Hochmotiviert, gut gebildet – aber nicht ernst genommen Detail - Computerwelt

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11.03.2009 Michaela Holy

Hochmotiviert, gut gebildet – aber nicht ernst genommen

Managerinnen sind motiviert, fühlen sich aber auch unterfordert. Sie fordern auch seltener als männliche Kollegen eine Beförderung.

Im Rahmen des Weltfrauentags hat Accenture im Zuge der internationalen Diversity-Studie "Untapped Potential: Stretching Toward the Future" bereits zum achten Mal die Situation von Frauen am Arbeitsplatz erhoben. Die Mehrheit der 3.600 interviewten Arbeitnehmerinnen aus insgesamt 18 Ländern bauen ihre beruflichen Fertigkeiten kontinuierlich aus, um im internationalen Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können.

"Frauen sind fit für Führungsaufgaben und motiviert, sich Herausforderungen zu stellen. Sie werden aber in ihren Karriereansprüchen immer noch nicht ernst genug genommen und dementsprechend auch nicht ausreichend gefördert", zieht Heidemarie Schutt, Partnerin bei Accenture Österreich, Bilanz zu den Studienergebnissen 2008.

VIEL POTENZIAL LIEGT BRACH 54 Prozent der weiblichen Führungskräfte weltweit glauben, dass sie im Job unzureichend gefordert sind, in Österreich sind es sogar 60 Prozent. "Offenbar liegt hier viel Potenzial brach. Das wird Unternehmen – gerade in der Krise – zu intensiverem Ausschöpfen ungenutzter Ressourcen zwingen. Herausforderung und gezieltes Mentoring schaffen selbstbewusste, kompetente, motivierte und loyale Mitarbeiter", so Schutt. Vor allem Frauen sind mit 38 Prozent offenbar bereit, ihre Motivation in neue Herausforderungen zu stecken.

Während allerdings 88 Prozent der Mexikanerinnen und 83 Prozent der Brasilianerinnen auf ihre Fähigkeiten vertrauen, zeigen sich die Österreicherinnen mit 73 Prozent deutlich weniger selbstbewusst. Auch am Arbeitsplatz ist das Verhalten weltweit unterschiedlich. Hierzulande fordern nur 32 Prozent der gesamten Arbeitnehmer von ihren Vorgesetzten herausfordernde Aufgaben ein. In Mexiko, Indien und Brasilien sind es 71, 69 beziehungsweise 61 Prozent. Interessant stellt sich allerdings dar, dass die österreichischen Frauen mehr neue Aufgaben einfordern als ihre männlichen Kollegen (38 im Gegensatz zu 26 Prozent).

SCHWELLENLÄNDER SIND SELBSTBEWUSST 59 Prozent der weiblichen Führungskräfte bezeichnen sich als erfolgreich beziehungsweise sehr erfolgreich. Knapp die Hälfte der Frauen, die sich als sehr erfolgreich bezeichnen, geben an, mehr als die erwartete Verantwortung in ihrem Job vorzufinden. Trotzdem sind 81 Prozent der erfolgreichen Frauen bereit, zusätzliche Aufgaben wahrzunehmen, um ihre Karriere weiter voranzutreiben. Die Bereitschaft, sich neue Fähigkeiten anzueignen, die die nächste Karrierestufe verlangt, zeigen 78 Prozent der erfolgreichen Studienteilnehmer.

Aber auch wenn sich Frauen im Job erfolgreich fühlen und von ihren Kompetenzen und Fähigkeiten überzeugt sind, hängen sie dies nicht »an die große Glocke hängen«. Wie sonst ist es zu erklären, dass nur 48 Prozent der Frauen aktiv nach einer Gehaltserhöhung verlangen, im Gegensatz zu 56 Prozent der Männer? Auch bei Beförderungen sind weibliche Führungskräfte im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen zurückhaltend. Lediglich 37 Prozent der Frauen sprechen den Wunsch nach einer Beförderung direkt an. Dem gegenüber stehen 42 Prozent der Männer, die dies aktiv einfordern. Österreichische Arbeitnehmer sind noch zurückhaltender: Nur 27 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer haben die Forderung nach der nächsten Karrierestufe geäußert. Russland und Mexiko sind die forderndsten Länder, wenn es um die Gehaltserhöhung geht.

Die Nennung, sehr erfolgreich zu sein, korreliert offenbar stark mit dem Faktor Technologie. 79 Prozent aller Studienteilnehmer, die sich so charakterisieren, bedienen sich verstärkt neuer Techniken. 70 Prozent der Männer sehen sich als »Early Adopters« oder »Innovators«, jedoch nur 58 Prozent der Frauen. 29 Prozent der weiblichen Befragten sind der Meinung, dass neue Technologien wichtig sind, halten es aber nicht für notwendig, auf dem aktuellsten Stand der Technik zu sein. Nachholbedarf besteht jedenfalls für heimische Unternehmen: Nur 46 Prozent der Frauen in Österreich fühlen sich in ihrem Job sicher und für die wirtschaftlich schwierige Zukunft gerüstet im Gegensatz zu 61 Prozent der Inderinnen und 59 Prozent der Brasilianerinnen.

Auch in Sachen Mobilität sind die Österreicher unflexibler: Nur 30 Prozent im Gegensatz zu 41 Prozent weltweit sind bereit, der Karriere wegen ins Ausland zu ziehen.

Insgesamt haben je 200 Führungskräfte aus 18 Ländern an der Online-Umfrage teilgenommen, die Accenture jährlich zum Weltfrauentag präsentiert.

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