Ein Heute für Kinder, deren Morgen in den Sternen steht Detail - Computerwelt

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05.05.2010 Oliver Weiss

Ein Heute für Kinder, deren Morgen in den Sternen steht

Uniqa hat den Customer Innovation Award 2009 der Software AG gewonnen. Die 2.500 Euro Preisgeld gehen an den Sterntalerhof, ein Kinderhospiz für schwer kranke und unheilbare Kinder.

Die Software AG verleiht jährlich den »Customer Innovation Award« für herausragende IT-Lösungen in den Kategorien Kundenservice, Innovation, Produktivität und Return-On-Investment. 2009 ging der Preis für die erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung des gesamten Posteingangs an die Uniqa Group Austria. Jährlich sind das 46 Tonnen Papier, die heute nicht mehr im Hause Uniqa anfallen. Das Projekt der kompletten Digitalisierung des Posteinganges konnte überzeugen, weil Uniqa erfolgreich einen bestehenden Arbeitsablauf optimiert und damit die Effizienz und Schnelligkeit der Kundenbetreuung erheblich verbessert hat.

Täglich gehen bei den Versicherungsgesellschaften der Uniqa-Gruppe rund 6.000 Briefsendungen ein. Der Aufwand für deren Sortierung und Weiterleitung an die zuständigen Sachbearbeiter ist beträchtlich. Seit 2009 arbeitet die Uniqa deshalb in Sachen Digitalisierung mit der österreichischen Post und deren Tochter Scanpoint zusammen. Mit Hilfe von WebMethods BPMS (Business-Process-Management) hat Uniqa für ihre österreichischen Gesellschaften den gesamten Prozess vom Posteingang bis zur Sachbearbeitung automatisiert und die Basis für weitergehende Projekte zur Prozessoptimierung geschaffen. Wird heute an die Uniqa ein Brief per Post versandt, so landet er gleich auf dem Bildschirm des zuständigen Sachbearbeiters. Der Brief wird zuvor an eines der sechs Briefzentren der Post zugestellt, dort von Mitarbeitern der Posttochter Scanpoint sortiert, geöffnet, mit einem Barcode versehen, digitalisiert und den zuständigen Uniqa-Abteilungen und -Mitarbeitern zugeteilt.

Durch die Digitalisierung kommt es zu einer Verkürzung der Durchlaufzeiten von mehreren Tagen auf ein bis zwei Stunden. Weiters kann von vornherein eine präzise Zuordnung von Dokumenten auf die zuständigen Sachbearbeiter garantiert werden. Durch den elektronischen Belegfluss können jährlich 46 Tonnen Papier bei Uniqa eingespart werden. Außerdem gibt es kein Warten auf die Post mehr. Vor der Einführung des Systems waren 40 Prozent der jährlich rund einen Million Poststücke immer gerade im Unternehmen unterwegs. Aufgrund der raschen Zugänglichkeit der Dokumente konnte die Effizienz in der Abwicklung enorm gesteigert und die Kundenbetreuung intensiviert werden. Die digitalisierte Verarbeitung bedeutet für Uniqa eine fundamentale Umstellung, die sich auch finanziell auszahlt: Das Einsparungspotenzial liegt bei elf Millionen Euro pro Jahr. Gekostet hat das Projekt im Vergleich dazu lächerliche vier Millionen Euro.

RASTSTÄTTE FÜR SCHWERKRANKE KINDER Bei derartig hohen Einsparungen kann Uniqa getrost auf die 2.500 Dollar Preisgeld verzichten und ein wenig soziale Verantwortung wahrnehmen. Der Betrag geht deshalb an den Sterntalerhof, der »Kindern, deren Morgen in den Sternen steht, ein Heute schenkt«. Schwer kranke, dem Tod geweihte Kinder finden hier eine Raststelle auf ihrem oft nur mehr sehr kurzen Lebensweg. 1999 von dem Tiroler Pater Peter Kai als Verein gegründet, ist diese in Österreich einzigartige Einrichtung per 1. März 2010 vom alten Standort in Stegersbach nach Loipersdorf-Kitzladen im Burgenland übersiedelt, wo mit Hilfe von unzähligen Sponsoren eine Reithalle für das Therapiereiten sowie optimale Unterkünfte für die zu betreuenden Familien errichtet wurden.

Das Konzept sieht vor, dass hier Familien mit ihren kranken Kindern für bis zu drei Wochen unter anderem eine Pferdetherapie in Anspruch nehmen können. Pferde (im Bild der ehemalige Turnierhengst Silber) dienen dabei einerseits dem Therapeuten als Indikator für die Situation des Kindes, da sie sehr empfindsame Tiere sind und die Gefühlswelt der Reiter widerspiegeln, und geben andererseits dem Kind ein Gefühl von Sicherheit (»getragen werden«) und Glück. Oder um es mit den Worten der Mutter eines sechsjährigen, an Krebs erkrankten Jungen zu sagen: »Ich bin bereits das vierte Mal am Sterntalerhof, wieder für eine Woche. Mein Sohn blüht hier richtig auf. Der Tag müsste 30 Stunden für ihn haben, so aktiv ist er. So, als ob er hier sein ganzes Leben leben würde. Ich spüre, dass er sich hier ganz normal fühlt, er ist einfach glücklich.«

JEDER ZAHLT SOVIEL ER KANN Rund 100 Familien und ihre schwerkranken Kinder betreut der Sterntalerhof jedes Jahr. Die Kosten für eine Woche »ganzheitliche Lebensbegleitung« liegen bei rund 2.500 Euro pro Familie – das benötige Jahresbudget beläuft sich auf knapp 300.000 Euro. Finanziell benachteiligte Familien kommen aber trotzdem nicht zu kurz: »Wir weisen eine Familie nie ab, nur weil sie sich den Aufenthalt nicht leisten kann«, erklärt Peter Kai. »Jede Familie zahlt, soviel sie kann, den Rest bringen wir über Partner, Paten oder Spender auf.« Bei 300.000 Euro Jahresbedarf kein Honigschlecken.

Der IT-Leiter von Uniqa Software Service, Werner Kurzreiter, ist stolz auf den Erfolg: »Ich sehe uns heute als dreifachen Gewinner: Wir haben ein wichtiges Projekt erfolgreich umgesetzt, wir haben mit dem Preis der Software AG eine schöne Anerkennung erhalten und freuen uns, damit eine karitative Organisation unterstützen zu können. Die 2.500 Dollar runden wir auf 2.500 Euro auf und spenden sie dem Sterntalerhof, einem stationären Kinderhospiz, das sich zur Aufgabe gemacht hat, schwerkranke und unheilbare Kinder und deren Familien zu betreuen.«

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