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15.12.2010 pte/Christof Baumgartner

IKT-Standort Österreich ist noch nicht verloren

Experten und Politiker kamen zu dem Schluss, dass es um die IKT-Standorte Österreich und Wien gar nicht so schlecht steht. Dennoch gibt es viele Punkte, wo Verbesserungen notwendig sind.

Die Fachgruppe Unternehmensberatung und IT der Wirtschaftskammer Wien in Kooperation mit Conect Eventmanagement hat zur Veranstaltung »Entwicklung des internationalen Software- und IT-Dienstleistungsmarktes« geladen. Ziel des Events war es, Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, IT und Wissenschaft einen Überblick über die Entwicklung des internationalen Software- und IT- Dienstleistungsmarktes zu geben und auf Basis europäischer Studien die Chancen für den IT-Standort Wien und Österreich aufzeigen zu können. Timo Leimbach vom Fraunhofer Institut ISI wies in seiner Keynote auf die wirtschaftliche Relevanz der Softwareindustrie hin: »Die Bedeutung der Softwareindustrie wird aufgrund der Querschnittsfunktion für die Wettbewerbsfähigkeit aller anderen Branchen weiter ansteigen. Mit einer guten Standortpolitik und Investitionen in Forschung und Entwicklung kann Österreich von dieser Entwicklung profitieren«, so Leimbach. Potenzial besitze Österreich noch bei den Themen Forschung und Entwicklung und Gründungaktivitäten sowie der Innovationskraft von Unternehmen.

Wie eine im Auftrag der EU-Kommission erstellte Studie aufzeigt, befindet sich der globale Softwaremarkt im Wandel. »Technische Innovationen, neue Geschäftsmodelle und Nutzungsformen werden dafür sorgen, dass der Anteil des klassischen Produkt- und Wartungsgeschäftes zugunsten neuer softwarebasierter Internetdienste (SBIS) abnimmt«, meint Leimbach. Bis 2020 werde der Softwaremarkt gesamt jedoch auf rund 390 Milliarden Euro anwachsen. Als größte Treiber gelten Cloud Computing, mobile Applikationen und Open Source.

TECHNOLOGIESPRUNG CLOUD Zur Entwicklung des internationalen Software- und IT-Dienstleistungsmarktes gestaltete Peter Hermann von Microsoft seinen Vortrag: »Cloud Services sind kein Hype, sondern ein Technologiesprung, so wie einst die Einführung des PC in die Arbeitswelt.« Es gelte nun, eine Brücke zwischen bestehenden IT-Landschaften und neuen Cloud-Services zu schaffen, so Hermann.

Helmut Ludwar, CTO bei IBM Österreich, gab einen Einblick in die jährliche Trendprognose von IBM, die IT-Entwicklungen der nächsten drei bis sieben Jahre berücksichtigt. »IBM geht derzeit davon aus, dass mit der enormen Zunahme der Daten von Sensoren mehr Informationen in Echtzeit abrufbar sind und über die IT verarbeitet werden können«, so Ludwar. Damit werde schneller erfasst, was in der Welt passiert und man könne rascher auf aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft reagieren. »Die Cloud biete die Freiheit, nur jene Services zu beziehen, die auch benötigt werden.«

INTAKTE JOBCHANCEN In einer Diskussion zum Thema Personalbedarf in der IT meinte Ingeborg Friehs vom AMS Wien, dass trotz einer eher schwierigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation im abgelaufenen Jahr die Jobchancen von IT-Fachkräften intakt seien. »Gute Chancen erwarten wir zukünftig für hochqualifizierte Personen unter anderem im Bereich Mobiltelefonie und Web-Schnittstellen, Cloud Computing und auch im Vertrieb«, so Friehs. Michael Würzelberger von Raiffeisen Informatik sieht strukturelle Probleme zu einem Gutteil auch im geringen Frauenanteil unter den IT-Fachkräften. Bemühungen, diesen zu steigern, müssten in den nächsten Jahren überbetrieblich weiter intensiviert werden.

Norbert Weidinger, Magistratsdirektion der Stadt Wien, und Dietmar K. Schuster von der WKÖ diskutierten mit Rony G. Flatscher von der WU Wien über die Chancen des IT-Standortes Wien. Flatscher zufolge sind die Chancen des IT-Standortes Wien ausgezeichnet, sofern diese nicht durch markt- und europawidrige Rechtsnormen beschränkt werden. Eine wichtige Voraussetzung für das nachhaltige Ausnützen von Chancen für Wien liege dabei vor allem darin, dass die lokal verfügbare Ausbildung entsprechend den IT-Innovationen ihre Ausbildungsinhalte laufend adaptieren. Laut Robert Bodenstein, Obmann der Fachgruppe Unternehmensberatung und IT der Wirtschaftskammer Wien, ist IT ein unverzichtbarer Bestandteil einer modernen Wirtschaft. Gerade deshalb seien aber die Rahmenbedingungen für die IT-Dienstleister zu überdenken und anzupassen. »Viele Rahmenbedingungen kommen noch aus der ‘alten’ Wirtschaft und müssen daher dringend angepasst werden.« Laut Wilfried Seyruk (UBIT) ist die »IKT zum Wohlstandsmotor geworden und zeichnet für 50 Prozent der Produktivitätssteigerung in den Unternehmen verantwortlich. Die Wettbewerbsfähigkeit von immer mehr Unternehmen hängt daher entscheidend von der Leistungsfähigkeit ihrer IKT-Systeme ab. Software- und IT-Dienstleister werden damit zum unverzichtbaren Erfolgsbegleiter der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung.«

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