Qimonda macht mit Rumpfmannschaft weiter Detail - Computerwelt

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16.03.2009 apa

Qimonda macht mit Rumpfmannschaft weiter

Die Produktion wird zwar auf Sparflamme zurückgefahren, allerdings soll eine Rumpfmannschaft eine mögliche Wiederaufnahme gewährleisten.

Die insolvente Qimonda gibt noch nicht auf. Die Produktion im Werk Dresden werde zwar zum 1. April auf Sparflamme zurückgefahren, allerdings werde eine Rumpfmannschaft eine mögliche Wiederaufnahme der Fertigung gewährleisten, teilte die Infineon-Tochter mit. An Qimonda hätten "verschiedene Investoren Interesse bekundet, verbindliche Angebote liegen jedoch noch nicht vor.

Es steht erwartungsgemäß fest, dass es bis Ende März keine abschließende Lösung geben kann", sagte Insolvenzverwalter Michael Jaffe nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses. Ziel sei es, die hauseigene Produktionstechnik ("Buried Wordline") zu erhalten. Die Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern liefen unterdessen weiter, erklärte Jaffe. Die Überbrückungsfinanzierung für die Zeit nach Ende März blieb zunächst offen.

Den Mitarbeitern, deren Löhne Qimonda ab April nicht mehr bezahlen kann, soll der Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten werden. Die Finanzierung dieser Gesellschaft ist allerdings noch offen. Mit dem Betriebsrat werde über die Details verhandelt. Die Konzernmutter Infineon wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

RUFE NACH STAATSBETEILIGUNG Forderungen nach öffentlicher Beteiligung bei Qimonda werden nach Ankündigung des bevorstehenden Produktionsstopps lauter. Die Metallergewerkschaft IG Metall drängt das Bundesland Sachsen zum raschen Einstieg bei der Firma. Die bisher kategorische Ablehnung seitens der Landesregierung sei "eine klare, rein ideologische Position", sagte Halbleiterexperte der Gewerkschaft, Wigand Cramer, der "Berliner Zeitung". Alle deutschen Konkurrenten von Qimonda seien vom Staat gefördert.

Die Frage einer Beteiligung sei ohne Businessplan hypothetisch und stelle sich derzeit nicht, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) nach Angaben von Regierungssprecher Peter Zimmermann in Dresden. Die Münchner Qimonda hatte am Freitag (13. März) die Einstellung der Produktion am Standort Dresden zum 1. April angekündigt, da bisher kein Investor gefunden wurde. Derzeit arbeiten an den beiden wichtigsten Standorten München und Dresden noch rund 3.500 Menschen. Im Jänner hatte die Infineon-Tochter nach monatelangem Kampf wegen Milliardenverlusten auch aufgrund fallender Speicherchip-Preise Insolvenz anmelden müssen.

Im Hinblick auf einen möglichen Investor sei es wichtig, den Übergang zu gestalten, sagte Tillich. "Die Verantwortlichen bleiben aufgefordert, die bestehenden Instrumente zu nutzen." Es müsse weiter intensiv nach einem Investor gesucht und an einer Lösung gearbeitet werden. Es stehe viel Steuergeld auf dem Spiel, argumentierte IG Metall-Experte Cramer. "Ein Drittel der Chipindustrie in Sachsen haben die Steuerzahler bezahlt."

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