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09.01.2011 apa

JoWooD insolvent

Eine Neustrukturierung samt Kapitalzuschuss beim angeschlagenen steirischen Spielehersteller ist gescheitert, das börsenotierte Unternehmens ist insolvent.

Der Vorstand hat ein Sanierungsverfahren beantragt, teilte die Gesellschaft mit. Man hofft auf einen Fortbestand. Kurz nach 13.00 ist am Freitag der Handel an der Wiener Börse in JoWood-Aktien ausgesetzt worden.

JoWooD hatte zuletzt rund 90 Mitarbeiter beschäftigt. Kürzlich hatte JoWooD ad hoc mitgeteilt, dass der ehemalige Hauptaktionär Koch Media auf 2,36 Mio. Euro verklagt wurde. Der Vorwurf: Die von Koch Media im Zuge der bei JoWooD im Jänner 2006 durchgeführten Sachkapitalerhöhung als Sacheinlage eingebrachten Forderungen waren überbewertet.

Zeitgleich wurde mitgeteilt, dass sich JoWooD in einer "angespannten wirtschaftlichen Lage" befinde. Noch unmittelbar vor dem Aussetzen des Börsenhandels hieß es von JoWooD auf APA-Anfrage, die Lage sei schwierig, aber beherrschbar. Die Tiroler Koch Media hatte zuweilen bis zu 45 Prozent an den Steirern gehalten. Als sich die Tiroler zurückgezogen hatten, sprachen sie davon, dass die "Rettungsaktion" geglückt sei. In den ersten neun Monaten bis September 2010 fuhr JoWooD unterm Strich einen Konzernverlust von 25 Mio. Euro ein. Im abgelaufenen Jahr fielen Millionenabschreibungen auf den Beteiligungsansatz der Konzerntochter DreamCatcher (Goodwill) bzw. JoWooD Iberica S.L. (in Stilllegung) an.

Bei der Bekanntgabe der Drittquartalszahlen hatte die Gesellschaft Mitte Dezember gemeldet, gegenwärtig mit Investoren zu verhandeln, um die Eigenkapitalbasis und Liquidität zu stärken. Das war allerdings nicht das erste Mal, dass die Steirer in wirtschaftlichen Turbulenzen waren. Nunmehr hat JoWooD die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens beim Handelsgericht Wien beantragt. Die Anleihengläubiger werden gebeten, sich direkt beim Unternehmen zu melden. "Der Vorstand geht davon aus, dass die Verhandlungen mit den Gläubigern und möglichen Investoren innerhalb von 90 Tagen positiv durchgeführt und abgeschlossen werden können und somit der Fortbestand des Unternehmens gesichert werden kann", hieß es in der ad hoc-Mitteilung von Freitag. (apa)

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