Überdimensional dreidimensional Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


08.09.2010 Alex Wolschann/idg

Überdimensional dreidimensional

3D-Fernseher sind das vorherrschendeThema auf der 50. IFA in Berlin. Obwohl es noch kaum Inhalte oder Standards gibt, zeigen sich die Besucher sehr interessiert. Auch grüne Fernseher erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

WIEN – Die erste Internationale Funkausstellung datiert aus dem Jahr 1924. Weil die Messe erst seit 2005 jährlich stattfindet, ist die IFA 2010 exakt Ausgabe Nummer 50. Neben allen möglichen Arten von Unterhaltungselektronik werden auf der Berliner Messe auch Haushaltsgeräte wie Staubsauger, Kaffeemaschinen, Abwaschmaschinen oder Kühlschränke gezeigt. Im Gegensatz zu vielen anderen Elektronikmessen erfreut sich die IFA nach wie vor großer Beliebtheit. Das liegt wohl auch am großen Thema 3D, das seit dem Blockbuster Avatar in aller Munde ist. Nun wollen die Konsumenten das Erlebnis in den eigenen vier Wänden. Daher wurde auch dem Thema »Vernetztes Heim« breite Aufmerksamkeit gewidmet. Besondere Lösungen, die Inhalte vom Computer einfach und vor allem kabellos an die Fernseher transportieren, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Ein völlig neues Thema ist an der diesjährigen IFA nicht auszumachen, da zumindest theoretisch 3D auch schon vor zwölf Monaten Thema war. Die Hersteller fahren da weiter, wo sie letztes Jahr aufgehört haben. Das größte Thema bei den Fernsehern ist wie erwähnt 3D, gefolgt von ökologischen Produkten. Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung sind weiter im Vormarsch. Mittlerweile machen sie den größten Teil der Geräte aus. Aber auch Plasmabildschirme und LCD mit klassischer Kathodenbeleuchtung haben nach wie vor ihren Platz. Fernsehen in 3D Wer das ganze Jahr über News zu diesen Themen gelesen hat, wird an der IFA wenig Neues im TV- und Heimkinobereich entdecken. Vergleicht man diese IFA aber mit der letzten, hat sich schon sehr viel getan. Gab es vor einem Jahr noch keinen einzigen 3D-Fernseher, den man tatsächlich kaufen konnte, dürfte es dieses Jahr eine dreistellige Anzahl an Modellen sein. Alle wichtigen Hersteller führen 3D-Fernseher im Sortiment. Die Marktführerschaft in diesem Bereich hat klar Samsung an sich gerissen. Samsung war der Erste mit pfannenfertigen Produkten und hat seitdem die breiteste Palette. Zum Erfolg beigetragen hat bestimmt auch die Live-Umrechnung von 2D auf 3D, da noch wenige Original-3D-Filme erhältlich sind. Der Philips Cinema 21:9 ist in der neuen Version auch 3D-fähig, und das ist eine echte IFA-Neuheit. Gerade bei diesem voll auf Heimkino ausgerichteten Produkt ist 3D sinnvoll. Den entsprechenden Signalempfänger hat er bereits im Gerät integriert – es ist keine externe Box nötig. Mit 58 Zoll (147 cm) Diagonale ist er zudem noch etwas größer als der Vorgänger (56 Zoll). Er bietet Direct LED (Hintergrundbeleuchtung, die lokal gedimmt werden kann) und 400-Hz-Technologie. Der neue Breitbildschirm ist auch in der Lage, zwei Bewegtbilder nebeneinander darzustellen (Split-Screen). Auch bei den 3D-fähigen Blu-ray-Playern gibt es mittlerweile eine recht große Auswahl. Samsung hat mit dem BD-C8900S erstmals ein Gerät mit Aufnahmefunktion vorgestellt. Falls in absehbarer Zeit 3D-Sendungen übers Fernsehen ausgestrahlt werden, können diese auf der 500 GB großen Festplatte gespeichert und ohne Qualitätsverlust angeschaut werden. Green-IT Vor zwei und mehr Jahren zogen große Fernseher noch absurd viel Strom aus der Steckdose. Mit der LED-Beleuchtung hat sich das stark verbessert. Der Stromverbrauch senkt sich zudem bei jeder Art von Beleuchtungstechnologie laufend. Der umweltschonende Philips Econova (LED-Beleuchtung) braucht bei einer Diagonale von 42 Zoll (107 cm) im Normalbetrieb gerade noch 46 Watt. Er wird zu über 60 Prozent aus rezyklierten Materialien hergestellt, das sieht man ihm aber glücklicherweise nicht an. Die Fernbedienung kommt ohne Batterien aus. Sie versorgt sich selbst mit eingebauten Solarzellen. Aber auch Plasmabildschirme sind nicht mehr die ganz großen Stromfresser. Die Modelle von Samsung beispielsweise brauchen laut Herstellerangaben etwa 50 Prozent weniger Strom als ihre Vorgänger. Internet im TV Auch dieses Jahr präsentieren die großen TV-Hersteller ihre Versuche, das Web am Fernseher genießbar zu machen. Dabei werden aber nicht einfach gewöhnliche Webseiten dargestellt, sondern es handelt sich um speziell angepasste Seiten. Und da fährt leider jeder Hersteller sein eigenes Züglein. Das NetTV von Philips wird jetzt immerhin auch von Sharp und Loewe partnerschaftlich eingesetzt. Sony vereint unter dem Namen Qriocity Dienste wie Internet am TV, Video on Demand und Onlinemusik. Toshiba erweitert sein Gesamtkonzept Places ebenfalls um Internetdienste. Jedes Gerät soll mit jedem und noch dazu mit dem Internet verbunden sein. Hauptsache, es ist ein Toshiba-Gerät. Bei Samsung kommen noch Apps dazu, ähnlich wie man es von Smartphones kennt. Immerhin kommt mit HbbTV nun ein europaweit einheitlicher Standard, um aus dem Internet Informationen am Fernseher darzustellen. Im Moment ersetzt HbbTV aber noch nicht die proprietären Portale der einzelnen Hersteller. Diese unterstützen HbbTV zwar auch, parallel dazu aber führen sie ihre Sonderlösungen weiter. Auch die Sendestationen müssen noch nachlegen: Im Moment unterstützen erst Arte und ARD den neuen Standard. In der Regel fehlt beim TV-Web der Komfort einer Tastatur. Eingaben müssen mit der Fernbedienung gemacht werden, was mitunter recht umständlich sein kann. Verband warnt vor schnellem KauF 100.000 Geräte mit dreidimensionaler Darstellung wurden nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik in Europa bereits verkauft, bis Jahresende sollen es eine Million werden. Allein in Deutschland planten 41 Prozent, sich in den kommenden drei Jahren einen 3D-Fernseher zu kaufen. Die Software-Initiative-Deutschland (SID) warnt indes Verbraucher davor, sich derzeit einen 3D-Fernseher anzuschaffen. Die Aufmerksamkeit, welche die 3D-Technologie derzeit auf der IFA erfährt, sei übertrieben und würde nur kurz anhalten. »Es gibt weder Standards noch 3D-Fernsehsender noch Qualitätserfahrungen mit 3D-Geräten«, so der SID-Vorstandsvorsitzende Helmut Blank. »Wer sich heute vom 3D-Hype blenden lässt, läuft Gefahr, morgen eine Flimmerkiste zu Hause stehen zu haben, die längst nicht mehr den aktuellen Normen entspricht, wenn es in einigen Jahren mit 3D richtig losgeht.« [aw/idg]

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema


Hosted by:    Security Monitoring by: