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30.09.2010 Alex Wolschann/pte

ELGA: Große Verunsicherung in Ärzteschaft

Das österreichische e-Health-Großprojekt ELGA sorgt weiterhin für heftige Diskussionen. Vor allem unter den niedergelassenen Ärzten herrscht noch große Verunsicherung.

Das österreichische e-Health-Großprojekt ELGA sorgt weiterhin für heftige Diskussionen. Während Vertreter der Ärzte- und Apothekenkammer, aber auch der Patienten- und Pflegeanwaltschaft sowie der bisher kritischen Initiative Elga nun an einem Strang ziehen, um die Elektronische Gesundheitsakte auf Schiene zu bringen, herrscht vor allem unter niedergelassenen Ärzte noch große Verunsicherung.

Das wurde auf einer von Con.ect veranstalteten e-Health-Konferenz gestern, Mittwoch, an der Universität Wien deutlich. "ELGA klingt wie ein Projekt für übermorgen. Dabei sollten wir zunächst die Probleme des Hier und Jetzt lösen", meinte ein im Saal anwesender Wiener Allgemeinmediziner. Abgesehen von der finanziellen Belastung habe die Einführung der e-Card in Wahrheit zu mehr Bürokratie und ungelösten Medienbrüchen geführt, so der niedergelassene Arzt.

"Mit ELGA soll der Hausarzt im Gegenteil mehr Zeit haben, sich um die Patienten zu kümmern", zeichnete Susanne Herbek, Geschäftsführerin der ELGA GmbH, ein positives Zukunftsszenario. Patienten würden schon heute besser informiert zum Arzt kommen als früher. Mediziner seien daher gefordert, diesem Wissen und Halbwissen mit guter Beratung und Entscheidungshilfe entgegenzutreten. Der Zugriff auf die relevanten Gesundheits- und Behandlungsdaten des Patienten stelle dabei eine wesentliche Verbesserung und Hilfe dar, so Herbek.

"Der Einsatz von IKT im Gesundheitswesen soll und darf kein Ersatz für medizinische Leistungen sein", erklärte Sektionschef Clemens Auer vom Bundesministerium für Gesundheit. "e-Health-Projekte wie ELGA sehe ich vielmehr als Chance, Prozesse zu optimieren und die Qualität zu steigern. Die Patienteninteressen stehen dabei im Mittelpunkt", so Auer.

"Die Patienten lieben die e-Card, keine Frage. Aus Ärztesicht muss man für die nächsten e-Health-Projekte aber die Finanzierung gewährleisten", meinte auch Susanna Michalek von der Initiative ELGA. Der technische und personelle Aufwand für den Ordinationsbetrieb sei schon jetzt sehr hoch. "Es kann ja nicht sein, dass wir Ordinationen sperren müssen, nur weil der Computer nicht funktioniert", warnte Michalek.

Die im Zusammenhang mit der e-Card-Einführung aufgetretene Kritik kann auch Sektionschef Auer verstehen. "Hier hat es definitiv eine Lernkurve gegeben, die wir bei der ELGA-Umsetzung berücksichtigen müssen und werden. Bei der Entwicklung der Applikationen müssen die tatsächlichen User viel stärker eingebunden werden", so Auer. In der Ärzteschaft ortet der Sektionschef mittlerweile ein Umdenken: "Die IKT wird längst nicht mehr als Teufelswerk empfunden."

Den Diskussionen und Wortspenden auf dem Kongress nach dürfte aber noch ein großes Maß an Überzeugungsarbeit von den ELGA-Verantwortlichen zu leisten sein. Patienten dürften nicht auf einen Datensatz reduziert werden, so ein geäußerter Einwand. Auch die potenzielle missbräuchliche Verwendung von Daten bleibe weiterhin ein heikles Thema, lauteten einige kritische Stimmen.

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