Mobilfunker und Politiker diskutierten zum Thema "Mobile Gesellschaft" Detail - Computerwelt

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30.01.2011 Rudolf Felser

Mobilfunker und Politiker diskutierten zum Thema "Mobile Gesellschaft"

Letzte Woche fand vor rund 150 Gästen im Wiener Ares-Tower eine Podiumsdiskussion des FMK unter dem Motto "Mobile Gesellschaft - Mobilfunk 2015+" statt.

Den Themenrahmen dazu gaben zwei Impulsreferate, gehalten von Ursula Maier-Rabler, ICT&S Center und Institut für Kommunikationswissenschaft, Universität Salzburg und Norbert Hillinger, Leiter des TrendONE-Büros in Berlin. Es diskutierten Hannes Ametsreiter, Generaldirektor A1 Telekom Austria, Karin Hakl, Sprecherin für Innovation und Telekommunikation der ÖVP, Rüdiger Köster, CTO T-Mobile Austria GmbH, seit 1.1.2011 Präsident des FMK, Michael Krammer,CEO Orange und bis 2010 Präsident des FMK, August Reschreiter, Kabinettchef der Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie, Georg Serentschy, Geschäftsführer der RTR-GmbH für den Fachbereich Telekommunikation und Post und Jan Trionow, CEO Hutchison 3G Austria, moderiert von Gertraud Leimüller, geschäftsführende Gesellschafterin der Innovationsberatung winnovation consulting

Norbert Hillinger gab in seinem Impulsreferat einen Ausblick auf die mobile Gesellschaft der kommenden Jahre und begrüßte die Anwesenden im, wie er es nannte, "Outernet". Ursula Maier-Rabler, stellte in Ihrer Präsentation die aktuellen Herausforderungen und Chancen für Politik und Wirtschaft dar, die an den Berührungspunkten zwischen traditioneller und digital vernetzter Organisation unserer Gesellschaft entstehen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion meinte Hannes Ametsreiter: "Weltweit werden die digitalen Daten in den nächsten zehn Jahren um das 50-fache steigen. Damit unsere Kunden uneingeschränkt an einer total vernetzten Gesellschaft partizipieren können, werden wir enorme Investitionen tätigen und neue Technologien implementieren. Die Qualität der IKT-Infrastruktur wird immer mehr zum einem Qualitätsmerkmal eines gesamten Standortes."

Karin Hakl sagte: "Das Jahr 2011 ist für die Entwicklung Österreichs ein Schlüsseljahr. Heuer wird sich entscheiden, wie wir in den nächsten Jahren international aufgestellt sind, etwa mit der Erreichung der EU-Vorgabe, bis 2013 mindestens 50 Prozent der Bevölkerung mit 30 Mbit-Breitband zu versorgen. Dabei wird 2012 die digitale Dividende eine wichtige Rolle spielen."

Rüdiger Köster: "Die außergewöhnliche Investitionsbereitschaft österreichischer Mobilfunkbetreiber hat dazu geführt, dass Österreich EU-weit Nummer 1 im mobilen Surfen ist. Ich sehe das als Beweis dafür, dass wir uns für die Zukunft mit einer neuen Technologie, also mit LTE oder 4G rüsten müssen. Ausschlaggebend für den Erfolg von 4G für die Österreicherinnen und Österreicher, aber auch für die Unternehmen, sind die richtigen Rahmenbedingungen – und hier meine ich hauptsächlich die Frequenzsituation."

Michael Krammer: "Die österreichischen Mobilfunkbetreiber nehmen nicht nur technologisch eine internationale Vorreiterrolle ein, sondern sind auch führend, was ihre Leistungen für die Kunden betrifft. Mobilfunk gibt es in Österreich zu einem sehr attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Die österreichischen Handynutzer bekommen im internationalen Vergleich sehr viel Leistung für wenig Geld. Mit einer durchschnittlichen Monatsrechnung von rund 20 Euro ist Mobilkommunikation für Herrn und Frau Österreicher kein Luxus mehr, sondern ein Grundbedürfnis"

August Reschreiter: "Um unser Land auf die Digitale Zukunft vorzubereiten und die rasante Weiterentwicklung der Gesellschaft zu einer modernen Wissensgesellschaft zu unterstützen, ist es Aufgabe der Politik, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Infrastrukturausbau fördern und Investitionssicherheit bieten und um für alle Bevölkerungsgruppen – auch im ländlichen Raum – den Zugang zu den modernen Kommunikationsnetzen sicherzustellen."

Georg Serentschy: "Dass heute mobile Kommunikation und mobiles Breitband für jeden Österreicher leistbar ist, liegt nicht nur am Wettbewerb sondern auch an der Innovationskraft der Mobilfunkbranche. Nun steht sie jedoch vor dramatischen Veränderungen in den Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodellen. Die Googles und Apples dieser Welt treten zunehmend in den Mobilfunk-Wettbewerb ein und konkurrenzieren um den attraktiven Teil des Kuchens. Ich empfehle den Mobilfunkern, sich jetzt schon auf den Fall der Roaminggebühren einzustellen."

Jan Trionow: "Wir sehen die größten Trends bei der steigenden Beliebtheit von Smartphones. Heute gibt es schon sehr günstige und leistungsstarke Geräte, neuartige Entwicklungen wie Tablett PCs werden den Markt noch zusätzlich beleben. Die Pro-Kopf-Anzahl der so genannten "connected devices" wird sich in Zukunft signifikant erhöhen. Darüber hinaus wird das mobile Breitband mit den neuen technologischen Weiterentwicklungen auch in Zukunft in vielen Bereichen ein vollwertiger Ersatz für Festnetz-Internet sein."

Einig waren sich alle Diskutanten, dass Österreich als rohstoffarmes Land, seine wirtschaftliche Top-Position vor allem mit dem entsprechendem Ausbau des "Wirtschaftsmotors IKT-Infrastruktur", zur weiteren Attraktivierung für Betriebsansiedelungen, in Zukunft sicherstellen sollte. (pi)

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