Herbert Parnreiter, Industrie Informatik: Krise macht Personalplanung in produzierenden Betrieben immer wichtiger Detail - Computerwelt

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20.10.2010 Oliver Weiss

Herbert Parnreiter, Industrie Informatik: Krise macht Personalplanung in produzierenden Betrieben immer wichtiger

Das 1991 in Linz gegründete Unternehmen Industrie Informatik hat sich in den letzten Jahren mit der Produktfamilie Cronetwork als Hersteller für MES (Manufacturing Execution Systems) etabliert.

Im Gespräch mit der COMPUTERWELT spricht Parnreiter über die aktuellen Trends und Herausforderungen in der produzierenden Industrie.

Computerwelt: Was genau macht Industrie Informatik? Herbert Parnreiter: Wie unser sprechender Name schon sagt: Wir stellen Software für die Industrie her. Genauer gesagt: Software für produzierende Unternehmen, die ihnen hilft, ihre Professionalität zu erhöhen, die ihnen dabei hilft, ihre Effektivität in der Produktion zu messen und zu steigern. Damit leisten wir einen erheblichen Anteil, dass unsere Kunden profitabler sind als andere Unternehmen.

Was bietet Industrie Informatik alles an? Wir sind kein Individualsoftwareanbieter. Wir machen Standardsoftware für produzierende Unternehmen und setzen dabei unterhalb der ERP-Ebene an. Das heißt wir konkurrieren nicht mit SAP oder Jet Orbit oder anderen ERP-Systemen. Dort wo diese Lösungen Richtung Produktion enden, dort setzen wir an. Die Aufgabe unserer Software ist, es die Aufträge aus den ERP-Systemen zu planen, den Mitarbeitereinsatz dafür zu planen, die Liefertermine zu ermitteln. Das ist einmal die Planung. Das setzt sich dann in der Fertigung fort, wo wir bis an die Maschine gehen. In Kombination mit der Technik der Maschine wird dann gemeldet, was die Maschine tut, welcher Auftrag gerade bearbeitet wird, ob eine Störung vorliegt, etc. Diese Informationen sammelt unsere Software und führt die Daten wieder ins ERP-System zurück. Das Besondere an unserer Software ist zudem, dass sie vollständig im Web verfügbar ist. Es gibt meines Wissens heute noch keine andere MES-Software, die in dieser Funktionalität im Browser verfügbar ist.

Warum ist das so wichtig? Weil das Erhaltungs-, Wartungs- und Betreuungskosten massiv senkt. Es ist ein Unterschied, ob ich wo hinfahren muss, in ein Werk in Polen zum Beispiel, um eine Software lokal zu installieren, oder ob ich an Polen ein E-Mail mit dem Link schicke, die starten den Link und können mit der Applikation arbeiten. Die Produktion in Polen zu starten, heißt bei uns auf einem Internet-Rechner einen Link einzugeben.

Wie werden die Maschinen mit der Software verknüpft? Wir haben da kleine Module. Die hängt der Betriebselektriker, der vorher einen Schaltplan bekommt, an die Maschine an und zieht dann seine Drähtchen hin. Auf der anderen Seite hängt es dann am Internet.

Was sind derzeit die großen Themen in der produzierenden Industrie? Von den inhaltlichen Themen ist Planung ein großes Thema geworden, vor allem in Richtung Personalplanung. Vor der Krise war die Planung in produzierenden Unternehmen sehr stark maschinenorientiert, mit der Krise hat sich das geändert in Richtung personalorientierte Planung: Die Unternehmen haben Mitarbeiter abgebaut oder sind zu Kurzarbeit übergegangen, haben dann doch wieder Aufträge bekommen und konnten dann die Aufträge nicht mehr abwickeln.

Weil die Mitarbeiter fehlen? Genau: Weil die Mitarbeiter nicht mehr da waren. Jetzt waren zwar die Maschinen alle verfügbar, nicht aber das Personal. Deshalb ist auch Maschinenplanung derzeit kein Thema, zumindest kein verkaufbares Thema. Die Auslastung ist nicht so hoch, dass die Unternehmen sagen: Ich muss effizienter werden, weil alle Maschinen voll ausgelastet sind. Bei 70 Prozent Auslastung ist das kein Thema, dafür ist eben die Mitarbeiterplanung interessant geworden.

Sie helfen ihren Kunden dabei, messbarer zu werden. Wie? Was vermehrt kommt, ist die Einführung von Kennzahlensystemen in der Industrie um messbar zu werden. Um Schwachstellen zu erkennen und dadurch unnötige Kosten wegzubringen. Wenn ich weiß, wo ich nicht wirklich produktiv bin, dann kann ich dort ansetzen

Was bedeutet diese Entwicklung für Industrie Informatik? Große Investitionen in produzierenden Betrieben wurden nicht freigegeben. Das beginnt jetzt wieder. Es wird wieder investiert. Ein Schwerpunkt ist eben wie erwähnt Planung: Die Firmen wollen nicht gleich wieder Mitarbeiter aufnehmen, sondern wollen die Mitarbeiter, die sie haben, effizient einsetzen.

Das Gespräch führte Oliver Weiss.

ZUR PERSON Herbert Parnreiter arbeitete nach seiner Ausbildung zum Maschinenbauingenieur mehrere Jahre bei einem international tätigen Anlagenbauunternehmen. Während dieser Zeit absolvierte er auch das Studium der Betriebswirtschaft. Es folgten 10 Jahre erfolgreicher Tätigkeit für ein IT-Unternehmen, wo Parnreiter verantwortlich für den Vertrieb und die Einführung von Lösungen zur Produktionsplanung und -steuerung zeichnete. 1991 erfolgte der Schritt in die Selbständigkeit mit der Gründung der Industrie Informatik.

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