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10.03.2009 apa/Rudolf Felser

Eine kleine Geschichte des WWW

Als Tim Berners-Lee vor 20 Jahren sein Thesenpapier "Informationsmanagement: Ein Vorschlag" schrieb, konnte er nicht ahnen was folgen sollte.

Als Tim Berners-Lee vor 20 Jahren sein Thesenpapier "Informationsmanagement: Ein Vorschlag" schrieb, konnte er nicht ahnen, dass sein Entwurf später mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg verglichen werden sollte. Der junge britische Informatiker arbeitete damals am CERN, der Großforschungseinrichtung für Teilchenphysik in Genf. Um das Informationschaos an dem Institut zumindest in Grenzen zu halten, wollte Berners-Lee ein umfassendes Informationsnetz einrichten.

Doch seine Vorgesetzten konnten sich zunächst nicht für seine Ideen begeistern. "Vage, aber hochinteressant", schrieb etwa sein Chef Mike Sendall auf das Papier, das heute im Privatmuseum von CERN in einer Glasvitrine quasi als die Geburtsurkunde des World Wide Web ausgestellt wird. Es sollte allerdigns noch etliche Jahre dauern, bis sich Berners-Lees Thesen weltweit durchsetzten – dann allerdings mit halsbrecherischer Geschwindigkeit.

Der damals 33 Jahre alte Brite war 1984 in die Schweiz gekommen, um neue Methoden für die Aufzeichnung und Verarbeitung der Daten eines neuen Elektronenbeschleunigers zu entwickeln. Die Masse an Informationen, die pro durchgeführtem Experiment ausgewertet und gesichert werden müssen, waren und sind beeindruckend und beängstigend zugleich. An dem Institut waren zudem die unterschiedlichsten Computertypen und Dokumentenformate im Einsatz. Mit einem 1988 konzipierten Hypertext-System sollten die Forscher weltweit auf die Ergebnisse ihrer Kollegen zugreifen können.

ÜBERZEUGUNGSARBEIT Doch ohne einen ordentlichen Projektantrag wurden ihm keine Ressourcen für die Ausarbeitung dieses Konzeptes zur Verfügung gestellt. So formulierte Berners-Lee im März 1989 sein Papier, das mit dem eigentlichen Forschungsauftrag des CERN, der Teilchenphysik, nicht viel zu tun hatte. "Es gab kein Forum, von dem ich eine Antwort erwarten konnte. Nichts geschah", erinnert sich der Informatiker 1999 in seinem Buch "Der Web-Report". In mühsamer Kleinarbeit versuchte er dann mit seinem Kollegen Robert Cailliau, die Forscher am CERN und Informatiker in aller Welt in persönlichen Gesprächen und langen E-Mails von dem Web-Konzept zu überzeugen.

Der Entwurf für das World Wide Web (WWW) enthielt drei Kernpunkte: Zum einen entwickelte Berners-Lee die "Hypertext Markup Language" (HTML), die beschreibt, wie Seiten mit Hypertextverknüpfungen ("Links") auf unterschiedlichsten Rechnerplattformen formatiert werden. Mit dem "Hypertext Transfer Protocol" (HTTP) definierte er die Sprache, die Computer benützen würden, um über das Internet zu kommunizieren. Außerdem legte er mit dem "Universal Resource Identifier" (URI) das Schema fest, nach dem Dokumentenadressen erstellt und aufgefunden werden können.

Um seine Lobbyarbeit voranzutreiben, richtete Berners-Lee am Weihnachtsabend 1990 auf seinem NeXT-Rechner (das war übrigens die nur mäßig erfolgreiche frühere Firma von Apple-Chef Steve Jobs) den Webserver info.cern.ch ein. Für die meisten PC-Nutzer war das Web aber damals unerreichbar. Es fehlten benutzerfreundliche Browser für Personal Computer. Zudem bewegten sich die Netzanwender damals häufig in abgeschotteten Onlinediensten wie CompuServe, AOL, Btx oder einzelnen Mailbox-Systemen.

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