Ausbau der mobilen Dienste, in weiterer Folge sollen Eigenheime mithilfe unterstützender Technologien soweit aufgerüstet werden, dass man deutlich länger in den eigenen vier Wänden wohnen kann und in der vertrauten Umgebung bleibt. Ein Gesamtkonzept aus assistiver Technologie und Dienstleistungen versteht sich als erweiterte Barrierefreiheit für den Alltag. »Es ist vor allem die Vergesslichkeit, die zu Unsicherheiten und im Anschluss zu Ängsten führen. Und Ängste beeinflussen die Lebensqualität, aber sie bewegen auch Menschen dazu, den Schritt ins Altersheim zu tun. Mit dieser intelligenten Gesamtlösung geben wir den Menschen wieder ein Stück Sicherheit zurück«, so Ingmar Goetzloff, Leiter Competence Center Smart Home Solutions bei Beko. Sicherheit groSs geschrieben Ein zentraler Ein-Aus-Schalter dreht beim Verlassen der Wohnung automatisch alle kritischen Stromkreise und den Wasserzufluss ab. Ein Nachtlicht sorgt dafür, dass der Weg bis ins Badezimmer ausgeleuchtet wird. Bewegungsmelder lösen den Einbruchsschutz aus und erlauben eine selbständige Alarmierung von Nachbarn, Angehörigen oder der Rettungsleitstelle im Falle von kritischen Lebenslagen aufgrund von Inaktivität. Eine Herdplattenkontrolle, die Rufhilfe und Brandmelder runden das Sicherheitspaket ab. ABGESTIMMTE DIENSTLEISTUNGEN Technik alleine hilft nur bedingt: Erst die Kombination mit abgestimmten Dienstleistungen, wie etwa der Rufhilfe, der Lebensmittelzustellung, der Betreuungsorganisation vor Ort, dem Essen auf Rädern sowie einer Hotline soll nachhaltig zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Durch den Einsatz vom Homebutler, der über einen Fernseher und einer vorgeschalteten Set-Top-Box installierbar ist, erweitert sich die Möglichkeit der sozialen Kontakte. Essen auf Rädern, Lebensmittel oder auch die Homepage der Stadt Linz und Veranstaltungen der betreuenden Organisation vor Ort können zusätzlich auch über das Medium TV/Internet mit einer simplifizierten Fernbedienung bestellt und angesehen werden. Für sehbeeinträchtigte Menschen steht eine Sprachausgabe zur Hilfe bereit. »Als Bauträger stehen neben modernen zukunftsgerichteten Wohnbau und attraktive Sanierungen vor allem zwei wichtige Aspekte ganz weit oben: Service und Komfort. Daraus ergibt sich für uns ein nachhaltiger sozialer Gedanke, der vor allem auch die Belange der jungen Familien und Senioren fokussiert. Mit diesem Projekt ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung der Wohnungswirtschaft, die wir maßgeblich mitgestalten wollen, gelungen«, so Hermann Friedl von der GWG. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes erfolgte durch das Institut für Altersökonomie der Wirtschaftsuniversität Wien und das Institut für Marketing und Strategieberatung Innsbruck, die nach einem Beobachtungsjahr Aufschluss darüber geben, welche sozialpolitischen Effekte erreicht wurden und wie eine für die breite Masse geeignete sozialverträgliche Lösung aussehen kann. Der Homebutler von BEKO schlägt Alarm, wenn Hilfe benötigt wird, er schaltet den Herd und das Wasser ab, wenn es vergessen wurde, erinnert an Termine und Medikamenten-Einnahmezeiten und erleichtert die Kommunikation mit Verwandten, Familie und medizinischem Personal. Darüber hinaus bietet der bequem über einen Fernsehapparat zu steuernde elektronische Butler die Möglichkeit zur Bestellung von Lebensmitteln beim Spar-Markt der Caritas in St. Florian. Vor allem die Gewissheit, dass im Notfall das Hilfsnetzwerk der Miteinander GmbH und des Arbeiter Samariterbundes Linz bereitsteht, ist für ältere Personen besonders wichtig. Unter dem Motto »Wohnen für ein langes Leben« will das in Kooperation zwischen der Stadt Linz, dem Land Oberösterreich und der Firma BEKO entwickelte System neue Standards im Wohnen setzen. Zahlreiche neue und innovative Möglichkeiten bringen mehr Sicherheit und eine stärkere Einbindung in die moderne Gesellschaft – und das für alle Generationen.

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