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20.02.2009 BizMail, Telekom Austria

Medienbruch in Buchform

Der innovative Prozess 'Web-to-print' packt Inhalte aus dem Internet individuell zusammengestellt in Buchform.

Von Medienbrüchen und besonders deren Vermeidung ist in Zeiten von Collaboration-Werkzeugen, Kommunikations- und Content-Management-Lösungen in Unternehmen die Rede. Ein Projekt der etwas anderen Art schlägt nun jeden Ratschlag für effizienten Umgang mit elektronisch gespeicherten Inhalten in den Wind – die Bits & Bytes werden wieder in Buchform gepackt. Interessierte Nutzer der Online-Enzyklopädie Wikipedia, die umfangreichere Artikel auch offline lesen möchten, können dies nun bequem tun. Die Texte können ganz bequem, in einem gedruckten Buch zusammengefasst, bestellt werden.

Dienstleister dieses innovativen Services ist das deutsche Unternehmen PediaPress, das sich gemeinsam mit der Wikipedia-Dachorganisation Wikimedia an die Erstellung eines durchgängigen Prozesses im Sinne von 'Web-to-print' gewagt hat. Während 'Web-to-print' bislang Software beschrieben hat, welche die einzelnen Schritte von der Druckvorstufe bis zur Rechnungslegung in der Druckbranche abgedeckt hat, geht PediaPress einen Schritt weiter. 'Web-to-Print' ist nun die Verknüpfung und technologische Kombination zweier Medienwelten. Elektronisch abgespeicherte Inhalte werden hierbei wieder in analoge Form zurückgeführt – oder im Falle der Wikipedia-Artikel meist sogar erstmals zu Papierform gebracht. Die Innovation ist freilich nicht das Medium Papier, sondern der Prozess der individuellen Zusammenstellung des Buchinhaltes.

GÜNSTIGER UND AKTUELLER „Durch die neue Software lassen sich Bücher mit einer Kombination von Inhalten zusammenstellen, die es sonst so nirgendwo gibt. Zudem sind klassische Fachbücher wesentlich teurer. Im Online-Buchhandel kostet beispielsweise ein Buch zum Thema Bioinformatik von 2002 mit 230 Seiten 25 Euro. Ein vergleichbares Buch aus Wikipedia kostet bei gleicher Seitenanzahl die Hälfte und ist aktueller“, argumentiert PediaPress-Geschäftsführer Heiko Hees mit einem wesentlichen Vorteil des Online-Buchdrucks – der Aktualität. Die Software hinter dem 'On-demand'-Konzept könne auch auf andere Wikis im Internet angewandt werden, so Hees. Zunächst ist der freundliche Leserservice für Nutzer der deutschsprachigen Wikipedia verfügbar. "Bis zum Frühjahr 2009 soll dies auch in der englischsprachigen Wikipedia und anderen Wikimedia-Projekten integriert werden“, heißt es bei Wikipedia.

ZUSAMMENFASSUNG PER KNOPFDRUCK Die freie Enzyklopädie Wikipedia ist für viele Internet-Nutzer zum beliebtesten Nachschlagewerk im Internet geworden. Über die Funktion "Buch erstellen" auf der Navigationsleiste der Wikipedia-Seite lassen sich verschiedene Artikel zusammenstellen. Sind die Inhalte gewählt, kann das Werk als kostenloses PDF auf die eigene Festplatte heruntergeladen oder über das 'Print-on-demand'-Angebot nun als gedrucktes Buch bestellt werden. Innerhalb weniger Tage wird das Unikat mit dem gewünschten Inhalt und eigenem Buchtitel zugesandt. Der Preis für ein maßgeschneidertes Buch ist abhängig von der Seitenzahl inklusive der Versandkosten. Die Wikimedia Foundation erhält davon einen gewissen Prozentsatz. Die Auswahlmöglichkeiten für das persönliche Buch sind bei Wikipedia riesengroß: In der deutschsprachigen Ausgabe sind mittlerweile über 870.000 Artikel abrufbar.

Die drohende Konkurrenz durch das schnellere Medium Internet hat auch die Wissenssammlung Encyclopaedia Britannica erkannt und sich kürzlich der Online-Community geöffnet. Ähnlich wie bei Wikipedia, ist es Nutzern nun auch hier möglich, ihre eigenen Beiträge in die Enzyklopädie einzustellen oder bestehende zu bearbeiten. Mit einem Unterschied: Eine Redaktion aus Fachexperten prüft die Beiträge vor Freigabe in die Druckerei. Und man liebt bei der Encyclopaedia Britannica auch weiterhin die Standardisierung: die 32 gedruckten Bänder der Enzyklopädie sind für alle Leser gleich.

Mit freundlicher Genehmigung von BizMail, Telekom Austria

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