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19.10.2010 Michaela Holy

Die Zukunft der Mensch-Maschine-Interaktion

Apple-Mitbegründer Steve Wozniak und Zukunftsforscher Ray Kurzweil diskutierten zum Thema "Manchine. From Mankind to Machine?". Hannes Ametsreiter begrüßte über 800 Gäste beim diesjährigen future.talk der Telekom Austria Group.

Man or machine: Who is the master? Wenn Mensch und Maschine zunehmend verschmelzen, wer bestimmt wen? Wo braucht der Mensch Maschinen und wo können ihn diese unterstützen? Mit diesen Fragen setzte sich die Telekom Austria Group gestern im Rahmen des future.talk 2010 auseinander und lud dazu mit Steve Wozniak und Ray Kurzweil zwei herausragende Visionäre nach Wien. Während der Apple-Mitbegründer und Techniker Wozniak in seinem Vortrag darauf einging, dass Maschinen unser Bildungs- und Schulsystem revolutionieren, ist der Erfinder Kurzweil überzeugt, dass menschliche Schwächen künftig durch Technologie im Körper ausgeglichen werden. Die beiden Speaker faszinierten mit ihren Zukunftszenarien die Gäste in der Remise Erdberg.

"Maschinen spielen eine immer größer werdende Rolle in unserem Leben. Sie machen uns das Leben leichter, nehmen uns Arbeit ab, unterstützen uns, wenn der Körper wegen Krankheit versagt und verschaffen uns Zugang zu Informationen, egal, wo wir uns befinden. Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine ist heute Thema und wird vor allem auch die Diskussionen der Zukunft bestimmen. Daher ist "Manchine" auch das Thema beim future.talk 2010", so Hannes Ametsreiter, Generaldirektor der Telekom Austria Group und Gastgeber des Abends. Wie Mensch und Technologie zusammenspielen, ist für die Telekom Austria Group als Infrastrukturanbieter von zentraler Bedeutung.

"In Wahrheit geht es nicht um Geld, sondern um Glücklich-Sein", leitete Steve Wozniak, der Mitte der 70er-Jahre den allerersten Apple-Computer erdachte, programmierte und auch selbst zusammenlötete, seine Keynote ein. Auf Enthusiasmus komme es an. Der Rest ergebe sich quasi von selbst. Grundsätzlich halte er die Förderung des Erfindergeistes von jungen Menschen für das Wichtigste überhaupt. In Anspielung auf das "Manchine" Thema des Abends sagte Wozniak, er könne sich sogar Roboter-Lehrer vorstellen: "Stellen Sie sich vor, Sie hätten 30 Lehrer in einer Klasse." Denn Schulen "haben nie genug Geld, weil die Kinder keine Wählerstimmen haben".

Der "dienstälteste" Apple-Mitarbeiter, Philanthrop und Querdenker hofft auf die baldige Verbreitung von natürlichen, menschlichen Interfaces - im nächsten Schritt wohl die Gestensteuerung. Der bisher eintrainierte Umweg über eine Maus scheint ihm heute reichlich altbacken vorzukommen. Den möglichen Konflikt Mensch/Maschine begegnete er mit der Gegenfrage "Master or slave - will we even care?"

"Seit meinem fünften Lebensjahr bin ich Erfinder", stellte sich Ray Kurzweil vor. Seine Erfindungen sind vielfältig, vom Flachbettscanner bis zu speziellen Synthesizern, und brachten ihm den Titel "the ultimate thinking machine" von "Forbes" ein. In den folgenden sechs Jahrzehnten hat er für seine Erfindungen und sein visionäres Denken 19 Ehrendoktoratstitel erhalten. Sein Credo lautet: Nichts - wirklich nichts - ist unmöglich; weder die Energieversorgung allein aus der Sonne, noch die Nanomedizin, noch die Züchtung von Hühnerkeulen - anstelle von ganzen Hühnern.

Der Zukunftsforscher zeichnet vor allem für Manchine im Bereich Medizin ein aus heutiger Sicht fantastisches Bild: Nanoroboter werden Teil der roten Blutkörperchen - Diabetes und Alzheimer sind heilbar. Kurzweil führte auch vor Augen, warum er sich mit seinen Prognosen so sicher ist: In sehr vielen Bereichen verlaufen Entwicklungen gemäß einer Exponentialfunktion. Von 1 auf 100 Prozent liegen gerade 7 Verdoppelungen, erinnert er an den gymnasialen Mathematikunterricht: Es kann alles sehr schnell gehen.

In der von Ingrid Thurnher moderierten Diskussion sponn das Publikum die Ideen weiter: Die Fragen drehten sich von einem "Abschalten" von Genen über die ewige Jugend bis hin zur Übertragung der eigenen Persönlichkeit auf das Netz - ohne physisch noch existieren zu müssen. Unter den interessierten Gästen waren Alfred Hudler, Vorstand Vöslauer sowie die RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl und Georg Serentschy, Regina Prehofer, ehemalige Vorstandsdirektorin der BAWAG P.S.K., Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes, Peter Michaelis, ÖIAG-Vorstand, sowie die Nationalratsabgeordneten Elisabeth Hakel und Karin Hakl.

Für den future.talk öffnete erstmals die Remise Erdberg als Eventlocation die Tore: Das im 19. Jahrhundert errichtete Gebäude beherbergt das Wiener Straßenbahnmuseum. Für die künstlerische Gestaltung der Veranstaltung konnte die Telekom Austria Group Zachary Lieberman gewinnen. Der US-amerikanische Künstler setzt sich mit der Schnittstelle Mensch-Maschine auseinander und visualisierte den future.talk 2010 - und zwar mit einer Maschine. Lieberman entwickelte ein Programm, das aus Wörtern Bilder zeichnet. Diese Bilder werden dann von einer Maschine selbstständig geschaffen. Die Gäste konnten mit dieser Maschine interagieren und selbst ihre Botschaften an die anderen Gäste schicken.

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