AMD soll Nutzungsrecht für Chiptechnik verlieren Detail - Computerwelt

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17.03.2009 apa/Rudolf Felser

AMD soll Nutzungsrecht für Chiptechnik verlieren

AMD habe gegen ein 2001 geschlossenes Abkommen zur gegenseitigen Nutzung von Chiptechnologie verstoßen, teilte Intel in Santa Clara mit.

Intel gibt sich weiterhin kämpferisch: Der Chiphersteller geht wie angedroht gegen seinen kleineren - und angeschlagenen - Rivalen AMD vor. AMD habe gegen ein 2001 geschlossenes Abkommen zur gegenseitigen Nutzung von Chiptechnologie verstoßen, teilte Intel am 16. März in Santa Clara mit. Dieser Schritt stand bereits länger im Raum.

Laut AMD hat Intel dem Konkurrenten 60 Tage Zeit eingeräumt, um die strittigen Punkte aus dem Weg zu räumen, anderenfalls würden die Nutzungsrechte erlöschen. Das könnte die Prozessorenfertigung von AMD erheblich beeinträchtigen. Bei den fraglichen Patenten geht es um die Herstellung von x86-Chips.

Auslöser des Streits sind die Besitzverhältnisse bei der neuen AMD-Tochter Globalfoundries, in die der Konzern seine Produktion ausgelagert hat. Hauptanteilseigner ist mit knapp zwei Dritteln das Emirat Abu Dhabi, AMD hat sich allerdings 50 Prozent der Stimmrechte gesichert. Intel argumentiert nun, dass die Nutzungsrechte aus dem sogenannten Cross License Agreement, das die Kontrahenten 2001 geschlossen haben, nicht an Dritte übertragen werden dürften.

Streitpunkt ist nun, ob die Globalfoundries von der Rechtslage her als Tochtergesellschaft von AMD interpretiert wird. Nur dann hätte AMD in den Augen von Intel das Recht die Lizenzen für die Produktion zu nutzen.

AMD könne nicht einfach ungefragt Intels Lizenzen an Dritte weitergeben, sagte Intel-Anwalt Bruce Sewell. Globalfoundries könne ja unabhängig von AMD ein eigenes Lizenzabkommen mit Intel schließen. Intel sei berechtigt, von der Nutzung durch die Produktionsfirma zu profitieren, da das geistige Eigentum des Unternehmens dazu benutzt wird, gegen Intel zu konkurrieren. "Das ist, was jedes Unternehmen in unserer Position tun würde."

AMD dagegen sieht in dem Vorwurf lediglich einen Ablenkungsversuch. "Das ist ein Versuch, von den Fragen nach möglichen Wettbewerbsverstößen abzulenken", sagte AMD-Anwalt Harry Wolin. AMD wirft dem großen Konkurrenten seit einigen Jahren unter anderem vor der EU-Kommission vor, etwa mit Exklusivabsprachen bei Kunden den freien Wettbewerb behindert zu haben.

AMD täte gut daran, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, schätzt Alex Gauna, Analyst bei JMP Securities in San Francisco. Intel werde den Druck in dieser Sache voraussichtlich auch weiter erhöhen. Bereits seit Oktober droht Intel mit der Auflösung des gegenseitigen Lizenzabkommens. Intel-Prozessoren stecken in vier Fünfteln aller Rechner weltweit, der größte restliche Teil entfällt auf den chronisch defizitären AMD-Konzern. (apa/rnf)

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