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18.03.2009 Joachim Fabini*

Gastkommentar: Zuverlässige Aussagen über Qualität und Trends der Mobilfunknetze

Joachim Fabini vom Institut für Breitbandkommunikation erläutert die Untersuchungsmethoden "seiner" Qualitätsbeurteilung heimischer Mobilfunknetze.

Gestern haben wir in dem Artikel "Das beste und schnellste Netz Österreichs" über die aktuellen Ergebnisse des Instituts für Breitbandkommunikation (IBK) der Technischen Universität (TU) Wien berichtet. Dabei wurden von Vertretern der Branche auf Anfrage von Computerwelt.at Bedenken bezüglich der Untersuchungsmethoden geäußert. Joachim Fabini vom IBK nimmt im folgenden dazu Stellung:

Betreffend der Aussagekraft der Ergebnisse für Sprache und Daten ist anzumerken, dass die zugrundeliegenden Messungen gemäß den uns zur Verfügung stehenden Informationen bisher veröffentlichte Untersuchungen und Tests in Österreich bei weitem übertreffen. Dieses gilt sowohl in Bezug auf Messdauer als auch bezüglich Anzahl der ausgewerteten Gespräche und Datenmessungen.

Die wesentlichen Eckpunkte, Ergebnisse, Messmethodik und technische Details der Messungen sind auf den Webseiten des Instituts öffentlich zugänglich.

Die gefahrenen Routen wurden vom Institut derart ausgewählt, dass die Messungen einen Großteil der Bevölkerung Österreichs abdecken, einschließlich Großstädte, kleinere Ortschaften, Autobahnen und andere Hauptverkehrsadern.

Wie bei jeder Statistik ist es sicherlich möglich, dass Kunden, abhängig von lokalen Gegebenheiten, abweichende Erfahrungswerte haben. Jedoch ergibt sich aufgrund der großen Anzahl von Messwerten und der hohen Bevölkerungsabdeckung ein grundsätzlicher Trend, der veröffentlicht wurde und für die Dauer der Messungen als aussagekräftig für Österreich gelten kann.

Wesentliches Kriterium für die Wahl der ausgewerteten Metriken war Nachvollziehbarkeit für den typischen Mobilfunkkunden. Aufgrund der allgemein als subjektiv empfundenen und bei allen Betreibern erfreulich guten Sprachqualität liegt der Schwerpunkt der Gesprächsauswertung vor allem auf den vom Kunden als höchst störend empfundenen Gesprächsabbrüchen während dem Verbindungsaufbau (Block Rate) und während dem Gespräch (Drop Rate).

Bei den Datenmessungen wurde das Transportprotokoll FTP gegenüber HTTP (Webseiten) bevorzugt, da die Übertragung großer komprimierter Dateien mittels FTP eine objektive Bewertung der Leistungsfähigkeit von Mobilfunknetzen erlaubt. Das Messen von Webseiten ist aus Kundensicht von zu vielen technischen Unsicherheitsfaktoren beeinflusst wie z.B. Art der Webseite (statisch, dynamisch), verwendetem Web-Browser oder CPU-Leistung des Endgerätes. Kombiniert mit der Messung der Reaktivität des Netzes mittels ICMP Ping ergeben die Ergebnisse der FTP-Messungen demzufolge eine objektivere Beurteilung der Qualität von Mobilfunknetzen.

Aus Kundensicht ist positiv anzumerken, dass alle gemessenen Mobilfunkbetreiber den Umstieg von UMTS auf die leistungsfähigeren Technologien HSDPA im Downlink bzw. HSUPA im Uplink entweder bereits abgeschlossen oder schon damit begonnen haben, wobei der Stand der Umrüstung aus den Messergebnissen ersichtlich ist. Beim Vergleich der Datenergebnisse von Q2/2008 mit Q4/2008 fällt trotz der deutlichen Unterschiede zwischen den Betreibern positiv auf, dass sich im vierten Quartal die mittlere Geschwindigkeit der mobilen Datennetze für alle Betreiber signifikant gesteigert hat. Während der schnellere Upload von Daten ins Internet durch den Einsatz neuer Technologien (HSUPA) erklärbar ist, beweist der gegenüber Q2 um 30 bis 50 Prozent schnellere Download von Daten aus dem Internet, dass die Betreiber die Kapazitäten der bestehenden Netze tatsächlich massiv erweitern. Dieser Ausbau ist eine der wesentlichen Voraussetzungen um auch in Zukunft die Kundenzufriedenheit bei der Verwendung mobiler Datennetze sicherzustellen.

Zusammenfassend zielen die Vorgaben und Auswertungen des Instituts für Breitbandkommunikation der TU Wien vor allem darauf ab, die derzeitige Entwicklung im Bereich Mobiler Daten- und Sprachkommunikation durch objektive Betrachtung aus Kundensicht darzustellen, zu unterstützen und zu fördern. Die zehnjährige Erfahrung des Instituts in der Definition und Auswertung von Messungen mobiler Funknetze ermöglicht in Kooperation mit Mobilkom Austria die fortlaufende Qualitätsmessung österreichischer Mobilfunknetze sowie zuverlässige Aussagen über Qualität und Trends dieser Mobilfunknetze.

* Mag. Dipl.-Ing. Dr. Joachim Fabini ist Mitarbeiter des Instituts für Breitbandkommunikation der Technischen Universität Wien.

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