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08.09.2010 Christof Baumgartner

Auf dem Datenhighway aus der Krise

Das internationale Forum Alpbach stand heuer im Schatten der Wirtschafts- und Finanzkrise. Dabei ging es weniger die Suche nach Wegen aus derselben, sondern darum, wie man mit ihr umgeht und einen neuerlichen Abschwung vermeidet.

alpbach – Fast 4.000 Teilnehmer aus 63 Nationen haben an dem heurigen Europäischen Forum Alpbach teilgenommen. Die am 19. August eröffnete Veranstaltung stand heuer unter dem Generalmotto »Entwurf und Wirklichkeit«. Es ging naturgemäß um die Krise und den Umgang mit ihr. Auch wenn es der Realwirtschaft schon wieder besser geht – die Krise ist noch nicht vorbei. Darüber waren sich die Teilnehmer der Eröffnungsdiskussion der Wirtschaftsgespräche einig. Laut Romano Prodi, ehemaliger Präsident der EU-Kommission und früherer italienischer Regierungschef, braucht es immer rund sechs Jahre, um eine Krise zu überwinden. Deshalb warnte er vor verfrühtem Optimismus, es gebe zwar einen leichten Aufwärtstrend, aber die Ursachen der Krise seien nicht beseitigt worden. In den USA gebe es nach wie vor Probleme auf dem Immobilien- und auf dem Arbeitsmarkt und das Beipiel Griechenland zeige, dass es auch innerhalb einer EU zu Überraschungen kommen kann. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner sagte, dass Europa im Vergleich zu den wendigeren Schwellenländern an Wettbewerbsfähigkeit verloren habe. »Weltweit ist im Vorjahr die Wirtschaft in 58 Staaten gewachsen, in Europa nur in einem Land, nämlich in Polen«, so Mitterlehner. Die europäischen Staaten und viele andere Industrienationen stehen jetzt vor der Herausforderung, schnell zu handeln. Notwendiger Ausbau der IT-Infrastruktur Um schnell handeln zu können, bedarf es aber einer modernen Infrastruktur. Laut Hannes Ametsreiter, Geschäftsführer der Telekom Austria Gruppe (TA), hinke Europa beim Ausbau der IT-Infrastruktur nach wie vor hinterher. Diese sei aber heute besonders wichtig: »Die einzige Infrastruktur, deren Nutzung nicht sinkt oder gleich bleibt sondern exponentiell steigt, ist der Datenhighway«, so Ametsreiter, und weiter: »IKT- und Breitbandinfrastruktur leisten in den verschiedensten Arbeits- und Lebensbereichen einen wesentlichen Beitrag, um den Beruf effizienter und das Privatleben einfacher zu gestalten. Das reicht vom regionalen Gesundheits- und Pflegewesen über die öffentliche Verwaltung bis hin zu weltweit vernetzten Bildungseinrichtungen.« Ametsreiter betonte die große Bedeutung von Innovationen in Krisenzeiten und strich darüber hinaus das Thema Change Readiness, also die Fähigkeit und den Willen, mit Veränderungen positiv umzugehen, hervor. In Europa sind laut Ametsreiter rund 30 Prozent aller EU-Bürger, also 150 Millionen Menschen, noch nie im Internet gewesen. Die Europäische Kommission hat im Mai 2010 die Digitale Agenda präsentiert, deren Ziel es ist, allen Bürgern der EU den Zugang zu Breitband-Internet bis zum Jahr 2013 zu ermöglichen und sie an digitale Dienste und Medien heranzuführen. Laut einer Studie würden vor allem osteuropäische Länder diesem ambitionierten Ziel hinterherhinken. Obwohl sich laut Studie das Einkommensniveau im Vergleich zu Westeuropa verringert hat, konnte der Ausbau der Breitbandinfrastruktur in CEE im selben Zeitraum nicht mithalten. 150 Millionen EU-Bürger noch nie im Internet Die transportierten Datenmengen explodieren: Täglich kommen pro Sekunde 4.000 neue Webadressen hinzu. Dieser Entwicklung könne man auf Infrastrukturseite nur mit gezielten Ausbaumaßnahmen und mit der Implementierung neuer Mobilfunktechnologien wie HSPA+ oder in Zukunft LTE gerecht werden. Ametsreiter forderte ein weiteres Mal die Politik auf, tätig zu werden. Beispielsweise würden durch vereinfachte und beschleunigte Genehmigungsverfahren für Basisstationen sowohl die Wirtschaft als auch die Konsumenten profitieren. Darüber hinaus soll durch klare Regulierungsrichtlinien Rechtssicherheit hergestellt werden, um den dringend notwendigen Glasfaserausbau in Europa voranzutreiben. Die TA selber investiert bis 2013 rund eine Milliarde Euro in den Ausbau des Festnetzes und rund 500 Millionen Euro in das Mobilfunknetz. Doch nicht nur die Politik scheint gefordert. Auch die Telekommunikationsunternehmen selber müssen etwas zur Verbesserung beitragen. Beim Salzburger Telekomforum, das zur gleichen Zeit wie das Forum Alpbach stattfand, zeigte sich abermals, wie sehr die Sichtweisen der Fest- und Mobilfunknetzanbieter von einander abweichen. Die Mobilfunker sehen in einem Ausbau der Glasfasertechnologie bis zu jedem Haushalt keinen Sinn. »Wir brauchen Glasfaser nur, um den Verkehr aus den Mobilfunknetzen abzuführen, so Michael Krammer, CEO von Orange Österreich. Das Gegenargument ist, dass der gewaltige Breitbandbedarf durch Mobilfunknetze nicht abgedeckt werden kann. Ein vernünftiges Miteinander wäre dabei zielführend. [.]

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