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11.03.2009 Alex Wolschann

Erleichterung trotz Rückgangs bei Besuchern und Ausstellern

Die Cebit 2009 hatte durch das wirtschaftliche Umfeld einen schweren Stand. Dennoch ziehen die Beteiligten ein positives Fazit.

Die Wirtschaftskrise allein wäre für die Cebit ja schon schlimm genug. Die Kombination mit der allgemeinen Fachmessekrise macht es nicht gerade leichter. Eingebettet zwischen Consumer Electronic Show, Mobile World Congress und IFA, zwischen Weihnachts- und Ostergeschäft fristet sie in Hannover ihr Dasein, während die Konkurrenz in den Metropolen der Welt ihre Zelte aufschlägt.

Die Cebit ist auf Schrumpfkurs. Die Zahl der Aussteller und Besucher ging drastisch zurück. Die Messe ist eine Ausstellung vor allem für den Mittelstand, sie ist mehr denn je eine Businessmesse. Auch der Kongress-Charakter hat zugenommen. Wichtige Segmente der Hightech-Industrie, vor allem Mobilfunk-Firmen und Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik fühlen sich jedoch auf der Cebit nicht mehr richtig aufgehoben und setzen auf andere Branchentreffs.

»Es war ein großer Fehler, dass die Cebit den Aufstieg von Barcelona zugelassen hat«, sagen die einen. »Ohne Lösungen zum Anfassen braucht es keine Messe«, die anderen. In Barcelona findet seit einigen Jahren nur wenige Wochen vor der Cebit der Treff der Mobilfunk-Industrie statt, der Mobile World Congress, der sich zur weltweit wichtigsten Branchenmesse entwickelt hat. Die Cebit-Macher hätten es versäumt, der wachsenden Bedeutung dieses Segments Rechnung zu tragen. Bei einem großen asiatischen Elektronik-Konzern, der in diesem Jahr keinen eigenen Stand auf der Cebit hatte, hieß es: »Wir haben auf der Cebit unsere Kunden nicht mehr erreicht. Auf die IFA kommen die Menschen, weil sie sich vor allem für Fernseher interessieren – und sehen sich dann auch die anderen Produkte an.«

20 PROZENT WENIGER BESUCHER ALS 2008 Die Cebit 2009 jedenfalls wird als Messe in Zeiten der Wirtschaftskrise in die Geschichte eingehen. Die Zahl der Besucher sank im Vergleich zum Vorjahr um knapp 20 Prozent auf rund 400.000. Bei der Zahl der Aussteller musste die Messegesellschaft einen Rückgang um ein Viertel auf rund 4.300 hinnehmen, bei der Ausstellungsfläche ein Minus von einem Fünftel auf rund 200.000 Quadratmeter. Viele Unternehmen kürzen ihre Marketingbudgets, vor allem Aussteller aus Asien verzichteten auf einen Cebit-Auftritt.

Laut einem Zeitungsbericht soll die Deutsche Messe eine Kapitalspritze von insgesamt 250 Millionen Euro bekommen. Damit sollten Verluste aufgefangen und Investitionen in neue Geschäfte finanziert werden. Die Messegesellschaft habe 2008 nach Angaben aus Unternehmenskreisen einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe gemacht, dieses Jahr dürfte ähnlich ausfallen und das nächste noch schlechter. Das größte Messegelände der Welt lasse sich kaum noch voll auslasten, die Kosten bleiben hoch, bis heute müssen Lasten aus der Modernisierung zur Expo 2000 getragen werden.

Deutsche Messe Vorstandsmitglied Ernst Raue zog dennoch ein positives Fazit: Die Cebit sei die größte IT-Messe der Welt, viele andere Messen dieser Art gebe es gar nicht mehr. Die Cebit sei in diesem Jahr »sehr effizient« gewesen. Die Zahl der Fachbesucher sei gestiegen, viele Unternehmen verließen Hannover mit vollen Auftragsbüchern.

Ins gleiche Horn stieß der Präsident des Branchenverbandes Bitkom und IDS-Scheer-Gründer, August-Wilhelm Scheer: »Wirtschaftskrise hin oder her – die Messe war für die große Mehrheit der Unternehmen ein voller Erfolg.« Die Mehrheit der Fachbesucher sei mit sehr konkreten Kauf- und Investitionsabsichten nach Hannover gekommen. »Gerade weil die Reisebudgets knapp sind, wurde der Messebesuch in vielen Firmen gut vorbereitet.«

VOM VERURSACHER ZUM PROBLEMLÖSER Die Hightech-Industrie sieht sich von der Wirtschaftskrise nicht so stark betroffen wie zum Beispiel die Automobilindustrie und der Maschinenbau. Informations- und Kommunikationstechnik (Ikt) könnten eine wichtige Rolle dabei spielen, die Krise zu bewältigen. Mit ihrer Hilfe könnten Firmen Kosten senken und Geschäftsprozesse verbessern, hieß es. Mit Blick auf den Zusammenbruch der New Economy Anfang des Jahrzehnts meinte Scheer: »Bei der Dot-Com-Krise waren wir die Verursacher, nun sind wir die Löser.«

Stärker denn je richtet sich die Cebit daher auf IT-Lösungen für Unternehmen aus. Im nächsten Jahr dürfte sich ihr Charakter als »Business- und Kongressmesse« weiter verstärken. Die Hightech-Schau wird um einen auf dann fünf Tage verkürzt, der Cebit-Sonntag fällt weg – dadurch sollen die Kosten für die Aussteller weiter sinken.

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