Thomas Schöpf, Kapsch Carriercom: Vom erfolgreichen Nischenplayer zum Weltmarktführer Detail - Computerwelt

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01.12.2010 Christof Baumgartner

Thomas Schöpf, Kapsch Carriercom: Vom erfolgreichen Nischenplayer zum Weltmarktführer

Kapsch Carriercom ist Anfang des Jahres zu einem globalen Player und bei GSM-R zum Weltmarktführer aufgestiegen. COO Thomas Schöpf verbringt seitdem viel Zeit in Flugzeugen.

Der österreichische Netzwerkspezialist Kapsch Carriercom (KCC) ist seit der Übernahme von Teilen der GSM-Sparte und der Bahnfunksparte (GSM-R) des in Schwierigkeiten geratenen kanadischen Telekommunikationsunternehmens Nortel Anfang des Jahres zu einem globalen Player und bei GSM-R zum Weltmarktführer aufgestiegen. COO Thomas Schöpf verbringt seitdem viel Zeit in Flugzeugen. Im Computerwelt-Gespräch spricht er über die neue Position des Unternehmens.

Computerwelt: Herr Schöpf, wie hat das Unternehmen den Schritt zum Global Player verkraftet und was hat sich verändert? Thomas Schöpf: Für uns hat sich das Tätigkeitsfeld enorm vergrößert. Wir sind in den Bereichen GSM-R, aber auch im Mobilfunk sehr erfolgreich. Kürzlich konnten wir einen 13 Millionen Euro-GSM-R-Auftrag in Spanien gewinnen. Auch die englische Bahn hat einen Großauftrag platziert, der vor den olympischen Spielen 2012 fertig sein muss. Weiters sind wir in Südamerika, Zentral- und Osteuropa und Asien aktiv. Das GSM-R-Thema boomt. Wir haben derzeit 24 Angebote draußen.

Ist Kapsch Carriercom auch in Nordamerika tätig? Mit GSM-R sind wir überall, also global im Geschäft. Wir waren zum Beispiel kürzlich in Kalifornien, wo jetzt eine Analyse durchgeführt wird, wie das Thema ab 2016 realisiert werden könnte. Auch in Russland, China und Indien ist viel in Bewegung.

Wie sieht es im Mobilfunk-Bereich aus, in dem Kapsch auch aktiv ist? Da sieht es auch viel besser aus als erwartet. Da ist vor allem der 2G, also der GSM-Bereich, für uns interessant. Das ist zwar eine alte Technologie, die aber noch sehr wichtig ist, vor allem im Voice-Bereich. Natürlich muss man da begrenzt denken, da die Technologie abgelöst wird. Da reden wir von Aufträgen, die sich über die nächsten vier bis zehn Jahre belaufen. Aber in Ländern wo wir in diesem Bereich stark aktiv sind, wie zum Beispiel Frankreich und Taiwan, wollen wir in weiterer Folge als Systemintegrator tätig werden. Das heißt wir wollen die Kundenbeziehungen nutzen, um andere Themen beziehungsweise Produkte, die wir in Österreich und Zentral- und Südosteuropa schon erfolgreich auf den Markt gebracht haben, auch bei diesen Betreibern zu positionieren. Und da sind wir sehr gut unterwegs.

Wie sieht das Verhältnis zwischen GSM-R- und Mobilfunkbetreibern aus? Derzeit sieht die Umsatzverteilung so aus, dass die Kurve im Public-Bereich (Public Operator, Anm.) derzeit sehr hoch ist, aber in absehbarer Zeit nach unten geht. Die Kurve im GSM-R-Bereich verhält sich genau umgekehrt. Da beginnen die Aufträge erst, sind aber sehr langfristig. Unsere Strategie sieht also so aus, dass wir im GSM-R-Bereich entsprechend das Potenzial realisieren werden und den Public-Operator-Zugang, den wir derzeit haben, mit anderen Themen füllen als mit 2G-Infrastruktur. Da gibt es sehr viele Möglichkeiten. Zum Beispiel unsere eigenen Produkte oder neue Partnerschaften, wo wir in verschiedenen Technologien zusammenarbeiten können.

Warum geht Kapsch nicht den nächsten Schritt und setzt auf Entwicklung im 3G- oder 4G-Bereich? Erstens wäre es dafür viel zu spät und zweitens gibt es in der GSM-Technologie noch einiges zu entwickeln wie zum Beispiel im Sicherheitsbereich. Wir beschäftigen in diesem Bereich in der Entwicklung nach wie vor über 300 Mitarbeiter. Bahnen wollen eine verlässliche Technologie und keine Experimente.Es ist auch nicht unser Ziel, uns mit LTE-Unternehmen wie Ericsson oder Huawei zu messen. Unser Ziel ist, dass wir uns bei den Bahnen etablieren. Aber als Systemintegrator gehen wir natürlich auch die nächsten Schritte der Technologie mit. Wie wird denn der Name Kapsch als globales Unternehmen international wahrgenommen? Da hilft die Erfolgsstory der Kapsch Trafficcom, die weltweit sehr aktiv im Markt ist. Was uns auch hilft, sind die Mannschaften, die wir von Nortel übernommen haben. Das heißt, die Mannschaft, die bisher den Markt bearbeitet hat, tut dies auch weiter. In Ländern wie Taiwan wurden wir zuerst schon gefragt, wer wir sind und woher wir kommen. In Europa ist der Name Kapsch relativ gut bekannt. Dazu kommt, dass Bahnen ebenso wie das Straßennetz meistens Staatseigentum ist und man deshalb auch mit ähnlichen Zielgruppen zu tun hat.

Das Gespräch führte Christof Baumgartner.

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