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11.03.2009 Edmund Lindau

Optimierung von Geschäftsprozessen als Chance in der Krise

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann die IT eine entscheidende Rolle zum unternehmerischen Handlungsrahmen beitragen.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann die IT eine entscheidende Rolle zum unternehmerischen Handlungsrahmen beitragen. Dies ist eines der Ergebnisse einer Diskussionsrunde des »Future Networks« vergangene Woche in Wien.

»Die IT-Branche muss transparent machen, was es durch IT-Investitionen für Einsparungspotenziale gibt. Darin liegt auch die größte Chance in der Krise – gemeinsam mit den Kunden Wege zu finden, um Kosten zu senken und effizientere Arbeitsprozesse zu ermöglichen«, so Marc Stolte von Microsoft Austria im Rahmen der Future-Network-Diskussion vergangene Woche in Wien. Um die Krise möglichst unbeschadet und schnell zu durchtauchen, empfiehlt er einen Blick in die USA. »Dass gerade dort, wo die Krise ihren Ursprung hatte, die Wirtschaft voraussichtlich am schnellsten wieder auf die Beine kommt, ist bezeichnend«, sagt Stolte. Das liege am guten Investitionsverhalten der US-Unternehmen, während in Europa die Krise durch konservative und vorsichtige Planung offenbar prolongiert werde.

Darüber, dass die verstärkte Kundenbindung ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg in und nach der Krise ist, waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig. »Neben dem effizienten Ressourcenmanagement muss die Kundenbindung verbessert und erhöht werden. Nur wer mit einer gestärkten Kundenbasis aus der Krise herausgeht, wird in den folgenden Jahren doppelt und dreifach profitieren«, sagte etwa Klaus Schmid, Geschäftsführer von Cirquent. Auch er warnte Unternehmen davor, ausschließlich auf die Zahlen von Wirtschaftsforschern zu warten und forderte Entscheidungsträger auf, gerade in der Krise Visionen zu entwickeln und kurzfristige Ziele zu setzen.

Alois Süssenbacher von Siemens wies ebenfalls auf das Potenzial von IT-Investitionen in Krisenzeiten hin: »In wirtschaftlich schwierigen Zeiten geht es vor allem darum, den Handlungsspielraum zu erhalten. Deshalb muss jegliche »Verschwendung« in der Wertschöpfungskette eliminiert werden. Die IT kann durch optimierte IT-Serviceprozesse im Sourcing die Effektivität und Effizienz im Betrieb steigern sowie zur Optimierung von Businessprozessen im End-to-End-Bereich beitragen.« Süssenbacher forderte angesichts der schwierigen Wirtschaftslage von Unternehmen zudem ein, nach vorne zu blicken und nicht in der Warteposition zu verharren.

Die Optimierung der Wertschöpfungskette erachtet auch Brigitte Fila von IBM als Schlüssel zum Erfolg in diesen turbulenten Zeiten. »Kosteneinsparung war bisher ein großes Thema und ist in den vergangenen Monaten natürlich besonders akut geworden«, erklärt Fila. »Wenn die IT-Unternehmen Angebote für Kostenersparnis, Effizienzsteigerung und Marktwachstum anbieten, werden sie aus der Krise gestärkt hervor gehen«

Der Einsatz von IT und intelligenten Tools müsse als Chance begriffen werden, um über den Tellerrand in den Geschäftsbereich hinein zu blicken und Potenziale auszuschöpfen. »Unternehmen, die schon bisher auf Business Intelligence gesetzt haben, konnten auch jetzt rascher reagieren. Ich denke nun heißt es ›Speed is King‹ – Chancen müssen schnell erkannt und genutzt werden, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und umzusetzen«, so Fila.

Eine Lanze für Managed Services brach hingegen Christian Öller von der Telekom Austria. »Die Krise an den Kapitalmärkten hat es für Unternehmen – egal ob KMU oder Großkonzern – schwer gemacht, an Kredite für IT-Investitionen zu kommen. Managed Services bieten hier die Chance, die Unternehmens-IT ohne Investitionen in modernes Equipment zu optimieren«. so Öller. Mit Managed Services würden die Unternehmen nicht nur die Kosten im Blick behalten, sondern seien auch für zukünftige Entwicklungen und eine Geschäftserweiterung in und nach der Krise gerüstet.

Einen interessanten Einblick in die öffentliche IT-Verwaltung offerierte Arthur Winter, Sektionschef im Bundesministerium für Finanzen. Dass die so genannte öffentliche Hand bereitwillig in IT-Projekte investieren werde, sei eine weit verbreitete Falschannahme, stellte Winter klar. So seien die IT-Abteilungen in der öffentlichen Verwaltung aufgrund anstehender Budgetkürzungen ebenfalls massiv von der Krise betroffen. »In den jeweiligen Abteilungen hängt jetzt viel von den IT-Verantwortlichen ab. Diese müssen genau argumentieren, warum und wo Investitionen Sinn machen.

Winter sieht die Krise dennoch auch als Chance: »Mit dem verstärkten Einsatz von IT in der Verwaltung können nicht nur Prozesse und Kosten optimiert, sondern auch hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden«, plädiert Winter für Investitionen, zumal im Bund große Bereiche im IT-Betrieb umgestellt und modernisiert werden müssten. Es gelte daher Kosten zu optimieren und die Effizienz zu steigern, um Mittel für wichtige innovative Projekte freizubekommen und den reibungslosen Betrieb in der Verwaltung zu gewährleisten.

IDC-Marktforscher Seidler sieht angesichts der Herausforderungen vor allem Unternehmen als Gewinner, die mit guten Kundenbeziehungen und einer starken Kundenbasis aufwarten können. »Wenn diese IT-Unternehmen auch noch Angebote für Kostenersparnis, Effizienzsteigerung und Marktwachstum anbieten können, werden sie aus der Krise sogar gestärkt hervor gehen«, so Seidler. Unternehmen mit stabilen Umsätzen und guten Finanzierungsplänen seien naturgemäß im Vorteil. Auch Billigangebote für Nearshore/Offshore-Outsourcing seien angesichts der Krise sehr gut nachgefragt.

Als größte Herausforderung bezeichnete Seidler hingegen die steigenden Arbeitslosenzahlen, die verschlechterte Auftrags- und Produktionssituation in der Industrie sowie die starke Orientierung nach Osteuropa, das von der Finanz- und Wirtschaftskrise ebenfalls maßgeblich betroffen ist. Er zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass sich der IT-Branche gerade in der Krise neue Chancen eröffnen, etwa in der Optimierung von Geschäftsprozessen.

Future-Network-Präsident Michael Vesely brachte es abschließend auf den Punkt: »Diejenigen Unternehmen, die IT als Hebel zur Umsetzung wettbewerbsverbessender Maßnahmen einsetzen, werden die Krise besser überstehen als jene, die ihre IT-Budgets kürzen.«

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