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28.09.2010 pte

Canon drängt in wachsenden Robotik-Markt

Der japanische Elektronikkonzern Canon, der besonders für Drucker und Kameras bekannt ist, plant offenbar den Einstieg in den Robotik-Markt.

Wir werden Canon-Linsentechnologie, Bildverarbeitung und Halbleitertechnologien einbinden, um bis spätestens 2015 Industrieroboter herzustellen und zu verkaufen, sagte Canon-Vorstandschef Fujio Mitarai einer japanischen Tageszeitung. Zu einem späteren Zeitpunkt sei auch die Produktion von Robotern für den Medizinsektor denkbar.

Der Markt für Industrieroboter war von der Wirtschaftskrise stark betroffen. "2009 sind die Verkaufszahlen erheblich eingebrochen", sagt Gudrun Litzenberger, Direktorin des Statistical Department bei der International Federation of Robotics (IFR) auf Anfrage des Online-Dienstes pressetext. Im Vergleich zu 2008 waren Rückgänge von fast fünfzig Prozent auf 60.000 Einheiten zu beobachten. Das ist der niedrigste Wert seit 1994.

Dieses Jahr zeichnet sich jedoch bereits wieder ein Wachstum von 27 Prozent auf 76.000 Einheiten ab. "Für 2010 erwarten wir weltweit eine deutliche Erholung. Besonders stark fällt das Plus in Wachstumsmärkten wie China aus", so Litzenberger.

Hält der wirtschaftliche Aufwind an, könnte schon 2013 wieder ein Liefervolumen von rund 100.000 Industrierobotern erreicht werden, was schon fast den Spitzenwerten des Vorkrisenjahres 2007 entsprechen würde. Gelingt Canon der Einstieg, würde der Konzern mit einem Schlag in einem wichtigen Wachstumssektor mitmischen.

WACHSTUMSSTRATEGIE Das Vorpreschen des Elektronikriesen auf den Robotikmarkt ist Teil der Bemühungen Mitarais, den Umsatz des Unternehmens von aktuell rund 44,5 Mrd. Dollar auf geplante 59 Mrd. Dollar im Jahr 2015 zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, will Canon auf neuen, schnell wachsenden Geschäftsfeldern Fuß fassen. Neben der Robotik sieht Mitarai auch medizinische Geräte und Überwachungssysteme als potenzielle neue Märkte.

Die Produktionsstätten sollen trotz der geplanten Expansion auf neue Geschäftsbereiche in Japan verbleiben. "In den vergangenen Jahren produzierten unsere Fabriken in Übersee Güter mit eher geringer Wertschöpfung, während wir den Ausstoß von Produkten mit hoher Wertschöpfung im Inland vorangetrieben haben. Ich glaube, wir brauchen unsere Positionierung nicht überdenken", sagt Mitarai.

ROBOTIK ALS ANTWORT Canon konnte sowohl Umsatz als auch Gewinn in den acht Jahren vor 2007 kontinuierlich steigern und kämpfte 2008 und 2009 mit fallenden Verkaufszahlen. Einen Teil der Einbußen sieht man bei Canon durch die Wirtschaftskrise begründet. Allerdings sieht der Konzern auch Anzeichen für eine Marktsättigung in seinen Kernbereichen Photographie, Drucker und Kopierer. Das Unternehmen steht also unter Zugzwang, in neuen Geschäftsfeldern Fuß zu fassen, um Mitarais Wachstumspläne nicht zu gefährden.

Die Robotik wird für japanische Konzerne auch deshalb zum interessanten Wachstumssektor, weil sich Südkorea im Bereich der Consumer-Elektronik in den vergangenen Jahren zum starken Konkurrenten gemausert hat. Im Bereich der Robotik hingegen hat Japan noch einen technologischen Vorsprung, den Canon ebenso wie andere japanische Unternehmen nun zu nutzen trachtet. (pte)

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